Škoda Elroq (2026) im Test: Sieger - nicht nur der Elektroherzen

Der Škoda Elroq 85 auf einen Blick
Was uns gefällt
Wie einfach rein elektrisches Autofahren geworden ist.
Was wir vermissen
Schnelleres DC-Laden, mehr Platz im Kofferraum.
Ideal wenn…
… ein guter Allrounder den Fuhrpark erweitern soll.
Alternativen
U.a.: VW ID.4, Hyundai Kona, BMW iX1.
Stärken
- Kräftiger Antrieb
- Hohe Reichweiten möglich
- Guter Federungskomfort
Schwächen
- Kleiner Kofferraum
- Kein Frunk
- DC-Laden nur Mittelmaß
Das Elektroauto als Normalfall
Es ist dann wohl langsam an der Zeit, das Elektroauto als normal anzusehen. Seht uns daher bitte nach, wenn wir nicht mehr auf jede Herstellerangabe zur Ladeleistung oder Maximalreichweite im Detail eingehen. Entsprechende Tabellen ergänzen das Geschriebene. Sollten wir während des Tests natürlich Ausreißer von der Norm feststellen, werden wir das weiterhin im Text behandeln.
Gebracht hat uns zu dieser Sichtweise übrigens der Sieger des German Car of the Year Awards, der Skoda Elroq. Der tschechische Cousin des Volkswagen ID.4 macht das Elektroautofahren in etwa so leicht wie das Lenken eines Verbrenners - den Zugang zur entsprechenden Infrastruktur vorausgesetzt. Angefangen beim sehr normalen Außendesign inklusive Bügelgriffe zum Öffnen der Türen, bietet das Kompakt-SUV darüber hinaus eine ziemlich gute Zugänglichkeit. Zu allem.
Der Skoda Elroq macht es seinem Fahrer leicht
Einsteigen. Losfahren. Ankommen. Mehr wollen die meisten ohnehin nicht. Wer versteht sich als Autofahrer denn schon gerne als „Nutzer“, will vor dem Start ein IT-Studium absolvieren? Die selbsterklärende Handhabung des Elroq war zumindest mit ein Grund dafür, warum der Stromer für uns ein Siegertyp ist. Alles ist an seinem Platz - sogar der Platz selbst. Da lässt es sich schon luftig leben im lediglich 4,53 Meter kurzen Stromer. Vorne wie hinten können sich selbst Menschen über 1,90 Meter kaum beschweren.
Insbesondere Fahrer und Beifahrer ruhen nicht nur auf äußerst bequemem Gestühl (optional mit Klimatisierungs- und Massagefunktion), der Lenker selbst bedient das Fahrzeug gleichzeitig über ein sehr gut gestaltetes Volant mit echten Tasten. Die Infotainment-Einheit (MIB4) ist aus dem VW-Konzern bekannt, verfügt mittlerweile über einen stabilen Softwarestand und beherrscht neben kabellosem Apple CarPlay und Android Auto zudem die sprachliche Kommunikation mit ChatGPT.
| Merkmal | Skoda Elroq 50 | Skoda Elroq 60 | Skoda Elroq 85 | Skoda Elroq RS |
|---|---|---|---|---|
| Akku brutto/netto | 55/52 kWh | 63/59 kWh | 82/77 kWh | 84/79 kWh |
| WLTP-Reichweite | 350–377 km | 395–428 km | 542–580 km | 523–546 km |
| Max. Ladeleistung AC/DC | 11/145 kW | 11/165 kW | 11/135 kW (Bis 06/2025: 175 kW) | 11/185 kW |
| DC-Ladedauer (10–80 %) | 25 min | 24 min | 28 min | 26 min |
| Ladegeschwindigkeit | 1,5 kWh/min | 1,7 kWh/min | - | 2,1 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | bis 10,6 km/min | bis 12,5 km/min | - | bis 14,7 km/min |
Auch die Ladeplanung wirkt mittlerweile durchdacht. Im Zweifel raten wir aber weiterhin, die angesteuerten Ladepunkte mit der eigenen Lade-App auf Verfügbarkeit zu prüfen. Qualitativ gibt es ebenfalls nichts zu mäkeln. Die Kunststoffe sind teils besser als bei Audi, die Türtaschen vorne noch gefilzt - und freilich wäre Skoda nicht Skoda ohne die zahlreichen Simply-Clever-Lösungen.
Gute Fahrleistungen, komfortable Federung
Auch die Fahrqualitäten des Elroq dürfen durchaus hervorgehoben werden. Aus unserer Sicht braucht es kaum die starken Allrad-Varianten, es reicht in nicht alpinen Regionen eine der heckgetriebenen Basisversionen. Mit 130 kW / 170 PS (65-kWh-Batterie) oder 150 kW / 204 PS (85-kWh-Batterie) ist man ausreichend stark motorisiert, und der Hinterradantrieb bietet den entscheidenden Vorteil eines ziemlich kleinen Wendekreises (9,8 Meter). Und das ganz ohne zusätzliche Hinterachslenkung. Empfehlenswert ist derweil das adaptive DCC-Fahrwerk, das einen breiten Spreizungsbereich zwischen Komfort und Sport bietet.
Derweil bietet der hier gefahrene Elroq 85 mit Heckantrieb beinahe schon sportliche Fahrleistungen und eilt in 6,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Typisch E-Auto sitzt der Schwerpunkt tief, entsprechend satt ist der generelle Fahreindruck. Der Verbrauch lag im Testzeitraum bei etwa 18 kWh pro 100 Kilometer und deckt sich damit mit den Werten eines gleichstark motorisierten VW ID.4. Zur Reichweitenoptimierung im Winter gibt es serienmäßig eine Wärmepumpe, zudem kann die Batterie auch manuell vorkonditioniert werden.
Das Haar in der Suppe?
Wenn wir am Ende wirklich das Haar in der Elroq-Suppe finden wollen, dann ist die DC-Ladeleistung, besonders beim Skoda Elroq 85, mit 135 kW mittlerweile deutlich zu gering. Auch der Kofferraum ist vergleichsweise klein bemessen. Die 470 Liter verstehen sich inklusive Unterflurfach, liegen unter Realbedingungen aber kaum über dem Niveau eines VW Golf.
Urlaubsgepäck oder große Kinderwagen können da schon zur Herausforderung werden. Eine weitere Eigenheit der MEB-Modelle aus dem VW-Konzern: Es gibt keinen vorderen Kofferraum (Frunk). Preislich startete der Skoda Elroq in Deutschland ursprünglich bei 33.900 Euro. Die Grundmodelle Elroq 50 und 60 sind derzeit allerdings aufgrund hoher Nachfrage durch die E-Auto-Förderung 2026 nicht erhältlich. Der hier geteste Elroq 85 beginnt bei 44.840 Euro.
Fazit: 8.4/10
Viele Elektroautos machen es ihren Fahrern unnötig schwer. Nicht so der Skoda Elroq. Der generelle Zugang zum Fahrzeug und seiner Technik gelingt einfach, die Insassen werden nicht zu Nutzern degradiert. Gleichermaßen überzeugt der Tscheche mit guten Fahrleistungen und annehmbaren Reichweiten zu fairen Preisen. Letzteres trifft vor allem auf die beiden Einstiegsvarianten zu, die derzeit allerdings nicht bestellbar sind. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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