Mitsubishi Colt kommt als Clio-Kopie zurück

Todgesagte leben bekanntlich länger. Eigentlich plante Mitsubishi ein schleichendes Europa-Aus, von dem jetzt keine Rede mehr ist. Nach dem ASX bringen die Japaner noch in diesem Jahr den Colt zurück auf die Straßen. Auch hierbei hilft ihnen unübersehbar Renault.

Der Mitsubishi Colt zählt zu den dienstältesten Kleinwagen-Baureihen der Welt. Die erste Generation kam in Japan bereits 1962 auf den Markt, danach folgten acht weitere Auflagen. 2014 stellten die Japaner den Verkauf des Colt ein, als Nachfolger wurde der Kleinstwagen Space Star lanciert. Der preiswerte Fünftürer war in Deutschland zwischenzeitlich sogar der günstigste Neuwagen, noch vor dem Dacia Sandero. Mit der Wiedereinführung der Kleinwagen-Ikone wächst das Modellangebot bei den Japanern in absehbarer Zeit wieder auf fünf Modelle, denn auch das SUV Outlander wird 2024 einen Nachfolger erhalten.

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Mitsubishi Colt folgt als zweite Abziehbild-Variante eines Renault-Modells

Bereits der im Frühjahr gestartete Mini-Crossover Mitsubishi ASX basiert derweil auf einem Modell der Franzosen, dem Renault Captur. Mitsubishi hatte im Wesentlichen nur das Logo ausgetauscht, die Optionsliste gestrafft und das bewährte Gesamtpaket des Renault mit seiner fünfjährigen Garantie garniert. Ähnlich geschieht es nun mit dem Colt, der – deutlich sichtbar – eigentlich ein Renault Clio ist. Der hat kürzlich ein starkes Lifting bekommen, das auch der Mitsubishi übernimmt. Um sich wenigstens optisch ein wenig vom Vorbild abzusetzen, trägt er aber neben den Diamant-Logos zumindest eine leicht veränderte Kühlergrill-Grafik.

Bei Technik und Antrieb hingegen gibt es dagegen keine Unterschiede. Der Colt (Mitsubishi Colt Modellfamilie, Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,6-4,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 121-93 g/km)² erhält die gleichen Motoren wie der Clio, aber auch wie der Dacia Sandero. Gestartet wird mit einem 49 kW/67 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinderbenziner, den es auch in einer Turbo-Ausführung mit 67 kW/91 PS gibt. Dritte Option ist ein 105 kW/143 PS starker Vollhybrid auf Basis eines 1,6-Liter-Vierzylinders, der mit zwei E-Motoren kombiniert wird. Der elektrisch unterstützte Benziner nimmt sowohl die Rolle des Spar- als auch die des kräftigen Reisemotors ein; einen Diesel gibt es ebenso wenig wie ein Autogas-Triebwerk. Renault bietet für den Clio in Deutschland zumindest letzteres an, der Diesel ist in ausgewählten europäischen Märkten zu haben.

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Fünf Jahre Garantie als größte Unterscheidung zum Renault Clio

Bei Ausstattung und Assistenten vertraut der Colt ebenfalls auf die Grundlagen des Clio. In der Basisvariante sind unter anderem eine Tempoautomatik mit Geschwindigkeitsbegrenzer, der Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und ein Notbremsassistent mit Fahrraderkennung an Bord. Dazu kommen eine manuelle Klimaanlage, beheizbare und verstellbare Außenspiegel sowie die mittlerweile immer mehr zum Standard werdenden LED-Scheinwerfer. Neben dem Einstiegsmodell gibt es lediglich noch zwei weitere Varianten: „Plus“ mit Komfort-Zutaten wie Rückfahrkamera und beheiztem Lenkrad sowie „Top“ mit Kleinwagen-Luxus wie einem verbesserten Soundsystem und 360-Grad-Umfeldkameras. Darüber hinaus können nur noch die Karosseriefarbe sowie Zubehör, etwa ein Anhängekupplung, gewählt werden.

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Marktstart und Preise

Preise für den ab Oktober verfügbaren Colt nennt Mitsubishi nicht, lässt aber durchblicken, dass er auf einem ähnlichen Niveau wie der Renault Clio liegen wird. Zwischen 18.000 und 19.000 Euro dürften daher fällig werden. Die günstigere Alternative auf gleicher Technik-Plattform bleibt derweil der Dacia Sandero. Er startet mit Defiziten bei der Ausstattung schon bei 11.300 Euro. (Text: tv, hh/sp-x | Bilder: Hersteller)

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