Informationen zu Saab
In den 1980er Jahren wird Saab zum Hersteller von Lifestyle-Cars
Hohes Sicherheitsniveau, sportliches Fahrverhalten dank innovativer Turbotechnologie und individuelles Design, das waren die Attribute, die sich in den 1980er Jahren mit den Limousinen, Coupés und Cabriolets des kleinen schwedischen Autoherstellers Saab verbanden. In den skandinavischen Ländern gehörte Saab neben Volvo zum nationalen Kulturerbe, im Rest Europas und insbesondere auch in den USA galten die Autos aus Schweden als Ausdruck des Non-Konformismus. Zu verdanken hatte der Hersteller diesen Ruf vor allem seinem Klassiker Saab 900, der ab dem Jahr 1979 beinahe 15 Jahre ohne größere Veränderungen gebaut wurde und seit Mitte der 1980er Jahre als Cabrio zum Lifestyle-Car avancierte. Obwohl der Saab 900 fast eine Million Mal vom Band lief, war den Schweden klar, dass diese Stückzahlen nicht ausreichten, um in einer zunehmend globalisierten Automobilindustrie die hohen Entwicklungskosten für neue Modelle einzufahren.
Der niederländische Sportwagenbauer Spyke rettet Saab vor dem Aus
Das Management setzte daher zunächst auf eine Kooperation mit dem italienischen Fiat-Konzern, mit dem der Saab 9000 als Limousine in der Kategorie oberhalb des 900er entwickelt wurde. Im Jahr 1989 stieg dann der amerikanische Konzern General Motors (GM) bei Saab ein und stellte den Schweden Bauplattformen zur Verfügung. Im Jahr 2000 übernahm GM die 1947 gegründete Traditionsfirma Saab vollständig und band den europäischen Vertrieb in das Händlernetz seiner Tochter Opel ein. Trotz neuer Modellgenerationen wie Saab 9-5- und Saab 9-3 und einer Erweiterung der Produktpalette durch Sport Utility Vehicles (SUV) wie den Saab 9-2X für den US-Markt, blieb der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg allerdings aus. Saab drohte die Insolvenz, und erst in letzter Minute fand GM Anfang des Jahres 2010 mit dem niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars einen Käufer für seine schwedische Tochter, mit dem die Produktion der Mittelklasse-Limousinen, Cabrios und Kombis weitergeführt werden sollte.
Zu Beginn der Unternehmensgeschichte setzt Saab auf Sportwagen für den US-Markt
Dass ausgerechnet ein Hersteller von Sportwagen das Überleben des in jüngerer Zeit als Mittelklasse-Hersteller etablierten Unternehmens rettete, gehörte zu den Merkwürdigkeiten im Zuge der weltweiten Umstrukturierung der Automobilindustrie. Blickt man jedoch auf die Firmengeschichte von Saab zurück, hat das Engagement von Spyker Cars durchaus eine historische Grundlage. Denn mit den vom Beginn der 1950er Jahre bis 1974 in Kleinauflage produzierten Saab Sonett hatten die Schweden zu Beginn ihrer Karriere puristische Roadster in britischer Fahrzeugtradition und italienisch anmutende Coupés im Programm, die vor allem in den USA dafür sorgten, dass die Marke Saab dort bekannt wurde. In Europa wurden in dieser Zeit hingegen die rundlichen Kompaktwagen der 90er-Reihe vermarktet, die die Vorläufer des Klassikers Saab 900 waren.
Den größten Erfolg hatten die Schweden mit ihrem Klassiker Saab 900
Mit dem Einsatz zuverlässiger Turboaufladung und vorbildlicher Sicherheitstechnik gelang es den Schweden, mit der Mittelklasse-Limousine Saab 900 einen Klassiker zu schaffen, von dem zwischen 1979 und 1994 knapp eine Million Fahrzeuge verkauft wurden und der heute als Liebhaberfahrzeug gehandelt wird. Erfolgreich wurde auch die Ende des Jahres 1986 vorgestellte Cabrio-Version des Saab 900, die als zeitlos elegant gelobt wurde. Erweitert wurde die Modellpalette im Jahr 1985 mit der größeren Limousine Saab 9000, die in Zusammenarbeit mit Fiat konzipiert worden war und bis ins Jahr 1998 gebaut wurde. Unter der Regie von GM brachten die Schweden dann von 1993 bis 1998 die zweite Generation des Saab 900 auf den Markt, die ebenfalls als Limousine und Cabriolet angeboten wurde und erstmals auf der Grundlage von GM-Technik basierte.
Die neueren Modelle der Mittelklasse von Saab
Mit dem Saab 9-3 als Nachfolger des Saab 900 und dem auf den Saab 9000 folgenden Saab 9-5 brachten die Schweden unter dem Dach von GM ab dem Jahr 1997 ihre Modelle unter neuer Bezeichnung auf den Markt. Im Jahr 1999 stellten die Schweden im Saab 9-3 erstmals einen Dieselmotor vor. In der ab 2002 gebauten Generation feierte der erste Saab-Kombi Premiere, von dem es im Baujahr 2009 unter der Bezeichnung Saab 9-3X dann auch eine Allradversion gab. In der oberen Mittelklasse hatte der schwedische Hersteller mit den Limousinen und Kombis der Baureihe Saab 9-5 im Jahr 2005 als einer der ersten Autobauer ein Fahrzeug im Programm, das serienmäßig für den Betrieb mit Bio-Ethanol ausgelegt war. Unter dem neuen Eigentümer Spyker Cars sollte im Jahr 2010 die zweite Generation des Saab 9-5 vom Band laufen. GM hingegen sicherte sich das Recht, einen Nachfolger des vornehmlich für den US-Markt gedachten SUV Saab 9-7X zu bauen, der ab dem Jahr 2005 in den USA gefertigt wurde und als Saab 9-4X im Baujahr 2011 neu aufgelegt werden sollte.































