Test: VW Golf GT – Doppel-Lader

Vorweg das optische: Ein GT-Emblem im schwarz umrandeten Kühlergrill zeichnet den viertürigen Golf als Sportler aus, am Heck gibt’s einen kleinen TSI-Schriftzug. Die großen Lufteinlässe in der Frontschürze und üppige 18-Zöller passen gut zum dynamischen Auftritt. Das war’s dann aber auch, der Rest ist wie bei jedem Golf.
Erhältlich ist der Golf GT Sport mit nahezu der kompletten Motorenpalette, angefangen beim 102 PS starken 1.6 bis zum 170 PS starken Diesel. Ein Aggregat ist ihm allerdings exklusiv vorbehalten: Der ebenfalls 170 PS starke 1.4 TSI. Schon sind wir wieder beim Thema Motorgrößen: VW ist bei der TSI-Serie eindrucksvolles downsizing gelungen. Wer denkt, ein 1.390 Kubikzentimeter großer Vierzylinder hat mit sportlichem Fahren soviel zu tun, wie ein Zwölfzylinder mit Umweltschutz, der irrt.
Große Ausbeute
Stattliche 170 PS entlocken die Ingenieure dem Motörchen. Natürlich gibt das Aggregat die Leistung nicht ganz freiwillig her, doch Benzindirekteinspritzung und Doppelaufladung zwingen es dazu. Sowohl ein mechanischer Kompressor als auch ein Abgas-Turbolader schaufeln Frischluft in die Brennkammern.
Als erstes kommt der Kompressor zum Einsatz: Er wird per Riementrieb direkt von der Kurbelwelle in Bewegung gesetzt und sorgt schon bei niedrigsten Touren für ordentlich Ladedruck und vermeidet das Turboloch. Der Turbolader setzt im mittleren Drehzahlbereich ein und sorgt auch oben raus noch für Leistung.
Kein Turboloch
Auf dem Papier stehen 240 Newtonmeter bei 1.750 Umdrehungen. Wie aber sieht es in der Praxis aus? - Sehr gut! Schon bei knapp über 1.000 Touren hängt der Vierzylinder gut am Gas, schiebt den 1,3-Tonnen-Golf unnachlässig nach vorne.
Unser Testwagen ist mit dem superschnell schaltenden DSG ausgestattet und legt den Sprint auf 100 km/h in respektablen 7,7 Sekunden zurück. Ruckfrei wechselt das Doppelkupplungsgetriebe die Gänge, händische Eingriffe sind zwar möglich, aber überflüssig.
Drehfreudig
Mit beschwingter Leichtigkeit dreht das Aggregat hoch, bei 3.500 Touren wird der Kompressor abgekoppelt, da nicht mehr benötigt. Freudig marschiert die Nadel des Drehzahlmessers zur 6.000er-Marke, dann liegt die volle Leistung an. Erst jenseits der 7.000 Touren gebietet der Drehzahlbegrenzer Einhalt. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 218 km/h.
Passend zum dynamischen Motor spendiert VW dem GT ein strafferes Sportfahrwerk. Der Golf zeigt auch bei flotter Kurvenfahrt kaum Seitenneigung. Die exakte Lenkung arbeitet leichtgängig, lässt den Fahrer jederzeit Herr der Lage sein. Das serienmäßige ESP muss nur selten einem Untersteuern entgegen wirken.
Reise-Sportler
Tadellos auch die standardmäßig verbauten Sportsitze, sie halten Fahrer und Beifahrer fest im Griff. Das straffe Polster bietet auch auf längeren Strecken guten Sitzkomfort. Ebenso reisetauglich ist der Kofferraum: zwischen 350 und 1.305 Liter schluckt der Golf mit umklappbarer Rückbank.
Alles schön und gut - doch meist ist der Haken der Verbrauch. Nicht so beim Golf GT. VW gibt einen kombinierten Konsum von 7,7 Liter Super an. Wer es ganz sachte angeht, schafft die sechs vorm Komma. Bei unserer flotten Testfahrt zeigte der Bordcomputer knapp acht Liter an. Daraus resultiert ein CO2-Ausstoß von unter 200 Gramm pro Kilometer - gemessen an der sportlichen Leistung ein guter Wert.
Fazit
26.200 Euro verlangt VW für den 170 PS starken Golf GT mit DSG - und liefert dafür einen ausgereiften Sportler, der jede Menge Fahrspaß bietet und mit moderatem Verbrauch Umwelt und Geldbeutel schont. Einzig das nicht gerade aufregende Golf-Design könnte die Kaufentscheidung noch negativ beeinflussen.
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