VW ID.3 Neo (2026) im ersten Check: Endlich richtig gut!

Der neue VW ID.3 Neo auf einen Blick
Was uns gefällt
Schalter, überall Schalter. Und natürlich der Retro-Modus.
Was wir vermissen
Die Preise für die Neuauflage.
Perfekt wenn man ...
... jetzt auf ein E-Auto umsteigen will.
Die Alternativen
Cupra Born, Kia EV3, MG4, Tesla Model 3 (Basis)
Stärken
- Durchdachtes Bedienkonzept
- Hochauflösende Displays
- Gute Grundausstattung
Schwächen
- Basis mit niedriger Ladeleistung
- Keine Dach- und Anhängelast
- Weiterhin kein Frunk
Das neue Bedienkonzept des VW ID.3 Neo - so und nicht anders!
Schalter, überall Schalter. Am Lenkrad, für die Heizung - der Fahrer hat sogar wieder vier physische Bedienelemente für die Fensterscheiben. Und dann, fast so, als würde man sich VW-intern ganz besonders über ihn freuen: die Rückkehr des Drehreglers für die Lautstärke, zentral auf der Mittelkonsole positioniert. So und nicht anders hätte das Cockpit des ersten reinen Elektroautos aus Wolfsburg gleich von Anfang an aussehen müssen. Doch erst der ID.3 Neo erlöst uns von den wenig geliebten Touch-Elementen.
Aber es geht noch weiter. Das hochauflösende, 12,9 Zoll große Mittendisplay zeigt eine deutlich aufgeräumte und farblich reduzierte Benutzeroberfläche. Kartendarstellung und Menüwechsel gelingen ausgesprochen flüssig, und wer sich, zumindest ein Stück weit, in die 1980er-Jahre zurückversetzen will, kann das mit dem serienmäßigen Retro-Modus tun. Dieser ändert nicht nur die Darstellung des Hauptmenüs, sondern auf Wunsch auch die Anzeige im ebenfalls neuen 10,25-Zoll-Fahrerdisplay.
Allein mit diesen Änderungen scheint man nun endgültig einen Schlussstrich unter die Diess-Ära ziehen zu wollen, als Tesla noch als Vorbild galt. Das neue Vorbild lautet (wieder): Volkswagen.
Bildergalerie: VW ID.3 Neo (2026)

Effizientere Antriebe sorgen für bis zu 630 Kilometer Reichweite
Indes wagt der knapp 4,29 Meter lange ID.3 Neo äußerlich den Schulterschluss zum VW Golf, von dem er sich doch einst deutlich distanzieren sollte. Während die Frontpartie mit dem breiten Signaturleuchtband und dem strahlenden Logo die Designsprache künftiger Elektromodelle aus Wolfsburg vorwegnimmt, deutet besonders das neugestaltete Heck in Richtung des Verbrenner-Kollegen. Dach und Heckklappe werden fortan in Wagenfarbe lackiert, was die Rückleuchten deutlich stärker hervorhebt. Eben wie beim klassischen Golf.
Antriebsseitig tut sich ebenfalls einiges. Fans der Luftfahrtbranche werden sich beim ID.3 Neo vielleicht an die Airbus-A320neo-Familie erinnert fühlen, bei denen der angehängte Schriftzug für „New Engine Option“ steht. Diese Übersetzung trifft gleichermaßen auf den Volkswagen zu. Dessen bisheriger Standardantrieb APP310 wird zugunsten der Nachfolgegenerationen APP350 und APP550 abgelöst. Die Zahlen beziehen sich dabei auf das maximale Drehmoment, wobei der Standard-ID.3 in drei Leistungsstufen mit 125, 140 und 170 kW auf den Markt kommt. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt dann das neue Topmodells mit 550 Newtonmetern.
Zur Markteinführung des VW ID.3 Neo im Juli 2026 gibt es wie bisher drei Leistungsstufen und drei Batteriegrößen zur Auswahl. Einen Überblick bietet die folgende Tabelle.
Technische Daten VW ID.3 Neo (2026)
| Antrieb | MEB+, Heckantrieb |
| Batteriegrößen (netto) | 50 kWh, 58 kWh, 79 kWh |
| Leistung mit 50 kWh-Batterie | 125 kW (170 PS) |
| Leistung mit 58-kWh-Batterie | 140 kW (190 PS) |
| Leistung mit 79-kWh-Batterie | 170 kW (231 PS) |
| Ladeleistungen DC (max.) | 105 kW (50 und 58 kWh) und 183 kW (79 kWh) |
| Ladezeiten DC (10 - 80 %) | 50 / 58 kWh ca. 29 min und 79 kWh ca. 26 min |
| Reichweitenprognose |
ca. 417 km (50 kWh) ca. 494 km (58 kWh) ca. 630 km (79 kWh) |
| Länge | 4.287 mm |
| Breite | 1.809 mm |
| Höhe | 1.554 mm |
| Radstand | 2.764 mm |
| Kofferraumvolumen | 385 - 1.267 Liter |
Bekannte Ausstattungsbezeichnungen kehren zurück
Ebenfalls zurück kommen die seit Jahren etablierten Ausstattungsbezeichnungen „Trend“, „Life“ und „Style“. Sie ersetzen die Varianten „Pure“, „Pro“ und „Pro S“, unter denen sich viele langjährige VW-Kunden nur wenig vorstellen konnten.
Angesprochen auf die neuen Ausstattungslinien überrascht bereits der ID.3 Neo Trend mit einer durchaus vorzeigbaren Serienausstattung. Diese beinhaltet unter anderem: Keyless Go, Wireless Apple CarPlay und Android Auto, anklappbare Außenspiegel, eine in zehn Farben einstellbare Ambientebeleuchtung, die Fahrprofilauswahl, den Sprachassistenten IDA sowie zahlreiche Assistenzsysteme. Unter anderem ist die automatische Distanzregelung ACC immer mit an Bord. Als nachträglich (on demand) freischaltbare Funktion ist zudem die Lenkradheizung verfügbar.
Erste Sitzprobe und Fazit
Wir könnten an dieser Stelle selbstverständlich weitere Details aus der Pressemappe herunterbeten, doch vermittelt das kaum einen Eindruck davon, wie gut der neue ID.3 Neo tatsächlich geworden ist. Ja, das sind große Vorschusslorbeeren. Doch darf man auch einmal loben, was gefällt und was wirklich einen Unterschied zum Vorgänger macht. Die Verantwortlichen bei Volkswagen zeigen mit dieser Neuauflage klar, dass sie das Kundenfeedback ein für alle Mal verstanden haben, und reißen als Beleg für den Kurswechsel gleich das ganze Cockpit aus einem Bestandsmodell heraus.
Gut so! Keine Experimente mehr bei der Bedienung, die Materialien wirken wertig, und bereits mit der Basisversion dürften viele Kunden zurechtkommen. Dass es jetzt endlich einen ID.3 mit einer Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) gibt, war ebenfalls lange überfällig. Bleibt nur noch eine Frage in Richtung Volkswagen offen: Wie viel soll der elektrische Neuanfang in der Kompaktklasse kosten? Der aktuelle ID.3 startet bei etwa 33.300 Euro. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
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