Range Rover Sport 2022 – sportlicher Hochsitz

Sind wir gemein, wenn uns der neue Range Rover Sport (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,3-0,8 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 257-18 g/km)² von vorne irgendwie an den ebenfalls gerade aufgefrischten Kia Soul erinnert? Zusammengekniffene LED-Scheinwerfer, die schmale Kühlermaske und insgesamt sehr wenig Schnörkel – das bietet sowohl der Koreaner als auch der Brite. Ok, im Detail hinkt der Vergleich zwischen billigen Äpfeln und teuren Birnen ein wenig und überhaupt – man sehe sich diese Motorhaube an! Nicht nur Land Rover Design Manager Lee Perry ist von ihr fasziniert, auch wir attestieren ihr eine gewisse Stilsicherheit.
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Dritter Range Rover Sport setzt auf Kontinuität
Was wir meinen? Sie wirkt, als würde sie auf dem Unterbau schweben. Zudem sorgen ihre Abschlusskanten dafür, dass von den vorderen Scheinwerfern bis zu den schmalen Heckleuchten eine durchgehende Seitenlinie entsteht. Darauf sind sie in England sichtlich stolz, denn Design, so viel ist sicher, beherrschten Sie auf der Insel. Dass über Jahrzehnte hinweg Qualität und Zuverlässigkeit der Optik bisweilen hinten anstanden, davon will man bei Jaguar Land Rover schon seit mehr als einer Dekade nichts mehr wissen. Unter der Führung der indischen Tata-Gruppe wurde seit 2008 vieles besser und vor allem gelang es, eine Art Beständigkeit in das Modellprogramm zu integrieren.
Ab September 2022 wird der 4,95 Meter lange Range Rover Sport also schon in dritter Generation dem großen Bruder zur Seite gestellt, auf dessen Plattform er auch seit 2013 basieren darf. Zuvor teilte er sich die Bodengruppe mit dem Discovery, was ihn mit einem Mindestgewicht von 2,5 Tonnen weitaus schwerer werden ließ als die damaligen Mitbewerber um Porsche Cayenne oder BMW X5. Der Neue hingegen soll in der Basis knapp unter 2,4 Tonnen wiegen – immer noch adipös, aber weniger Schlimm als manch neues E-SUV. Mit Elektro derweil, hat es Land Rover weiterhin nicht so.
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Diesel, Benziner, PHEV und ein V8 von BMW
Mit den Modellen P440e und P510e stehen zwar gleich zwei Plug-in-Hybride im Konfigurator bereit, wobei die Nomenklatur der Gesamtleitung entspricht, doch eine rein elektrische Variante bleiben sie bis voraussichtlich 2024 weiterhin schuldig. Immerhin sollen beide Teilzeitstromer nach WLTP bis zu 100 Kilometer ohne Zuhilfenahme des Reihensechszylinders auskommen – vierzylindrige Hybrid-Eskapaden wie beim Defender ersparte man sich glücklicherweise. Im wichtigen US-Markt spielen indes andere Antriebe eine viel größere Rolle.
P530 beispielsweise setzt auf einen 4,4-Liter-Biturbo-V8, der dementsprechend 530 PS und maximal 750 Newtonmeter Drehmoment leistet. Klingt irgendwoher bekannt? Richtig, denn die Engländer setzten bei der vorläufigen Topmotorisierung auf Beistand aus Bayern. BMW steuert das Aggregat bei, das mit identischen Leistungswerten zum Beispiel im aktuellen M550i (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,0-10,3 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 250-235 g/km)² verbaut wird. In 4,4 Sekunden geht es mit dem Bayernherz auf Tempo 100, abgeregelt wird bei vernünftigen 250 Stundenkilometer. Zumindest so lange, bis die SVO-Version des Range Rover Sport angekündigt wird.
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Gute Serienausstattung, optional ein echter Offroader
Unterhalb dessen gibt es die Auswahl auf einen Mild-Hybrid 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Benziner (P400) sowie einen identisch großen 48-Volt-Reihensechszylinder-Diesel in drei Leistungsvarianten von 249 bis 350 PS. Letztere dürften sich vor allem in Deutschland ganz gut verkaufen lassen, glänzen die Selbstzünder zumindest auf dem Papier mit Verbräuchen um 7,5 Liter auf 100 Kilometer. Gekoppelt sind die Motoren jeweils an ein bekanntes 8-Gang-Automatikgetriebe von ZF, wobei weiterhin die Option auf ein zweistufiges Verteilergetriebe besteht. Weitere Gelände-Hilfen sind im Angebot, bislang wird aber nur die die Top-Version mit einem Sperrdifferenzial an der Hinterachse angeboten.
Luftfederung, adaptive Dämpfung und Wankneigungskontrolle gehen derweil immer als Serienausstattung durch, genauso wie der moderne Innenraum mit seinem zentralen 13,1 Zoll Touchscreen. Der digitale Tachoeinsatz kommt weiterhin auf eine Größe von 12,3 Zoll. Fortschrittlich zeigt sich zudem ein neues Soundsystem im Range Rover Sport, dass auch Lautsprecher in den Kopfstützen zu bieten hat. Es leistet stolze 1.430 Watt und kann mittels Gegenschall störende Fahr- oder andere Nebengeräusche ausblenden.
Marktstart und Preise
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich bereits im Konfigurator mächtig austoben. Die Preise starten für den schwächsten Diesel ab 93.000 Euro und reichen zunächst bis zur 530 PS starken First Edition ab 142.600 Euro. Doch auch dann ist noch reichlich Raum für Individualisierungen. Die Markteinführung in Deutschland erfolgt offiziell im September 2022. (Text: tv | Bilder: Hersteller)
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