Renault Twingo E-Tech Electric (2026) im Test: Besitzt er noch seine alten Tugenden?

Der Renault Twingo E-Tech Electric (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Der gelungene Transfer der Ikone in die automobile Neuzeit.
Was wir vermissen
Mehr grundlegende Ausstattung in der Basisversion.
Ideal wenn …
… man die meiste Zeit in der Stadt unterwegs ist.
Die Alternativen
Dacia Spring, Leapmotor T03, Hyundai Inster
Stärken
- Stimmiges Retro-Design
- Fahrverhalten mit Spaßfaktor
- Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
Schwächen
- Spartanische Basisausstattung
- Viel Hartplastik im Innenraum
- Sitze bieten wenig Seitenhalt
Eine weitere Ikone ist zurückgekehrt
Nach der gelungenen Wiederauflage von Renault 5 und 4 im Retro-Design erinnert auch der Twingo E-Tech Electric auf den ersten Blick an seinen Urahn aus den 90er-Jahren. Die markanten Scheinwerfer, in der aktuellen Version mit Voll-LED-Technik, verleihen ihm seit jeher seinen unverkennbaren Look, der ihn zu einer äußerst freundlichen Erscheinung macht. Auch die drei angedeuteten Lufteinlässe auf der Motorhaube sind eine Reminiszenz an die erste Generation des Kleinwagens.
In der Seitenansicht fällt sofort auf, dass der neue Renault Twingo E-Tech Electric zum praktischen Fünftürer geworden ist. Hinten gibt es aber nur Ausstellfenster. Das Heck wird durch den aufgesetzten Heckscheibenrahmen und gebogene Rückleuchten geprägt, die die Form der vorderen Tagfahrlichter übernehmen. Die Sondermetallic-Lackierung Absolut-Grün steht dem Twingo ausgezeichnet und verändert den Farbton je nach Lichteinfall. Insgesamt kann man aus sechs verschiedenen Farben wählen.
Bildergalerie: Renault Twingo E-Tech Electric (2026)

Fahrverhalten zaubert Lächeln ins Gesicht
Der Renault Twingo E-Tech Electric wird von einem Elektromotor an der Vorderachse angetrieben. Die vergleichsweise geringe Leistung von 60 kW (82 PS) passt gut zu dem kleinen Stadtflitzer. Wir fühlen uns damit im Test immer ausreichend motorisiert. Im unteren Geschwindigkeitsbereich, den man im urbanen Bereich braucht, geht der 1,3-Tonner spritzig zur Sache. Der Sprint von null auf 100 km/h ist mit 12,1 Sekunden dagegen eine etwas beschaulichere Angelegenheit. Bei Überholmanövern auf der Landstraße ist vorausschauendes Fahren angesagt, da die Beschleunigungsphase schon etwas Zeit erfordert. Mit der Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h ist ein Mitschwimmen auf der Autobahn sehr gut möglich.
Das Fahrwerk begeistert im Test: Die extreme Wendigkeit des gerade einmal 3,79 Meter langen Twingos und das gute Ansprechverhalten der Lenkung lassen echtes Gokart-Feeling aufkommen. Selbst auf Bergstraßen, die man nicht zum bevorzugten Revier des Kleinen zählen würde, können wir im Test überraschend hohe Kurvengeschwindigkeiten fahren – das Vertrauen in die hervorragende Straßenlage wächst von Kurve zu Kurve. Lediglich der fehlende Seitenhalt der Sitze und die harte Innenverkleidung beim Abstützen der Knie schränken den Spaß ein wenig ein. Trotz der relativ straffen Abstimmung des Fahrwerks kommt der Komfort nicht zu kurz – er liegt für einen Kleinwagen auf hohem Niveau.
Basisausstattung bedeutet Verzicht
Der Renault Twingo E-Tech Electric ist in zwei Versionen erhältlich. Beide verfügen über die gleiche Motorisierung und die kleine 27,5-kWh-Antriebsbatterie. Die Top-Version „Techno“ ist für einen vergleichsweise geringen Aufpreis mit zahlreichen Features ausgestattet, die den Alltag erleichtern und den Komfort erhöhen. Um unter der werbewirksamen 20.000-Euro-Marke zu bleiben, wurden diese beim getesteten Basismodell „Evolution“ eingespart. Besonders vermissen wir in dieser Version Ausstattungen wie Keyless Go, Licht- und Regensensor, Fernlichtautomatik, adaptiver Tempomat, Rückfahrkamera, Klimaautomatik und den flach umklappbaren Beifahrersitz.
Beim Starten geht der ansonsten durchaus willkommene „Back to the Roots“-Gedanke für unsere Begriffe etwas zu weit. So ist es erforderlich, den Schlüssel anzustecken und umzudrehen, bevor der Twingo bereit ist, eine Fahrstufe einzulegen – bei Elektroautos sonst gar nicht üblich. Trotz der in dieser Ausstattung fehlenden Schaltwippen zur vierstufigen Einstellung der Rekuperation kann diese über die Fahrstufe „B“ erhöht werden. Damit freunden wir uns im Test dann auch an. Der höhenverstellbare Fahrersitz ermöglicht auch groß gewachsenen Personen ausreichend Platz, am nicht verstellbaren Beifahrersitz wird es nach oben hin ab einer Körpergröße von 1,85 Metern etwas eng.
Innenraum mit Pep aber auch viel Hartplastik
Das peppige Außendesign setzt sich auch im erfrischend gestalteten Innenraum fort. Das Armaturenbrett mit der in Weiß gehaltenen Einlage (in der Topversion in Wagenfarbe) sowie die bunt gestalteten Displaygrafiken und -animationen bringen Farbe und gute Laune in den Innenraum. Zusätzlich sind in den Türverkleidungen Einlagen in Wagenfarbe angebracht. Nicht fehlen darf natürlich auch der große rote Knopf für die Warnblinkanlage, der schon in der ersten Generation ein charakteristisches Designmerkmal war. Etwas getrübt wird der positive Eindruck von der Materialwahl, bei der Hartplastik dominiert.
Ganz nach Twingo-Tradition fällt das Fahrerdisplay kleinformatig aus. In der neuesten Auflage informiert ein 7 Zoll großes Display über aktuelle Fahrdaten. Dazu kommt ein 10-Zoll-Touchscreen, der zentral am Armaturenbrett thront. Die kabellose Verbindung mit dem Smartphone funktioniert einwandfrei und ist in der Basisversion die einzige Möglichkeit, ein Navi mit an Bord zu haben. Integriert in das Multimedia-System ist das Google-Navi erst in der höheren Ausstattungsstufe. Die darunterliegende Steuerung der Klimaanlage ist mit den drei Drehrädern und Tasten sowohl optisch als auch funktional sehr gut gelungen. In der manuellen Ausführung ist das Finden der idealen Temperatur keine einfache Angelegenheit.
Die Größe der Ablagen im Fahrgastraum entspricht im Renault Twingo E-Tech Electric der Größe des Fahrzeugs. In den Türverkleidungen haben maximal kleine Halbliterflaschen liegend Platz, der Getränkehalter bietet durch seine niedrige Bauform keinen sicheren Halt. Die weiteren Ablagen in der Mittelkonsole sind sehr klein und nicht verschließbar. Abhilfe schafft hier optionales Zubehör, das eine sehr individuelle Gestaltung der Mittelkonsole ermöglicht.
Bei der Kofferraumgestaltung bietet der kleine Stadtflitzer einige clevere Lösungen. Die Rücksitze sind jeweils 17 Zentimeter nach vorne oder hinten verschiebbar und bieten so die Entscheidungsmöglichkeit zwischen mehr Stauraum oder Platz für die Fondpassagiere – zwei Erwachsene finden so auch bei zweieinhalb Metern Radstand gute Platzverhältnisse vor. Der Kofferraum fasst bei ganz nach vorne geschobenen Sitzen 360 Liter, sodass Handgepäck-Trolleys auch der Länge nach verstaut werden können. Durch Umlegen der Rücksitze werden es 1.010 Liter Stauraum. Unter dem zweiteiligen Kofferraumboden befindet sich ein 50 Liter großes Fach. Ein weiterer Clou ist die Möglichkeit, den Beifahrersitz flach umzulegen und damit äußerst praktische zwei Meter Ladelänge vorzufinden.
Kleiner Akku aber dafür sparsam
Der kleine Twingo E-Tech Electric ist ein sparsamer Wegbegleiter. So verbraucht er im urbanen Bereich gerade einmal elf bis zwölf Kilowattstunden auf 100 Kilometern. Auf der Langstrecke mit Bergstraßen- und Autobahnanteil genehmigt sich der Twingo im Test 13,3 kWh. Mit der nutzbaren Kapazität des LFP-Akkus von 27,5 kWh stehen damit in der Praxis rund 200 Kilometer Reichweite bis zum nächsten Ladestopp zur Verfügung. Nur bei Autobahntempo von 130 km/h sinkt die Reichweite deutlich auf rund 150 Kilometer.
Bei der Ladegeschwindigkeit bricht der Renault Twingo E-Tech Electric keine Rekorde, was jedoch aufgrund des kleinen Akkus nicht so sehr ins Gewicht fällt. An einer Schnellladesäule lädt er im Test in 26 Minuten von 19 auf 80 Prozent SoC. Die maximale Ladeleistung beträgt dabei 54 kW, im Durchschnitt sind es 40 kW. Eine Vollladung bis 100 Prozent dauert ungefähr noch einmal so lange. An einer Wallbox wird mit den üblichen 11 kW geladen. Für eine Ladung von 10 auf 100 Prozent vergehen rund 2,5 Stunden, an einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW ungefähr zwölf Stunden.
Fazit 8,4/10
Mit dem Twingo E-Tech Electric ist es Renault gelungen, einen weiteren Klassiker in das Elektrozeitalter zu transferieren und dabei den ursprünglichen Charakter des leistbaren, trendigen Stadtflitzers beizubehalten. Für einen Kleinwagen mit gerade einmal 3,79 Metern Länge ist das Raumangebot großzügig. Das niedrige Gewicht in Verbindung mit dem effizienten Antrieb ermöglicht trotz der kleinen Batterie eine akzeptable Reichweite.
Preislich geht es beim Renault Twingo E-Tech Electric bei echt günstigen 19.990 Euro los. Dies ist aber eher ein theoretischer Wert, da es ihn dafür ausschließlich in der Farbe Weiß gibt, in der seine Ausstrahlung aus unserer Sicht nicht entsprechend zur Geltung kommt. Das Testfahrzeug „Evolution“ mit Metallic-Lackierung und den optionalen Alufelgen liegt bei 21.610 Euro. Für einen Aufpreis von gerade einmal 1.600 Euro ist die Version „Techno“ erhältlich, die wie oben beschrieben wesentlich mehr Ausstattung enthält und daher unsere klare Kaufempfehlung ist. (Bild und Text: Armin Hoyer)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
Finde jetzt Renault Twingo auf AutoScout24

Renault TwingoElectric Equilibre inkl. Batterie
€ 9.9801- 11/2022
- 33.700 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)
Neu
Renault TwingoE-Tech Techno 80 Urban Range
€ 25.0301- 50 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech 80 Urban Range Techno 60 kW
€ 24.9901- 04/2026
- 1.000 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-TECH elektrisch Techno 80hp Urban Range
€ 23.8391- 04/2026
- 1 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-TECH elektrisch Techno 80 Urban Range *Sitzheizu
€ 24.5901- 04/2026
- 10 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoTechno Electric CAM*LED*NAVI*KONTRAST*LM
€ 13.9951- 08/2023
- 9.502 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoTechno Electric *NEUFAHRZEUG*
€ 16.9901- 03/2024
- 7 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech Techno 80 Urban Range 360°PDC NAVI SHZ LED
€ 25.3191- 2 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech Techno 80 Urban Range **BESTELLUNG** LED*Ka
€ 22.9901- 0 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech Techno 80 Urban Range
€ 22.9001- 04/2026
- 5.000 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoEvolution 80 Urban Range **Farbe frei wählbar** Pa
€ 21.3901- 0 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech Techno 80 Urban Range **BESTELLUNG** LED*Ka
€ 24.3901- 0 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoEvolution 80 Urban Range Parksensoren*Klimaanlage*
€ 20.8901- 0 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoElectric VIBES
€ 12.9901- 09/2021
- 14.700 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech Techno 80 Urban Range
€ 24.8801- 50 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech 80 Urban Range Techno 60 kW
€ 24.3901- 10 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech Techno 80 Urban Range
€ 25.0301- 50 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech Techno 80 Urban Range
€ 25.0301- 50 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-Tech elektrisch Evolution 80 Urban Range
€ 20.2951- 25 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Renault TwingoE-TECH INTENS NAVI CarPlay RFK KLIMA SHZ
€ 13.2701- 07/2022
- 41.590 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)
Alle Artikel
Alle ansehen
Renault Twingo E-Tech vs. Hyundai Inster vs. Fiat 500 E: Elektro-Kleinwagen im Vergleich
Der neue Renault Twingo E-Tech startet 2026 mit Retro-Design und Elektroantrieb unter 25.000 Euro. Im Vergleich mit Hyundai Inster und Fiat 500e zeigt sich: Viel Charme, solider Innenraum – aber Schwächen bei Reichweite und Ladeleistung. Welcher E-Kleinwagen kann am meisten überzeugen?

Test Renault 4 E-Tech 150: Mit gutem Beispiel voran
Der neue Renault 4 E-Tech zeigt, wie sympathisch Elektromobilität sein kann. Mit Retro-Design, alltagstauglichem Platzangebot und Google-Infotainment trifft er den Nerv der Zeit. Dennoch bleiben die Schwächen bei der Ladeleistung und Reichweite nicht unbemerkt.

Test Renault Rafale E-Tech Full Hybrid 200 (2025): Ein Auto, das Rekorde bricht?
Der Renault Rafale tritt an, um die SUV-Welt zu verändern: schnittiges Design, ein sparsamer Hybridantrieb, beste Multimediaintegration. Reicht das, um Rekorde zu brechen – so wie das Rennflugzeug aus den 1930ern, von dem er seinen Namen erbte? Wir finden es im Test heraus.

