Erster Test: Mercedes-Benz CLA Shooting Brake – Designer-Kombi

In Stuttgart schießt man sich auf jüngere Kunden ein: Mit dem CLA hat Mercedes-Benz einen ersten Volltreffer gelandet, und deshalb wird jetzt nachgeladen: Die Shooting Brake genannte Abwandlung des seit 2013 erhältlichen, voll durchgestylten Viertürers soll das extrovertierte CLA-Design mit hohem Nutzwert kombinieren. Das Ergebnis ist ein sportlicher Typ mit markanten Gesichtszügen, windschnittiger Silhouette und großem Raumangebot, dessen praktischen Eigenschaften allerdings nicht so stark ausgeprägt sind, wie die Ankündigungen erwarten lassen. Der Wikipedia-Definition, dass man als Shooting Brake ein “Coupé mit Steilheck, mehr Kombi als Limousine” bezeichne, entspricht die 4,63 Meter lange, 1,78 Meter breite und 1,44 Meter hohe Nachwuchskraft jedenfalls nicht, denn der Wagen endet in einem Schrägheck.
Große Klappe, kleine Öffnung
Die Zusatz-Information, wonach Shooting Brake-Fahrzeuge insgesamt sportlicher und eleganter gestaltet seien als Kombis, dürfte hingegen speziell bei jüngeren Betrachtern auf Zustimmung stoßen. Das klappenbewehrte Heck, das den CLA Shooting Brake vom CLA unterscheidet und auf der Rechnung mit rund 600 Euro zu Buche schlägt, fügt sich nämlich prima in die Coupé-Linie ein. Die Kofferraumöffnung ist größer als beim CLA, jedoch so seltsam zugeschnitten, dass Großformatiges kaum problemos über die - obendrein ziemlich hohe - Ladekante ins 495 bis 1354 Liter fassende Gepäckabteil verfrachtet werden kann: Wäre es darum gegangen, einen echten Kombi zu entwickeln, müsste sich der Designer, der diese Luke entworfen hat, in Grund und Boden schämen.
Die Bau- und Möbelmärkte besuchende Autofahrer-Fraktion hat Mercedes-Benz allerdings nicht im Visier; mit dem Pseudo-Kombi peilt sie vielmehr den Design-orientierten Käufernachwuchs an, der es frecher, frischer mag und die klassischen Mercedes-Modelle langweilig findet. Bei diesem Kundenkreis steht nicht der Lastentransport im Vordergrund, es reicht, dass der Kofferraum besser zu beladen ist als der eines CLA ohne Heckklappe und die Fondpassagiere nicht unter der Coupe-Linie leiden, sondern erstaunlich viel Kopffreiheit vorfinden.
In der ersten Reihe sind die Reisenden sowieso gut untergebracht; dass Sitzlehne und Kopfstütze eine Einheit bilden, ist freilich nicht der Weisheit letzter Schluss, und dass die Sicht nach hinten mehr als dürftig ist, sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Die Rückfahrkamera stellt bei Autos dieser Art keine Gönn-ich-mir-halt-Zutat dar, sondern ist ein schwer entbehrliches, 375 Euro teures Hilfsmittel - genauso wie der aktive Parkassistent (803 Euro). Die vorbildliche Aerodynamik - cw-Wert: 0,26 - hat eben auch Schattenseiten.
Schlecht ablesbare Tacho-Skala
Anlass zur Kritik gibt auch die Instrumentierung: Die runden Anzeigen im Fahrerblickfeld - allen voran die Zahlen auf der eng angelegten Tacho-Skala - sind schlecht ablesbar. Richtig kritisch wird’s, wenn die Sonne von hinten ins Auto fällt, weil dann die Abdeckungen zu Reflexionsflächen mutieren. Doch selbst wenn die Sonne von vorne scheint, macht sie sich störend bemerkbar: Unter diesen Umständen spiegeln sich die Lüftungsschlitze und die Oberseite der Instrumententafel in der Windschutzscheibe.
Unterm Blech ist die Phantasie der Fahrzeugentwickler nicht ins Kraut geschossen, denn dort braucht’s keine optischen Anreize, sondern solide Technik, und davon hat Mercedes-Benz reichlich auf Lager. Wie die A-Klasse- verfügen auch die CLA-Modelle über einen Frontantrieb - ausgereifte Basis für ein tadelloses Fahrverhalten. An Lenkung, Bremsen und Federungskomfort gibt es gleichfalls nichts auszusetzen, und die Motorenpalette ist erst recht geeignet, einen großen Kundenkreis für das neue Modell zu begeistern.
Für 29.810 Euro liefert Mercedes-Benz den Shooting Brake mit 122 PS starkem 1,6-Liter Benziner; rund 3.000 Euro mehr kostet die Designerware, wenn dieser Vierzylinder 156 PS bereitstellt. Die Preisskala des dritten Benziners mit 2,0 Liter Hubraum und 211 PS startet bei gut 39.000 Euro, und soll’s ein Diesel sein, sind mindestens 34.540 Euro einzukalkulieren. Dafür liefert der Händler den 200 CDI mit 136 PS. 177 PS, die ebenfalls unter Zufuhr von Diesel-Kraftstoff in 2,2 Liter Hubraum erzeugt werden, verhelfen dem Wagen zur Typbezeichnung CLA 220 CDI und steigern den Grundpreis auf 39.062 Euro.
Alle Motoren mit Ausnahme der 1,6-Liter-Benziner sind optional mit Allradantrieb zu ordern. Der Aufpreis beträgt rund 2200 Euro, fällt beim 200 CDI 4matic jedoch deutlich höher aus, weil Mercedes-Benz ein Siebengang-Direktschaltgetriebe statt des serienmäßigen Sechsgang-Handschaltgetriebes obendrauf gepackt hat.
AMG-Variante mit 360 PS
Bei CLA 240 und CLA 220 CDI fällt diese Wahlmöglichkeit weg - sie treten wie das von der Sportwagen-Tochter AMG aufgewertete Topmodell der Baureihe grundsätzlich mit 7G-DCT-Getriebe an. Im CLA 45 AMG - ab 57.269 Euro - trägt es die Zusatzbezeichnung Speedshift, beschleunigt den Wagen in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und macht maximal 360 PS und 450 Nm nutzbar. Erzeugt werden Leistung und Drehmoment in einem 2,0-Liter-Turbomotor, dem Mercedes-Benz stolz attestiert, er sei der “weltweit stärkste in Serie produzierte Vierzylinder”.
Die Serienausstattung umfasst unter anderem ein Multimediasystem mit Sieben-Zoll-Display auf der Mittelkonsole und etliche Assistenzsysteme. Dennoch verspricht das Studium der 68 Seiten starken Preisliste ebensoviel Lust wie Frust: Die Veredlungsangebote in der Abteilung Sonderausstattungen sind verlockend, die Preise hoch. Wer mit orangefarbenen Einsätzen an Front, Heck, Felgen und Außenspiegeln Farbe bekennen und so noch mehr Aufsehen erregen will, sich also für die OrangeArt Edition entscheidet, muss - abhängig von der Motorisierung - beispielsweise zwischen 6.509 und 8.270 Euro zusätzlich anlegen.
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