Porsche 911 GT3 S/C (2026): Starke Technik, schwache Geschichte

Der neue 911 GT3 S/C bringt alles mit, was Enthusiasten lieben. Doch ausgerechnet die marketinggetriebene Inszenierung nimmt dem 510 PS starken Cabriolet einen Teil seiner Klarheit. Und damit auch etwas von der Begehrlichkeit.

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Ein 510 PS starkes Frischluftvergnügen mit Handschaltung

Der neue Porsche 911 GT3 S/C bringt eigentlich alles mit, was sich Enthusiasten wünschen. Denn die technischen Daten lesen sich wie ein Feinschmeckermenü für Autofans: Ein 4,0-Liter-Hochdrehzahl-Saugmotor, 510 PS, Handschaltung, 0-100-km/h in 3,9 Sekunden, Vmax 313 km/h, nur zwei Sitze und ein Stoffverdeck. Nach Studieren der Pressemitteilung kommt man daher auch eher zum Ergebnis, dass nicht das Auto an sich das Problem ist. Aber die Art, wie Porsche darüber erzählen will.

Wer sich mit der Historie der Marke ein wenig auskennt, wird bestimmt bemerkt haben, dass es den Beinamen „SC“ in der Vergangenheit bereits gab. Ab 1978 war der 911 Super Carrera allerdings kein absurd hochpreisiges Lifestyle-Modell, sondern ein bodenständiger 3,0-Liter-Elfer der G-Serie. Gerade deshalb wirkt es auf den Porschefan etwas bemüht, wenn die Stuttgarter jetzt ein GT-Spitzenmodell mit dem Kürzel „S/C“ schmücken. Der Name soll ganz offensichtlich eine gewisse Heritage transportieren, wobei sich hier kaum leugnen lässt, dass der saubere Bezug zur Geschichte eher nicht gegeben ist. Aufgrund der Übernahme zahlreicher Leichtbauteile wäre daher auch die Bezeichnung S/T Cabriolet sicherlich nicht völlig falsch.

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Kein Speedster, aber trotzdem leicht

Derweil mag der ein oder andere in den Teaserfotos der letzten Tage eine Neuauflage des 911 Speedster erkannt haben. Doch der letzte Speedster auf Basis des 991.2 bekommt vorerst keinen Nachfolger. Statt einer um 50 Millimeter niedrigeren Frontscheibe, eines leichten manuellen Stoffdachs sowie der charakteristischen „Double Bubble“-Streamlinern hinter den Vordersitzen gibt es ein vollautomatisches Verdeck. Die Carrera-Cabriolet-Karosserie bietet ungleich mehr Komfort und mehr Alltagstauglichkeit. Dieser Ansatz ist für ein nicht limitiertes Modell sicherlich nicht ganz falsch, aber erwartet man bei einem 911 GT3 S/C nicht dennoch etwas mehr Purismus?

Diesen will Porsche immerhin beim Thema Gewicht bieten. Stichwort: 911 S/T. So nennen die Stuttgarter für den S/C ein Leergewicht von 1.497 Kilogramm – gerade einmal 32 Kilo mehr als 2019 für den 911 Speedster. Für ein mitunter sehr normales Cabriolet durchaus respektabel. Was man über die Preise allerdings nicht schreiben kann. Bereits der Grundpreis von 269.000 Euro ist eine Ansage. Noch extremer wird es beim optionalen „Street-Style-Paket“ für knapp 28.000 Euro. So viel Geld für ein paar Dekografiken, spezielle Farben und Interieurdetails ist selbst in solch einer Fahrzeugklasse alles andere als preiswert.

Zum Vergleich: Der aktuelle 911 GT3 mit Touring-Paket startet im deutschen Konfigurator bei 209.000 Euro.

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Erste Einschätzung

Der nicht limitierte Porsche 911 GT3 S/C lässt sich derzeit schwer einordnen. Die Stuttgarter kombinieren viele bekannte Elemente (SC im Namen, eine gewisse Speedster-Anmutung und den Touring-Charakter) zu einem sehr teuren Gesamtpaket. Das kann man aus Marketingsicht als clever bezeichnen. Am Ende wirkt es jedoch weniger konsequent als bei früheren 911-Varianten. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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