Das wahre Schnäppchen-E-Auto 2026 - mit und ohne Förderung

Viele Autohersteller feiern derzeit die rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 geltende staatliche E-Auto-Förderung von bis zu 6.000 Euro auf neue Elektroautos. In Kombination mit zusätzlichen Herstellerboni entstehen auf dem Papier tatsächlich äußerst attraktive Angebote. Wer sich jedoch etwas intensiver mit dem Markt beschäftigt, merkt schnell: Die richtig guten Schnäppchen fährt man nur selten als Neuwagen - und mittlerweile meist ganz ohne Förderung.
Es steht oftmals bereits beim Gebrauchtwagenhändler und trägt im Fall dieses Angebotsvergleichs vier Ringe. Wir haben uns erneut den Audi e-tron (GE) herausgepickt, der inzwischen für unter 20.000 Euro zu haben ist und exemplarisch für den massiven Wertverlust großer deutscher Premium-Elektroautos steht. Er ist besonders für jene interessant, die sich nicht mit komplexen Förderbedingungen auseinandersetzen möchten oder für die neue Elektro-Kleinwagen schlicht nicht zur eigenen Familien- oder Lebenssituation passen.
Doch zunächst ein Blick auf den mittlerweile ausgeprägten Hype um „günstige“ neue E-Kleinwagen.
Der Hype um günstige neue E-Kleinwagen
Keine Frage: Das automobile A-Segment erlebt aktuell eine elektrische Renaissance. Der Hauptgrund liegt in neuen EU-Vorgaben, durch die sich Verbrennungsmotoren in kleinen Fahrzeugen für die Hersteller wirtschaftlich kaum noch lohnen. Ein Basis-VW Polo kostet heute bereits mindestens 20.135 Euro - vor kaum zehn Jahren war das der Einstiegspreis eines Golf.
Entsprechend richten viele Hersteller ihren Fokus verstärkt auf günstigere Elektroautos für die Stadt und den urbanen Nahbereich. Mit staatlicher Förderung wirken die Preise auf dem Papier in der Tat sehr gut - allerdings nur für Käufer, die die Förderbedingungen erfüllen oder zusätzlich von Herstelleraktionen profitieren können.
Folgende Modelle stehen im Zusammenhang mit der E-Auto-Förderung 2026 derzeit besonders im Fokus:
Dacia Spring
UPE ab 16.900 Euro zzgl. Überführung
Wer die maximale staatliche Förderung von bis zu 6.000 Euro erhält und zugleich den höchsten Herstellerbonus nutzt, kann den Dacia Spring aktuell für rund 5.900 Euro erwerben. Günstiger ist ein elektrischer Neuwagen kaum zu haben – allerdings auch kaum einfacher. Wenig Leistung, eine WLTP-Reichweite von lediglich 223 Kilometern, begrenzter Platz und der klare Fokus auf Basismobilität schränken das Einsatzgebiet deutlich ein.
Citroën ë-C3
UPE ab 19.900 Euro zzgl. Überführung
Etwas teurer als der Spring positioniert sich der Citroën ë-C3. Der Franzose basiert auf der E-CMP-Plattform von Stellantis und teilt sich seine technische Basis mit dem Fiat Grande Panda Elektro sowie dem Opel Corsa-e. Auch hier liegt der Schwerpunkt beim Basismodell „You Urban Range“ klar auf der städtischen Mobilität, die WLTP-Reichweite beträgt lediglich 204 Kilometer. Werden sämtliche Förderungen und Herstellernachlässe berücksichtigt, ergibt sich ein theoretischer Einstiegspreis von 7.990 Euro.
Fiat Grande Panda Elektro
UPE ab 24.990 Euro zzgl. Überführung
Wenn es um günstige Mobilität geht, genießt der Fiat Panda seit jeher einen guten Ruf - insbesondere in Italien. Auch in Deutschland soll der Panda nun als Elektroauto neu positioniert werden. Bereits in der Basis ist der optisch pfiffige Südländer deutlich teurer als Spring und ë-C3, soll nach Abzug der maximalen Förderung jedoch ebenfalls unter die 19.000-Euro-Marke rutschen. Der Preis mag attraktiv sein, doch Ausstattung und Reichweite (bis zu 320 km WLTP) bleiben überschaubar.
Renault Twingo E-Tech Electric
UPE ab 21.590 Euro zzgl. Überführung
Der neue Hoffnungsträger im Elektro-Kleinwagensegment soll der Renault Twingo E-Tech Electric werden. In kurzer Zeit, unter Nutzung eines chinesischen Joint Ventures, entwickelt und in Slowenien gebaut, soll der Elektro-Twingo mit maximaler Förderung ab 15.590 Euro Käufer anlocken. Einen zusätzlichen Herstellerbonus gibt es offiziell nicht. Die WLTP-Reichweite liegt bei 260 Kilometern, belastbare Testergebnisse stehen noch aus. Tipp für Geduldige: Im Laufe des Jahres 2026 folgt eine günstigere Basisversion - allerdings mit weiteren Abstrichen bei der Ausstattung.
Renault 5 E-Tech Electric
UPE ab 28.000 Euro zzgl. Überführung
Retro trifft Moderne – oder anders gesagt: der Sweetspot im elektrischen Kleinwagensegment. Der Renault 5 E-Tech überzeugt nicht nur optisch, sondern auch fahrdynamisch. Das lassen sich die Franzosen jedoch bezahlen: Der Listenpreis beginnt bei 28.000 Euro. Nach Abzug der staatlichen Förderung sinkt der Einstieg auf rund 22.000 Euro, dann allerdings ebenfalls nur mit der kleineren Urban-Range-Batterie für bis zu 312 Kilometer Reichweite. Pluspunkt: V2L-Laden ist bereits serienmäßig an Bord.
Opel Corsa-e
UPE ab 29.990 Euro zzgl. Überführung
Seit 2019 nahezu unverändert am Markt ist der elektrische Opel Corsa, der wie der Fiat Grande Panda und der Citroën ë-C3 auf der CMP-Plattform von Stellantis basiert. In dieser Übersicht ist er der teuerste Neuwagen, bietet mit bis zu 347 Kilometern WLTP-Reichweite jedoch auch die größte Reichweite. Nach Abzug der Förderung liegt der Einstiegspreis aktuell bei rund 25.490 Euro.
Perspektivwechsel: Gebraucht statt neu
So attraktiv geförderte Neuwagen auch wirken mögen: Ein gebrauchter Opel Corsa-e ist als Jahreswagen bereits deutlich unter 20.000 Euro zu haben. Auf ähnlichem Preisniveau finden sich sogar ausgewachsene Premium-SUVs wie der Audi e-tron (GE) (ab 2022 als Audi Q8 e-tron vermarktet). Mit einer Länge von 4,90 Metern bietet er deutlich mehr Auto fürs Geld, ein großzügiges Raumangebot und höhere Ladeleistungen als die günstigen Stadtstromer.
Natürlich gilt: Unterhalts- und langfristige Kosten werden im Vergleich höher ausfallen, zudem benötigt man entsprechenden Platz. Doch genau hier setzt der Perspektivwechsel an. Statt eines Audi e-tron ließe sich diese Argumentation ebenso auf einen VW ID.3 oder ein Tesla Model 3 übertragen. Die besten E-Auto-Schnäppchen warten also nicht nur im Online-Konfigurator, sondern vor allem bei den Gebrauchtwagenhändlern.
Gebrauchte E-Autos: Der Batteriezustand ist entscheidend
Unabhängig vom Modell, ob Audi e-tron, Opel Corsa-e oder ein anderes Elektroauto, entscheidet beim Gebrauchtkauf vor allem der Zustand der Batterie über Restwert und Alltagstauglichkeit. Käufer sollten sich zwingend über die Garantiebedingungen informieren und den State of Health (SoH) der Batterie auslesen sowie dokumentieren lassen.
Folgende Richtwerte für den SoH sollte man beim Gebrauchtwagenkauf beachten:
50.000 km Laufleistung: mindestens 92 % SoH
100.000 km Laufleistung: mindestens 88 % SoH
150.000 km und mehr: etwa 80–84 % SoH
Gerade bei älteren Elektroautos kann ein schlechter SoH die Reichweite, insbesondere im Winter, drastisch reduzieren. Transparenz von Seiten des Handels ist hier Pflicht und sollte eingefordert werden. (Text: tv | Bilder: Hersteller)
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