Kurztest Dacia Bigster 4x4: Groß im Geschäft

Der neue Dacia Bigster holt sich nach dem Marktstart im Mai 2025 direkt den Klassensieg im Budget-Segment des German Car of the Year. Wir haben das SUV als 4x4-Variante aus aktuellem Anlass noch einmal getestet - auch um zu sehen, ob es für den Gesamtsieg reichen könnte.

Der Dacia Bigster 4x4 auf einen Blick

  • 4,57 m Länge, größter Dacia
  • Bis zu 1.937 Liter Ladevolumen
  • Mild-Hybrid-Allrad mit 130 PS
  • Optional als Vollhybrid und LPG
  • Elektrische Heckklappe und Kühlfach optional
  • Preis ab 28.790 Euro

Inhalt

Großes Interesse | Dacia lernt Luxus | Fahrverhalten | Fazit | Technische Daten

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Großes Interesse am "Dacia für Deutschland"

Es ist dann eher anzunehmen, dass auch der "Dacia für Deutschland" (so die Dacia-interne Bezeichnung für den Bigster) an die Verkaufserfolge von Duster und Sandero anknüpfen wird. Die Bestellbücher für das 4,57 Meter lange SUV sind bestens gefüllt und auch unter Autojournalisten wird der große Rumäne kräftig nachgefragt. So hat es dann mangels freier Testwagentermine etwas länger gedauert, bis ich den Bigster im Rahmen der diesjährigen German Car of the Year-Wahl (#GCOTY) einmal selber lenken konnte.

Dort wurde der Hochbeiner im Budget-Segment vor Hyundai Inster und Citroën C3 Aircross zum Klassensieger erkoren und hat weiterhin realistische Chancen, sogar den Gesamtsieg einzufahren. Das klärt sich spätestens am 17. November. Zuvor gilt es noch einmal festzuhalten, was für eine Art SUV man sich als Käufer mit dem Bigster überhaupt anlachen würde.

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Dacia lernt Luxus: Der Bigster 4x4 "Extreme" lässt kaum Wünsche offen

Zuallererst: Auch bei diesem Auto der rumänischen Renault-Tochter geht es noch um das ehrliche, das unverfälschte Autofahren zu einem Preis, den sich ein Privathaushalt mit etwas Fleiß sogar zusammensparen kann. Mindestens 23.990 Euro kostet die 140 PS starke Basis, die es preisneutral sogar mit einer Flüssiggas-Anlage (LPG) gibt. Der hier gefahrene Allradler bringt es ab 28.790 Euro auf 130 PS.

Und wer vielleicht schon seit ein paar Jahren Dacia fährt, könnte fast verleitet werden, unabhängig von der Antriebsvariante, das Basismodell zu wählen. Schließlich fährt der große Bruder des Duster serienmäßig mit Komfort-Features vor, die es vor einigen Jahren allenfalls als Option gab: Manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber, LED-Abblendlicht und das 10,1 Zoll Mediadisplay sind mehr, als sich viele Dacia-Kunden früher erträumt haben.

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Aber das war eben gestern. Heute, so hört man PR-seitig, sei auch der preisbewusste Käufer ausstattungssensibler. Bedeutet: Die Versionen „Expression“, „Journey“ und „Extreme“ werden häufiger bestellt als das Dacia Bigster-Grundmodell namens „Essential“. Und so ist es dann auch kein Wunder, dass der vor dem ZF Forum in Friedrichshafen bereitgestellte Dacia Bigster mild hybrid 130 4x4 Extreme etwas mehr als 33.000 Euro kostet.

Diese Antriebs-Ausstattungs-Variante kommt einer Vollausstattung schon ziemlich nahe. Ich sehe und staune über das Panoramaglasdach, das sich sogar noch öffnen lässt und über einen elektrisch schließbaren Sonnenschutz verfügt. Weglassen geht auch - spart 500 Euro. Sitzheizung vorne, eine Klimaautomatik, Navi, induktive Smartphone-Ladeschale … Es wird viel geboten. Neben mehr als ausreichend Platz in der ersten und zweiten Sitzreihe, auch ein vollwertiges Ersatzrad im Unterflurfach des Kofferraums. Dieser misst bis zu 1.937 Liter und konkurriert damit schon mit einem Skoda Kodiaq. Die Anhängelast beträgt derweil bis zu 1.500 kg.

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Fahrverhalten und Antrieb

Fahrdynamisch, so fair muss dann auch berichtet werden, bekommt man, was man bezahlt. Weder High Performance auf der einen, noch übertriebene Effizienz auf der anderen Seite. Der getestete 4x4-Hybrid mit 130 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe hängt jedoch willig am Gas und beschleunigt in ausreichendem Maße. Von null auf 100 km/h geht es in 11,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 180 km/h angegeben.

Wer den 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo oberhalb von 2.000 Touren hält, wird sogar mit einer gewissen Laufkultur belohnt. Beim Verbrauch sollte man sich, je nach Gasfuß, auf 7,5 bis 8,5 Liter je 100 Kilometer einstellen. Sechsgang-Schaltgetriebe, Fahrwerk und Bremsen sind ebenfalls guter Durchschnitt - damit lässt es sich leben und der Preis ist weiterhin heiß.

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Fazit

Einzig die wenig rückenfreundlichen Sitze trüben den ansonsten überzeugenden Gesamteindruck des Dacia Bigster. Angesichts des attraktiven Preises bleibt die Kritik jedoch überschaubar. Ob sich der Rumäne mit französischen Wurzeln beim German Car of the Year Award gegen seine vier Konkurrenten behaupten kann, erfahren wir am 17. November. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)

Technische Daten


Modell Dacia Bigster 4x4 Mild Hybrid 130
Motor 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo, Mildhybrid
Leistung 130 PS (96 kW)
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb Allrad
Verbrauch kombiniert (WLTP) ca. 6,1 l/100 km (Herstellerangabe)
CO₂-Emissionen kombiniert ca. 137 g/km (WLTP)
Länge/Breite/Höhe 4,57 m / 1,81 m / 1,65 m
Radstand 2,70 m
Ladevolumen bis zu 1.937 l
Leergewicht ca. 1.500 kg
Grundpreis ab 28.790 Euro
Testwagenpreis ca. 33.000 Euro

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 leitender Redakteur des AutoScout24 Magazins. Der gebürtige Oberbayer verbindet seine Leidenschaft für klassische Youngtimer mit einem feinen Gespür für aktuelle Automobiltrends. Am liebsten unterwegs auf kurvigen Alpenstraßen, testet er heute ebenso souverän moderne Elektromodelle. Der Traum vom Audi RS 6 Avant C5 in Goodwoodgrün lebt weiter!

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