VW ID. Polo (2026): Neuer Volksstromer ab 24.995 Euro

Der VW ID. Polo auf einen Blick
Was uns gefällt
Wie unaufgeregt der ID. Polo aussieht.
Was wir vermissen
Den ersten Fahreindruck.
Perfekt wenn man ...
... ein "normales" E-Auto für die Stadt sucht.
Die Alternativen
Renault 5, Kia EV2, Hyundai Ioniq 3, Cupra Raval
Stärken
- Stimmiges Design
- Gutes Raumangebot
- Logische Bedienung
Schwächen
- Kein Frunk
- Teils einfache Materialien
- Basispreis eher Lockangebot
Das Versprechen vom 25.000-Euro-Elektroauto
Der neue ID. Polo startet mit einem klaren Versprechen: Die E-Mobilität von Volkswagen soll ab 24.995 Euro endlich massentauglich werden. In der Basis sollen dafür bis zu 329 Kilometer Reichweite ausreichen - fünf Sitze und bis zu 441 Liter Kofferraumvolumen runden das Paket ab. Das klingt ordentlich, aber nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre bei Volkswagen bleibt eine gewisse Zurückhaltung angebracht. Zu oft wurden große Versprechen gemacht, die das fertige Auto dann nur teilweise einlösen konnte.
Nach einer ersten Sitzprobe im Hamburger Fotostudio wirkt der Elektro-Polo diesmal allerdings durchaus fertig entwickelt und deutlich näher an dem, was die Kunden in dieser Klasse wirklich erwarten. Denn der VW ID. Polo will nicht bloß ein weiterer Stromer im Kleinwagenformat sein. Er soll für Volkswagen ein Neustart im besten Sinne werden: ein bezahlbares Elektroauto für viele, vernünftig bedienbar, ordentlich verarbeitet und sauber verpackt - und das ganz ohne den Drang früherer VW-ID-Modelle, ihre Modernität ständig demonstrieren zu müssen.
| Abmessungen & Marktinfos | VW ID. Polo |
|---|---|
| Länge | 4.053 mm |
| Breite | 1.816 mm |
| Höhe | 1.530 mm |
| Radstand | 2.600 mm |
| Kofferraum | 441 - 1.243 Liter |
| Leergewicht | ab 1.568 kg / 1.576 kg |
| Vorverkauf | ab Ende April 2026 |
| Einstiegspreis | ab 24.995 Euro |
Bildergalerie: VW ID. Polo (2026)

Außen dezent, innen mit viel Raum
Schon äußerlich wirkt der 4,05 Meter kurze ID. Polo erfreulich normal - was auch daran liegen mag, dass sich die Designer vom Golf I inspirieren lassen haben. Die Proportionen passen, die Front ist freundlich statt bemüht futuristisch, und auch das Heck fügt sich sauber ins Gesamtbild. Das Auto drängt sich nicht auf, sondern überzeugt durch Stimmigkeit. Obendrein wird das Design durch einen niedrigen cw-Wert von 0,264 abgerundet. Kurz gesagt: Der ID. Polo sieht nicht aus wie ein hastig fertiggestelltes Konzept, sondern wie ein Volkswagen, der erst in zweiter Linie elektrisch ist. Und das ist ausdrücklich positiv gemeint.
Innen wird es dann noch interessanter. Volkswagen hat, ähnlich wie beim ID.3 Neo, auf Kundenkritik reagiert. Es gibt wieder echte Tasten am Lenkrad, vier Fensterheberschalter für den Fahrer, eine separate Leiste für die Klimabedienung und sogar einen klassischen Drehregler für die Lautstärke. Dinge, die viele Käufer der ersten ID-Modelle ausdrücklich vermisst haben. Das Cockpit mit 10-Zoll-Digitalanzeige und 13-Zoll-Infotainment wirkt aufgeräumt und zugänglich. Die serienmäßige Retro-Anzeige ist mehr als ein Gimmick, sie nimmt den Displays etwas von ihrer Kühle und zeigt, dass man sich wieder stärker mit Details beschäftigt.
Der Innenraum macht insgesamt eine gute Figur. Für diese Preisklasse wirkt vieles ordentlich verarbeitet, auch wenn an einigen Stellen, wie etwa die Oberseite der Türtafeln, einfache Kunststoffe verbaut sind - was wenig überrascht. Wichtiger für einen Großteil der Kunden dürfte ohnehin die Kombination aus bekannter VW-Ergonomie und dem großzügigen Raumangebot sein. Vor allem der Kofferraum sticht mit 441 Litern heraus und bietet echten Alltagsnutzen. Allein, dass unter den Ladeboden noch zwei Getränkekisten passen, ist ein Highlight. Ein weiterer Punkt: Der ID. Polo darf bis zu 1.200 Kilogramm schwere Anhänger ziehen. Die Stützlast der Anhängerkupplung liegt bei 75 Kilogramm.
Ist der Preis des ID. Polo doch nicht so heiß?
Genau hier beginnen aber auch einige Einschränkungen: Der attraktive Einstiegspreis bezieht sich auf die Basisversion „Trend“, und die ist laut offizieller Pressemitteilung spürbar abgespeckt. Zwar ist DC-Laden immer serienmäßig, aber zentrale Funktionen wie die Smartphone-Anbindung via Apple CarPlay und Android Auto gibt es offenbar erst ab der Ausstattung „Life“. Damit fehlt ausgerechnet im Basismodell etwas, das viele inzwischen als selbstverständlich ansehen.
Hinzu kommt Volkswagens Strategie, Funktionen nachträglich freizuschalten. So ist etwa die Lenkradheizung im ID. Polo immer verbaut, kann aber nur bei der Wahl der richtigen Ausstattungslinie oder nachträglich über die den VW In-Car-Shop kostenpflichtig freigeschaltet werden. Das hinterlässt einen etwas faden Beigeschmack.
Unklar ist zum Zeitpunkt der Texterstellung zudem, wie hoch die Preise der beiden höheren Ausstattungsvarianten ausfällt. Gerade die vorläufige Top-Version „Style“ mit Features wie Matrix-LED-Scheinwerfern, besseren Sport-Sitzen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und zusätzlichen Assistenzsystemen wird spürbar teurer werden.
Der ID. Polo wird zum Fronttriebler auf MEB+-Basis
Währenddessen bringt der neue VW ID. Polo vieles mit, was Mitbewerber im Kompaktsegment schon seit einigen Monaten bieten. Die neue MEB+-Plattform setzt wieder auf Front- statt Heckantrieb, was Kosten, Gewicht und Bauraum zugutekommen soll. Weitere Neuerungen betreffen die serienmäßige Einführung von Vehicle-to-Load sowie den Einsatz von Scheibenbremsen rundherum.
Beim Antrieb (APP290) gibt es zunächst drei Leistungsstufen mit 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS) sowie zwei Akkugrößen mit 37 und 52 kWh netto. Die kleinere LFP-Batterie soll nach WLTP bis zu 329 Kilometer schaffen, die größere NMC-Version bis zu 455 Kilometer. Geladen wird DC mit bis zu 90 beziehungsweise 105 kW, die Standardladung von 10 auf 80 Prozent dauert rund 24 bis 27 Minuten. Das wirkt in den Datenblättern zunächst alles grundsolide, muss sich aber auch im Alltag beweisen.
| Technische Daten | VW ID. Polo |
|---|---|
| Plattform | MEB+ |
| Antrieb | APP290 / Frontantrieb |
| Leistung | 85 kW / 99 kW / 155 kW |
| Batterie | 37 kWh oder 52 kWh netto |
| Reichweite | bis zu 329 km / bis zu 455 km |
| DC-Ladeleistung | bis zu 90 kW / bis zu 105 kW |
| Vmax | 160 km/h |
| Ladezeit 10–80 % | ca. 27 min / ca. 24 min |
Erstes Fazit
Auf den ersten Blick hat der VW ID. Polo das Potenzial zum Kassenschlager. Optisch wirkt er stimmig, technisch ausgereift und bietet ein überraschend großzügiges Raumangebot. Die größten Fragezeichen bleiben jedoch beim Preis: Der Einstiegspreis der abgespeckten Trend-Variante erscheint eher wie ein gut gemeintes Lockangebot. Damit relativiert sich Volkswagens Versprechen eines Elektroautos für unter 25.000 Euro schnell. Auch ein weiterer Aspekt verdient eine kritische Betrachtung: Der neue Elektro-Polo wird in Spanien produziert, nicht in Wolfsburg - keine sonderlich gute Nachricht für den Standort Deutschland. (Text: Thomas Vogelhuber | Bild: Hersteller)
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