Test: Suzuki Grand Vitara 1.6 – Kurz und gut?

Wer etwas mehr Platz braucht, wird aber ebenfalls bei Suzuki fündig: Mit dem dreitürigen Grand Vitara. In der Basisausstattungslinie mit Benzinmotor liegt der Grand Vitara 1.6 gerade so unter 20.000 Euro. CD-Radio, umklappbare Rücksitze, Zentralverriegelung, Dachreling, eine gute Sicherheitsausstattung (u.a. ABS und sechs Airbags) sowie permanenter Allradantrieb sind bereits inklusive. Luxus bietet die Comfort-Ausstattungslinie, mit der auch unser Testwagen auf den Hof rollte. Für einen Mehrpreis von 2.000 Euro erhält man hier zusätzlich eine Klimaautomatik, Sitzheizung, Nebelscheinwerfer und hübsche Aluräder.
22.000 Euro also für einen reichhaltig ausgestatteten Allradler. Was darf man da insgesamt erwarten? Zu allererst einmal keine Wunderdinge im Gelände. Zwar ist der 1,6-Liter-Benziner mit einem Permanentallradantrieb gekoppelt, der die Motorkraft mittels Planetenradverteilergetriebe leicht hecklastig verteilt. Für den Freizeitspaß auf unbefestigter Flur reicht das, zumal die nur vier Meter lange Karosserie kurze Überhänge und 18 Zentimeter Bodenfreiheit bietet. Der härtere Einsatz scheitert jedoch an den fehlenden Sperren und der ebenfalls nicht vorhandenen Untersetzung. Diese Offroad-Zutaten gibt es für den Dreitürer nur in Verbindung mit dem rund 2.000 Euro teureren Dieselmotor.
Kann sich sehen lassen
Doch zurück zum Einstiegsmodell. Gut sieht er aus, der kurze Vitara, steht stattlich und selbstbewusst vor einem. Die breite Spur, die klaren Flächen, die leicht ausgestellten Kotflügel und das außen montierte Ersatzrad schinden Eindruck. Der Innenraum hält, was das Exterieur verspricht: Schicke Rundinstrumente, eine aufgeräumte, technische Mittekonsole und ein griffiges Lenkrad laden ein. Die Kunststoffe hinterlassen optisch wie haptisch einen hervorragenden Eindruck. Auch die Verarbeitung stimmt, nichts klappert oder scheppert. Einfach grundsolide, was Suzuki da inzwischen anbietet.
Am Sitzkomfort könnte dagegen noch nachgebessert werden. Die Sitzflächen der Vordersitze sind etwas zu kurz, die Lehnen zu weich gepolstert. Auch ist es schwierig, die optimale Sitzposition zu finden. Denn weder lässt sich das Gestühl in der Höhe, noch das Lenkrad in der Tiefe verstellen. Sehr eng geht es im Fond zu: Die Rückbank zwängt sich zwischen die Radhäuser - wer hier zwei Leute mitnehmen will, sollte nach Passagieren mit schmalen Hüften und wegen der geringen Kniefreiheit auch dünnen Waden Ausschau halten.
Der Kofferraum ist bauartbedingt klein. Im Viersitzer-Modus passen gerade einmal 184 Liter ins Heck. Bei beidseitig umgeklappter Rückbank erhält man eine ebene Ladefläche und maximal 984 Liter Ladevolumen. Praktisch ist die niedrige und breite Ladeluke, unpraktisch dagegen die von der falschen Seite her öffnende Hecktür. Längs am Straßenrand geparkt, muss von der Straße aus beladen werden.
Tolles Fahrwerk, müder Motor
Licht und Schatten halten sich bei den Fahreindrücken die Waage. Zuerst das Positive: Fahrwerk wie Lenkung gehören zum Besten, was das Segment kleiner Geländewagen derzeit hergibt. Straff, aber nicht überdämpft, ist der kurze „Grand“ auf kurviger Strecke agil wie ein Pkw. Und stets leise. Poltergeräusche sind dem Suzuki-Fahrwerk absolut fremd.
Der 1,6-Liter-Vierzylindermotor ist dagegen eine Enttäuschung. Brummig unter Last, wimmernd am Drehzahlergrenzer und zäh in der Leistungsentfaltung ist das 106 PS starke Triebwerk schlicht überfordert mit den knapp 1,5 Tonnen Lehrgewicht. Da hilft es auch nicht, möglichst oft auf Autobahnen auszuweichen. Bei Tempo 140 im fünften Gang beispielsweise dreht der Motor bereits 5.000 Touren, was verbrauchstechnisch nicht gerade günstig kommt. bei unseren Testfahrten genehmigte sich der kleine Vierzylinder zwischen zehn und zwölf Liter Superbenzin.
Fazit
Kurz und gut. Wer einen kleinen, handlichen Geländewagen um die 20.000 Euro sucht, ist mit dem dreitürigen Grand Vitara gut beraten. Besonders erfreulich sind die gute Qualitätsanmutung im Innenraum und das beeindruckend souveräne Fahrwerk. Der 1,6-Liter-Benzinmotor allerdings kann nicht überzeugen. Besser man spart etwas länger und investiert weitere 2.000 Euro in das neue Dieselaggregat (Test folgt). Zumal erst hier der permanente Allradantrieb um eine Geländeuntersetzung und Sperren aufgewertet ist.
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