Kommentar zum Audi A6 e-tron (2025): Am Markt vorbei?

Der neue Audi A6 e-tron auf einen Blick
- Erster rein elektrischer Audi A6
- Optimistische Reichweite von bis zu 750 km
- Basiert auf der PPE-Plattform (Porsche Macan)
- Sportback mit einem cw-Wert von 0,21
- Grundpreis ab 75.600 Euro (Deutschland)
Der Audi A6 ist in 10 Jahren um rund 100 Prozent teurer geworden
Bevor wir uns dem neuen Audi A6 widmen, gehen wir zunächst zehn Jahre zurück. Nicht, um die alte Leier von wegen „Früher war alles besser“ abzuspulen, aber es sollte einen nachdenklich stimmen, wenn im Jahr 2014 die günstigste Audi A6 Limousine in Deutschland ab 38.400 Euro zu haben war. 100 Prozent Aufschlag in einer Dekade? Das kann nicht gesund sein und es muss die Frage gestellt werden, wo das hinführen wird. Nicht nur bei Audi, sondern auch bei BMW und Mercedes.
Premium ist bekanntlich in aller Munde und so geniert sich bei Audi auch niemand ob des bedenklich hohen Preisschildes. Doch die Realitäten am Markt, sie sehen mittlerweile anders aus. Die Verkäufe der eigenen Elektromobile (vor allem des Q8 e-tron) straucheln, das große China schwächelt als Gesamtmarkt. Dennoch ist kein (preisliches) Umdenken zu erkennen. Das primäre Ziel ist der Absatz möglichst teurer Fahrzeuge, wobei man gleichzeitig die kleinen Autos (der A1 wird bald Geschichte sein) immer mehr aus der Modellpalette streicht. Ja selbst die einst gutbürgerlichen Klassen (A4, A5 und A3) sind für die Massen unbezahlbar geworden. Ist das Kalkül oder einfach massives Missmanagement?
Vorsprung durch Technik?
Es gab Zeiten, da stand Audi im wahrsten Sinne für „Vorsprung durch Technik“: Quattro, Procon-ten, TDI, FSI, Aluminium-Space-Frame – alles technische Errungenschaften, die die Ingolstädter vorangetrieben haben. Technologien, die andere Hersteller in der jeweiligen Automobilepoche so nicht im Angebot hatten. Der neue Audi A6 e-tron schwimmt aber schon bei seinem Marktstart (der Bestellstart (!) soll erst im September sein) eher so mit, anstatt wirklich voran zu gehen.
Zunächst im Angebot: der Audi A6 e-tron performance (ab 75.600 Euro) und das vorläufige Top-Modell, der Audi S6 (ab 99.500 Euro). Während der 4,93 Meter lange und 1,92 Meter breite A6 e-tron nur mit einer 270 kW/367 PS (0-100 km/h in 5,4 s; Vmax 210 km/h) starken Synchronmaschine an der Hinterachse lieferbar ist, fährt der S6 e-tron mit einem weiteren Asynchronmotor an der Vorderachse vor. Systemleistung: 370 kW/503 PS (0-100 km/h in 3,9 s; Vmax 240 km/h) oder kurzzeitig bis zu 551 PS via Launch-Control.
Eine große Batterie für große Reichweiten
Als Stromspeicher kommt eine netto 94,9 kWh große Lithium-Ionen-Batterie (Gewicht rund 590 Kilogramm) zum Einsatz. Audi verspricht beim regulären A6 e-tron eine Reichweite von bis zu 750 Kilometern bei der Limousine, die jetzt Sportback heißt, und bis zu 720 Kilometern beim Avant. Der S6 e-tron soll dagegen um die 670 Kilometer schaffen. Es bleibt abzuwarten, was von diesen Reichweiten im echten Leben übrig bleibt.
Für das kommende Jahr sind zudem weitere A6-Varianten angekündigt. Unter anderem eine 210 kW/286 PS starke RWD-Einstiegsvariante und ein 315 kW/428 PS starkes Derivat mit Allrad. Ebenfalls in der Produkt-Pipeline steckt ein neuer RS 6. Grundlegend steht der neue Audi A6 auf der gleichen 800-Volt-Premium-Platform-Electric (PPE) wie der neue Audi Q6 e-tron und der elektrische Porsche Macan. Geladen werden kann folglich mit bis zu 270 kW am geeigneten DC-Schnelllader; an Wechselstrom-Stationen (AC) sind zwischen 11 und 22 kW möglich – je nachdem, ob man sich während der Bestellung für den optional stärkeren On-Board-Lader entschieden hat.
800 Volt sollen die Ladezeiten verkürzen
Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll rund 21 Minuten dauern und Saft für eine Wegstrecke von gut 310 Kilometern liefern. Ansonsten gibt es die üblichen Technikspielereien beim Fahrwerk: Adaptive Dämpfer und Luftfahrwerk – je nach Modell Serie oder gegen Aufpreis. Der cW-Wert soll ebenfalls sehr niedrige 0,21 (Sportback) beziehungsweise 0,24 erreichen und passend dazu gibt es aerodynamisch optimierte Räder im 19-, 20- oder 21-Zoll-Format.
Während der Audi A6 in Sachen Elektrotechnik und Fahrdynamik eher eine Evolution denn eine Revolution darstellt (der e-tron GT war vor vier Jahren in etwa auf dem gleichen Technikstand), will Audi im Innenraum wieder mehr Innovationsgeist erkennen lassen. Aber auch hier: Das Cockpit ist weitestgehend aus dem Q6 e-tron beziehungsweise den neuen A5-Modellen bekannt. Die Technikoase wird durch ein riesiges Curved-Panoramadisplay bespielt, das aus einem 11,9 Zoll Kombiinstrument und einem 14,5 Zoll großen Touchscreen besteht. Optional gibt es ein 10,9 Zoll messendes Beifahrerdisplay. Nicht fehlen darf natürlich ein raumfüllendes Head-up Display mit Augmented-Reality-Funktion.
Innen viel Hightech, aber auch Ernüchterung
Trotz des mittlerweile normalen Infotainment-Overkill unserer Zeit scheint der Innenraum des neuen A6 e-tron nicht alle Vor-Ort-Berichterstatter zufrieden gestimmt zu haben. Man liest in den Autogazetten von schlichten Materialien, die dem hohen Preisgebaren kaum angemessen sind. Das prüfen wir bei Gelegenheit gerne nach. Ansonsten gilt: Typisch großes E-Auto, gibt auch in der zweiten Sitzreihe großzügige Bewegungsfreiheit (Radstand 2,95 Meter). Der Audi A6 e-tron Sportback bietet zudem einen Kofferraum von 502 Litern, der auf 1.330 Liter erweiterbar ist. Der Avant fasst bei umgelegter Rückbank bis zu 1.422 Liter. Einen kleinen Frunk für die Ladekabel gibt es ebenfalls.
Erste Einschätzung
Auch wenn Audi 2025 günstigere Einstiegsvarianten des A6 e-tron anbieten wird, liegt der Einstiegspreis aktuell bei 75.600 Euro. Damit ist der erste elektrische Audi A6 für die meisten Privathaushalte in etwa so unerschwinglich wie ein BMW i5 oder ein Mercedes EQE, sei es zum Kaufen oder im Leasing. Für die aufgerufenen Summen liefert Audi indes solide Elektro-Hausmannskost nach Art des Hauses. Ob das am Ende allerdings ausreicht, um wieder einen Vorsprung auf die Mitbewerber herauszufahren, wird erst die Zukunft zeigen.
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