SUV-Vergleich: BYD Seal U, Leapmotor C10, Changan Deepal S07, Xpeng G6 und Zeekr 7X

Gefühlt waren chinesische Autos eben noch ein exotisches Randthema. Heute macht sich keiner mehr über Marken mit Namen wie Changang, Xpeng oder Zeekr lustig. Natürlich sind sie noch immer Randerscheinungen, aber ihre Bedeutung wächst stetig. Europaweit, vor allem aber in Ländern wie Spanien, Italien oder Österreich, liegt ihr Anteil bereits auf einem ähnlichen Niveau wie der von koreanischen Herstellern.
In Deutschland kletterten die Neuzulassungen (inklusive zahlreicher Händlerzulassungen, die das Gesamtergebnis verwässern) zuletzt auf etwa 1,6 Prozent. Die Gründe für den Aufstieg sind vielfältig: Aktuelle E-Technik, verbunden mit guten Reichweiten, einer guten Serienausstattung und ein faires Peis-Leistungsverhältnis stehen ganz oben bei den Argumenten. Dazu kommen moderne Assistenzsysteme, große Displays und großzügige Garantieversprechen.
Auch der Vertrieb kommt langsam in die Gänge. Direktvertrieb über Onlinekanäle, Kooperationen mit etablierten Handelspartnern und ein schrittweiser Aufbau von Service- und Händlernetzen tragen dazu bei, dass chinesische Marken zunehmend als vertrauenswürdige Alternative wahrgenommen werden.
Hier sind fünf Elektro-SUVs, die man bei der Neuwagenauswahl auf dem Zettel haben sollte:
BYD Seal U – Familien-Freund vom Marktführer
In der SUV-Klasse bis 4,80 Meter passt von BYD der Seal U (4,78 m) in unser Größenraster. Während die Optik eher funktional als überbordend modern herüberkommt, überzeugt der Seal U vor allem durch eine gute Serienausstattung. Im Inneren zeigt er ein typisches China-Cockpit mit wenig Tasten und großem, zentralem Bildschirm, dazu bequeme Sitze sowie ausreichend Platz für fünf Personen und Gepäck – ein klassischer Familien-SUV im besten Sinne.
Für die Elektro-Variante (alternativ gibt es auch einen Plug-In-Hybrid) nutzt der größte E-Anbieter der Welt seine eigene Blade-Batterie. Je nach Batteriegröße (71,8 oder 87,0 kWh) sind laut Hersteller Reichweiten von 420 bis 500 Kilometer möglich. Der vordere E-Motor liefert 160 kW/218 PS und sorgt für ausreichende Fahrleistungen. Das Fahrwerk ist betont weich abgestimmt - für Dynamiker ist das nichts.
Beim Laden ist der Seal U ebenfalls wettbewerbsfähig, aber weit davon entfernt ein Super-Performer zu sein. Mit einer DC-Ladeleistung von bis zu 140 kW lassen sich auf Langstrecken einigermaßen schnelle Ladevorgänge realisieren. Moderne Assistenzsysteme sind serienmäßig an Bord. Die Preisliste für den BYD Seal U Comfort beginnt bei knapp 43.000 Euro. Er ist über ein Netz von rund 150 BYD-Händlern und großen Autohausgruppen in Deutschland erhältlich.
Leapmotor C10 – China-SUV mit Stellantis-Unterstützung
Leapmotor hat strategisch den aktuell besten Zugang zum europäischen Markt. 2024 ging der Hersteller aus Hangzhou ein Joint Venture mit Stellantis (Fiat, Opel, Peugeot usw.) ein, um seine Modelle in Europa zu vertreiben. Der C10 (4,73 Meter) ist das derzeit größte SUV der Chinesen in Europa. Das SUV gibt es mit reinem E-Antrieb oder mit zusätzlichem Range Extended Electric Vehicle - also einem benzinbetriebenen Reichweitenverängerer, ähnlich wie ein Plug-in Hybrid. Letzter soll auf eine Gesamtreichweite von bis zu 970 Kilometer kommen.
Die Einstiegs-E-Variante Pro kommt mit 160 kW/218 PS, einer 69,9 kWh-Batterie und einer Reichweite von bis zu 420 Kilometern. Basispreis in Deutschland: 37.600 Euro. Dank Förderprämie beträgt die Leasingrate für Berechtigte derzeit nur etwa 179 Euro pro Monat. Die Pro Max-Allradversion liefert 220 kW/299 PS und hat eine 81,9 kWh-Batterie im Tiefparterre, die 510 Kilometer durchhalten soll. Hier beträgt die Ladezeit 22 Minuten. Die Preise für den nahezu voll ausgestatteten Allradler beginnen bei fairen 41.900 Euro.
Optisch gibt sich der C10 modern mit glatten Linien und klaren SUV-Proportionen. Innen findet man ein schlichtes Design mit großem Touchscreen. Umfangreiche Assistenzsysteme, ein riesiges Panoramaglasdach sowie eine Super-HiFi-Anlage sind serienmäßig. Vertrieb, Service und Wartung übernehmen derzeit rund 150 Stellantis-Händler, viele davon aus dem Opel-Netzwerk.
Changan Deepal S07 – Unaussprechlich, aber solide
Achtung Zungenbrecher: Changang kommt aus Chongqing und ist einer der ältesten staatlichen Automarken Chinas. Eine Submarke des Konzern ist Deepal, und ihr größtes Modell auf dem deutschen Markt heißt S07 (4,75 m).
Das SUV-Coupé will nicht nur technisch überzeugen, sondern auch mit einem klaren Design und extrovertierten Interior. Auf der Habenseite des S07 steht die übliche Leistung von 160 kW/218 PS, angetrieben werden die Hinterräder. Die Batteriekapazität liegt bei 79,9 kWh. Nach WLTP sind damit Reichweiten von bis zu 475 Kilometer drin. Die DC-Ladeleistungen von bis zu 150 kW macht den S07 allerdings in dieser Disziplin auch nur zu einem Mitläufer.
Im Gegensatz zu den deutschen Herstellern gibt es beim S07 allerdings reichlich Assistenzsysteme und viele Ausstattungsfeatures in Serie. Und das Ganze zu einem sehr konkurrenzfähigen Preis: ab 44.990 Euro. Für den Vertrieb setzt Changan auf das Händler-Modell und vertreibt seine Elektroautos über teilweise etablierte Autohäuser.
Xpeng G6 – 800-Volt-SUV schon mit Facelift
Der Xpeng G6 (4,75 m) fährt optisch frontal gegen Teslas Modell Y. Das stylishe SUV-Coupé ist das dritte Modell der jungen Marke und wurde 2025 bereits einmal geliftet. Wie alle Xpeng ist auch der G6 softwaregetrieben, komplett digital ausgestattet und auf Komfort ausgelegt.
Den Premium-Anspruch merkt man vor allem im Innenraum, wo die Verarbeitung ebenso top ist wie die ausgewählten Materialien. Ein dominanter Touchscreen mit wenig haptischen Tasten steuert die meisten Funktionen, während viele Assistenz-Features, ein riesiges Panoramadach und eine HiFi-Anlage mit bis zu 960 Watt serienmäßig an Bord sind. Drei Leistungsstufen von 185 kW/252 PS über 218 kW/296 PS bis zur Allrad-Variante mit 358 kW/487 PS stehen in der Preisliste. Dazu zwei Batteriegrößen (68,5 und 80,8 kWh), die Reichweiten von 455 bis 525 Kilometer versprechen.
Beim Laden zählt der G6 zu den absoluten Hochleistungs-Athleten seiner Zunft. Dank 800 Volt-Technik ist eine Ladeleistung von bis zu 451 kW möglich, im Idealfall dauert die Ladezeit von 10 bis 80 Prozent kaum mehr als zwölf Minuten. Der G6-Einstieg beginnt bei 43.600. Xpeng vertreibt seine Modelle über ein Netzwerk an lokalen Vertragshändlern, die Verkauf und Service übernehmen. Die rund 60 Standorte sollen langfristig auf 120 verdoppelt werden. Der Xpeng G6 ist in diesem Vergleich derzeit unser Favorit.
Zeekr 7X – Aus gutem Haus gegen deutsche Konkurrenz
Ganz frisch aus China auf deutsche Straßen kommt der Zeekr 7X (4,78 m). Als Teil von Geely zählt Zeekr, neben Volvo und Polestar, zu den Premium-Elektromarken des Konzerns. Fährt also als ein weiterer direkter Konkurrent von BMW, Mercedes oder Audi vor. Der Zeekr 7X kommt sowohl mit Heckantrieb als auch als Allrad-Variante mit zwei Motoren und teilt sich die E-Plattform sowie viele technische Komponenten unter anderem mit dem Smart #5.
In der Basisversion für 54.990 Euro leistet der Motor 310 kW/421 PS. Die Allrad-Variante mobilisiert bis zu 475 kW/646 PS. Preis: ab 64.990 Euro. Es gibt zwei Batterien: Eine 75-kWh-Version bringt rund 480 Kilometer WLTP-Reichweite, das große 100-kWh-Paket bis zu 615 Kilometer. Spitzenwerte bei der Ladegeschwindigkeit werden durch eine 800-Volt-Architektur möglich, die an geeigneten Säulen Ladeleistungen von bis zu 475 kW ermöglicht. Der Bestwert von 13 Minuten fürs Laden von 10 bis 80 Prozent unterstreicht die Ambitionen von Zeekr.
Innen grüßt der 7X mit Luxus-Details, modernem Infotainment und hochwertigen Materialien. Ein aktives Fahrwerk mit Luftfederung ist immer an Bord. Zeekr setzt zunächst auf Direktvertrieb. Es soll zwar deutschlandweit über 40 Service-Center geben, Bestellungen werden aber zunächst digital über Zeekr-Onlinekanäle erfolgen. (Text: tv, th/sp-x | Bilder: Hersteller)
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