Kia EV9 – neuer Strom-Luxus aus Korea

Kia und vor allem die Muttergesellschaft Hyundai denken bekanntlich in großen Maßstäben. Eben solche wurden nun auch für den Kia EV9 angewendet (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)². Gemäß der bereits gezeigten Studie dürfte auch die nun vorgestellte Serienversion des großen Strom-SUV in der Länge 4,93 Meter und in der Höhe 1,79 Meter messen. Mit einem Radstand von 3,10 Meter wird der EV9 sogar den BMW iX (3,00 Meter) überflügeln. Wo wir gerade beim Münchner Autobauer angelangt sind: Erste Bilder zeigen, neben einer sehr gradlinigen, futuristischen Außengestaltung, auch nette Details. So wird die Heckklappe zweigeteilt zu öffnen sein – wie zum Beispiel auch bei BMW X5 und X7 der Fall.
Große Displaylandschaft, luftige Platzverhältnisse
Eben mit jener Fahrzeugklasse will man sich offensichtlich auch messen lassen, nicht nur was die Außenabmessungen angeht. Im weitestgehend tierfreien Innenraum verspricht Kia viel Luftigkeit und Premiummaterialien. Da die Koreaner bislang nur scheibchenweise Informationen zum EV9 preisgeben, beziehen wir unser Wissen zunächst aus dem vorliegenden Bildmaterial. Hier fällt am Cockpit zunächst auf, dass nicht auf echte Drehregler und Knöpfe verzichtet wird. Das Lenkrad ist in Ansätzen hexagonal ausgeführt, an das futuristische Steuerelement aus dem Konzeptfahrzeug reicht es jedoch nicht heran.
Dagegen nahezu eins zu eins aus der Studie übernommen ist die ineinander übergehende Displaylandschaft. Das Instrumentenkombi, aber auch der Infotainment-Bildschirm messen jeweils 12,3 Zoll, dazwischen befindet sich nochmals ein Verbindungsbildschirm mit einer Größe von fünf Zoll. Es zeigt auf den ersten Pressefotos die Klimasteuerung an. Der Gangwahlhebel wandert erstmals bei einem Elektro-Kia von der Mittelkonsole an die Lenksäule.
Kia EV9 mit Vis-à-Vis-Bestuhlung und 800-Volt-Technik
Im Fond dann eine Überraschung in Form einer entgegen der Fahrtrichtung platzierten Businessbestuhlung. Die Sitze lassen sich in der zweiten Reihen offensichtlich vollständig drehen, auch um den Einstieg in eben diese zu erleichtern. Weitere Kinder- beziehungsweise Notsitze finden sich in der dritten, wohl optionalen Reihe. Damit wird der Kia EV9 mindestens zum Sechssitzer. Sichtbar sind in der letzten Reihe zudem Cupholder, USB-Steckplätze und Lüftungsdüsen im Dachhimmel. Alle Sitze der zweiten und dritten Reihe lassen sich vollständig umlegen und ergeben eine riesige, ebene Ladefläche. Details zu Abmessungen und Stauvolumen nennen die Koreaner noch nicht.
Gleiches gilt übrigens für den Antrieb. Allerdings wissen wir, dass der Kia EV9, wie alle aktuellen Hyundai/Kia/Genesis Stromer auf der E-GMP-Plattform basiert, was den sicheren Einsatz von 800-Volt-Technik bedeutet. Man muss daher auch nicht allzu tief in die Glaskugel blicken, um zu erahnen, dass der EV9 in der Basis mit einem 150 kW starken Heckantrieb vorfahren könnte. Die stärkeren Varianten könnten dann zwei Elektromotoren, Allrad und zunächst bis zu 300 kW Leistung erhalten. Spannend wird es dagegen bei der Batteriegröße. Als einzige Kennzahl gab Kia bekannt, dass der EV9 wohl bis zu 540 Kilometer weit stromern soll. Das wäre mehr als beim EV6 und würde zumindest in der Top-Variante gegen die Verwendung der bekannten 77 kWh-Batterie sprechen. Viel eher ist davon auszugehen, dass Kia hier nochmals 10 bis 15 kWh draufsatteln wird.
Marktstart und Preise
Der Marktstart des Kia EV9 soll in Europa voraussichtlich nicht vor Ende 2023 angepeilt sein, zu Preisen schweigen sich die Koreaner bislang aus. Betrachtet man allerdings die Fahrzeuggröße, die Motor- und Batterieleistung und die Preisgestaltung anderer Kia-Modelle im Vergleich zum Mitbewerberumfeld, dürfte sich der Einstiegspreis zwischen 54.000 und 59.000 Euro bewegen. (Text: tv | Bilder: Hersteller)
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