Test Kia Stinger GT: Gute alte Zeit?

Der Kia Stinger GT im Überblick
Stärken
- - Preis-Leistungs-Verhältnis
- - Überzeugende Motor-Getriebe-Kombination
- - Reichhaltige Serienausstattung
- - Sicheres Fahrverhalten
Schwächen
- - Hoher Verbrauch und kleiner Tank
- - Langsame Multimediaeinheit
- - CarPlay nur kabelgebunden
- - Spurhalteassistent nach jedem Start aktiviert
Gereifte Sportlimousine
Seit knapp vier Jahren ist der Kia Stinger mittlerweile auf dem Markt. Letztes Jahr gab es ein mehr oder weniger umfangreiches Facelift, seither ist der koreanische Stachel nur noch mit der 366 PS starken, doppelt aufgeladenen V6-Motorisierung erhältlich (Kraftstoffverbrauch kombiniert 10,4 l/100 km; CO₂-Emission kombiniert 238 g/km). Es wurde also noch einmal Zeit für eine ausgiebige Probefahrt.
Immer noch eine Kampfansage?
Wer sich ein wenig näher mit den Daten und Informationen zum Kia Stinger beschäftigt, kann fast nur zu dem Schluss kommen, dass der Stachel bei der deutschen Premiumkonkurrenz ziemlich tief sitzt. Die Optik eines europäischen viertürigen Sportwagens, besagte 366 PS samt Allradantrieb und eine volle Ausstattung in der Größenordnung eines Mercedes CLS zum Preis einer - um bei Mercedes zu bleiben - mit dem nötigsten ausgestatteten 300 PS-A-Klasse. Das war schon vor vier Jahren eine Kampfansage, an der sich bis heute nichts geändert hat.
Nur geringfügig änderte sich der äußerliche Auftritt des Kia Stinger seit dem jüngsten Facelift im August 2020, mit dem unter anderem eine neue Heckleuchtengrafik und neue Felgendesigns Einzug hielten. In technischer Hinsicht ist seither das mechanische Sperrdifferenzial an der Hinterachse serienmäßig vorhanden. Der Innenraum profitiert von neuen Zierelementen aus Alcantara sowie einem größeren Touchscreen für die serienmäßige Multimediaeinheit. Sitzposition, Platzverhältnisse und Qualitätsanmutung passen im Wesentlichen, lediglich das Lenkrad fühlt sich nach wie vor etwas zu sehr nach künstlichen Leder an.
Fahren und nicht gefahren werden
Man fährt im Kia Stinger GT auf angenehme Weise analog. Zwar ist seine Plattform (auf der übrigens auch der jüngst gefahrene Genesis G80 aufbaut) nicht die Allerjüngste. Der Fahrer erhält aber womöglich gerade deshalb überzeugend viel Rückmeldung durch Lenkung und Fahrwerk. Beim Rangieren und in engen Kurven sind die Verspannungen im Antriebsstrang ähnlich hoch wie in einem alten Audi Quattro. Bei höheren Geschwindigkeiten ist davon nichts mehr zu spüren. Da überzeugt der Stinger GT vielmehr mit einer exzellenten Straßenlage, die eine straffe Federung, unverändert ausreichend Rückmeldung und dennoch genügend Fahrkomfort miteinander vereint. Auch wenn wir bemerken wollen, dass die Federung uns rein subjektiv und aus der Erinnerung heraus etwas straffer vorkam als beim Vorfacelift-Modell.
Überzeugender Antriebsstrang
Die Motor-Getriebe-Kombination agiert hingegen so gelassen wie eh und jeh. Der Achtgang-Wandler harmoniert perfekt mit dem üppigen Drehmoment-Berg von 510 Newtonmetern und hält den 3.3 V6 im Regelfall nur knapp über Leerlaufdrehzahl. Bei Bedarf sind kleinere Fahrstufen blitzschnell zur Hand, die Reaktion auf Gas- und Schaltbefehle an den Lenkradtasten ebenso. Im Sportmodus werden die Gänge mehr oder minder so schnell wie möglich reingeprügelt, dass es eine wahre Freude ist. Dazu passt der in der Lautstärke meist zurückhaltende, aber dennoch vom Klangbild sportliche Auftritt des Sechszylinders, der sich bei Bedarf (also: nie) noch künstlich über das Optionsmenü verstärken lässt.
Jetzt darf man sich von den 366 Papier-PS nicht zu sehr blenden lassen: Damit ist der Stinger GT angemessen, aber sicher nicht übermotorisiert. Zwischensprints beim Überholen oder auf der Autobahn gelingen überzeugend zügig, oberhalb von 200 km/h hat der V6 aber zunehmend Mühe, den gut zwei Tonnen schweren Kia zügig zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit von wohlgemerkt 270 km/h ist daher realistisch nur mit genügend Anlauffläche erreichbar.
Zu kleiner Tank, zu hoher Verbrauch
Solche Aktionen sind allerdings nur selten ohne Zwischenstopp wiederholbar, denn dafür stehen Verbrauch und Tankgröße nicht in Relation. Unter 10 Liter Verbrauch waren nur unter strengster Einhaltung der Tempolimits auf eidgenössischen Autobahnen realisierbar, in der Regel lagen wir eher bei 11 Litern und mehr im Schnitt. Bei häufiger Ausnutzung der 366 PS können auch gut und gerne 18 Liter im Bordcomputer stehen - und dann sind 60 Liter Tankinhalt nicht viel.
Etwas die Fahrfreude getrübt hat der Spurhalteassistent, der nach jedem Neustart als einziger Fahrassistent wieder aktiviert war und den Stinger mehr nervös tänzelnd als stur geradeaus die Spur halten ließ. Auch mit jedem Aktivieren des Abstandstempomaten war dieser Assistent aktiv. Alle anderen Themen ließen sich allerdings komfortabel im Untermenü deaktivieren bzw. den persönlichen Vorlieben anpassen. Offene Wünsche? Ein Abstandstempomat, der nicht rechts überholt und Apple CarPlay, das kabellos funktioniert.
Fazit
Der Kia Stinger GT ist in den letzten vier Jahren zu einer noch erwachseneren, ernstzunehmenden Sportlimousine gereift. Er verkörpert in gewisser Weise eine schöne, analoge Automobilwelt ohne E-Boost oder automatischem Fahren und dafür mit Rückmeldung, Sound und Seele. Wer das zu einem erschwinglichen Preis sucht, macht mit dem Stinger alles richtig. (Text und Bild: Maximilian Planker)
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