Aquaplaning bei Breitreifen - das richtige Fahrverhalten

Beim Aquaplaning kann der Autoreifen das Wasser auf der Fahrbahn nicht mehr verdrängen: Der Reifen schwimmt auf und der Kontakt zur Fahrbahn geht verloren. Besonders stark ist der Effekt bei Breitreifen - falls solche an Ihrem Pkw verbaut sind, sollten Sie einige Tipps zur Fahrsicherheit beherzigen.

Aquaplaning ist gefährlich

  • Vor allem im Herbst und im Spätsommer kommt es vermehrt zu starken Regenfällen, auf den Straßen gilt dann besondere Vorsicht. Für Sie und andere Teilnehmer im Straßenverkehr steigt die Aquaplaning-Gefahr.
  • Aquaplaning bedeutet, dass ein Autoreifen das Wasser auf der Fahrbahn nicht mehr verdrängen kann. In diesem Moment schwimmt der Reifen auf und es entsteht ein Keil in Form von Wasser. Dieser bäumt sich vor dem Reifen auf und es entsteht kein Fahrbahnkontakt mehr.
  • Verliert das Fahrzeug den Kontakt zur Straße, lässt sich der Wagen weder lenken noch abbremsen. Grundsätzlich ist Aquaplaning mit allen Reifen gefährlich, die Gefahr erhöht sich jedoch mit der Verwendung von Breitreifen.
  • Je breiter die Reifen, desto größer die Gefahr von Aquaplaning. Denn diese besitzen eine breitere Auflagefläche als schmalere Artgenossen. Dies bedeutet, dass Breitreifen auf nasser Fahrbahn mehr Wasser vor sich herschieben, die Reifen schneller aufschwemmen und das Wasser nur langsam zu den Seiten abfließen kann. Breite Reifen verfügen in diesem Fall über einen sehr geringen Rollwiderstand.

Richtiges Verhalten mit Breitreifen

  • Zum Aufschwemmen der Reifen kann es bereits bei einer Fahrgeschwindigkeit von 60 km/h kommen. Auf regennasser Fahrbahn lässt sich bevorstehendes Aquaplaning bereits durch ein Geräusch feststellen. Hören Sie überschüssiges Wasser durch die Radkästen rauschen, dann stellen Sie sich auf Aquaplaning ein.
  • In diesem Fall ist es nötig, vom Gas zu gehen, drosseln Sie die Geschwindigkeit und treten Sie dabei die Kupplung. Je langsamer das Fahrzeug fährt, desto schneller können die Reifen den nötigen Kontakt zum Boden finden.
  • Bleiben sie ruhig, halten Sie das Lenkrad fest, aber führen Sie keine ruckartigen Lenkbewegungen durch. Besondere Vorsicht ist beim Überholen und Spurwechsel geboten, denn hier entstehen oft Spurrillen. Geraten Sie in eine Spurrille, entsteht einseitiges Aquaplaning und der Wagen beginnt in Richtung der Spurrille zu ziehen. Vergleichbar ist das Fahrverhalten mit einem stärkeren Seitenwind. Spüren Sie diese Art von Ziehen, halten sie den Lenker gut fest und wirken sie dem Ziehen entgegen. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich, bei Aquaplaning Überholen und den Spurwechsel zu vermeiden.

Aquaplaning - regelmäßige Kontrolle ist wichtig

  • Damit die Reifen und vor allem Breitreifen auf Aquaplaning vorbereitet sind, ist eine regelmäßige Kontrolle nötig. Messen Sie das Reifenprofil auf der kompletten Breite der Lauffläche und ersetzen Sie abgefahrene Reifen frühzeitig.
  • Für eine abfallende Sicherheit und den Verlust der Kontrolle im Fall von Aquaplaning ist eine Tiefe des Profils von 3,5 mm die Richtlinie. Liegen Ihre Reifen unter diesem Wert, steigt die Gefahr im Straßenverkehr bei Regen um einiges.
  • Achten Sie beim Kauf von neuen Reifen auf gute Eigenschaft bei Nässe und nasser Fahrbahn. Erkundigen Sie sich im Vorfeld ausreichend über die möglichen Modelle und befragen Sie einen Fachmann. Es lohnt sich ebenfalls, Test- und Erfahrungsberichte im Internet zu lesen.

Alle Artikel

E10-Liste: Welche Autos vertragen E10?

Lautes Abrollgeräusch bei Reifen - Ursachen und Konsequenzen

Power Diesel - Vor- und Nachteile

Mehr anzeigen