Kaufberater: VW Passat (Fahrwerk) – Von gemütlich bis verbindlich

Dem Thema Fahrwerk schenken die Wolfsburger besondere Beachtung. So gibt es neben dem Basis-Stahlfahrwerk zusätzlich noch als Option die Niveauregulierung an der Hinterachse. Beide werden mit 16- oder 17-Zoll-Rädern ausgeliefert. Überdies hält Volkswagen ein Sportfahrwerk und das elektronisch veränderbare DCC bereit. Doch damit nicht genug: Wer mit dem Passat auch abseits befestigter Straßen eine gute Figur abgeben will, kommt um das hoch gelegte Schlechtwegefahrwerk nicht herum. Keine Wahl gibt es hingegen beim Bluemotion, er hat ganz besondere Dämpfer und Federn mit auf den Weg bekommen.
Alle Varianten haben ihre Eigenheiten. Überdies besitzt jeder Motor seine ganz individuelle Abstimmung mit an das Fahrzeuggewicht angepassten Feder- und Dämpferelementen. Tendenziell ist der Fahrkomfort bei kleinen Benzinern am höchsten, da hier das geringste Motorgewicht auf der Vorderachse lastet. Ein 3,2-Liter-V6 ist von Haus aus straffer abgestimmt als ein 1.6er.
Nachteil Passat CC: Ihn gibt es nur mit Sportfahrwerk oder elektronisch regelbarem DCC-System.
Standard
Mit dem Standardfahrwerk werden außer Sportline, R36 und Bluemotion erst einmal alle Ausstattungslinien ausgeliefert. In der Kombination mit 16-Zoll-Felgen fährt hier ein sehr ausgewogenes, gutmütiges und komfortables Setup vor, das nicht gleich bei der ersten Kurvenhatz kapituliert. Die sportlichen Talente sind so ausgeprägt, dass sie für den öffentlichen Straßenverkehr mehr als ausreichend sind. Wer die Direktheit in der Lenkung weiter steigern möchte, bestellt 17-Zoll-Räder mit 235/45er-Reifen. Der Komfort leidet nur marginal, die Straßenlage verbessert sich spürbar.
Fazit: Wer das Standardfahrwerk mit 17-Zoll-Alurädern wählt, macht alles richtig. Diese Kombination sieht schick aus und meistert die Gratwanderung zwischen Komfort und Sport bravourös.
Niveauregulierung
Wer oft mit schwerem Gepäck unterwegs ist oder hin und wieder einen Anhänger ziehen muss, sollte die Niveauregulierung an der Hinterachse für gut 700 Euro ordern. Selbst wenn das Fahrzeug an die Beladungsgrenze von maximal 670 Kilogramm kommt, steht der Passat in originaler Standhöhe auf der Straße. Das Fahrzeug bleibt mit Niveauregulierung auch in Notsituationen berechenbarer, direkter und vermittelt mehr Sicherheit. Der Fahrkomfort verschlechtert sich aufgrund des Nivomats, wie das System von Zulieferer ZF Sachs heißt, nur geringfügig.
Fazit: Wenn der Passat zum Lastesel werden soll oder einen Anhänger zieht, muss der Nivomat rein.
Sport
Das Sportfahrwerk installiert VW von Haus aus im CC, im R36, in allen Sportline-Modellen und modellübergreifend in alle, die mit mindestens 18 Zoll großen Felgen geordert werden. Allerdings gibt es auch beim Sportfahrwerk spürbare Unterschiede. So ist das Grundlayout im CC eine passende Ergänzung zum sportlich eleganten Fahrzeug. Im R36 ist das Sportfahrwerk eine Notwendigkeit und zudem perfekt ausbalanciert. Trotz 235/40-R18-Reifen verteilt es keine fiesen Stöße an die R36-Insassen. Gleichzeitig klebt das Topmodell auf der Straße, dass es nicht mehr feierlich ist.
Beim Sportline und allen Varianten, die optional für 275 Euro mit dem 15 Millimeter tiefer gelegten Setup unterwegs sind, vermiest es den Spaß am Passatfahren. Zwar sieht das Gesamtbild aufgrund der Tieferlegung deutlich dynamischer aus, dafür hoppelt er aber über Unebenheiten, nervt mit Stuckern bei Autobahnquerfugen und macht aus der eigentlichen Reiselimousine einen verkappten Sportwagen. Klar, mit der harten Abstimmung kann man noch schneller um die Kurven pfeifen, dafür leidet die Alltagstauglichkeit spürbar.
Fazit: Die Abstimmung im R36 ist gelungen. Genauso eindeutig muss allerdings in allen anderen Varianten (ausgenommen CC) vom Sportfahrwerk abgeraten werden, es sei denn, der Komfort steht weit unten in der Wunschliste.
DCC
Das neue, adaptive Fahrwerk DCC wird seit der Einführung des Passat CC auch in die anderen Karosserieformen angeboten. Mittlerweile ist es für gut 1.000 Euro Aufpreis in Kombination mit fast allen Motorisierungen lieferbar. Ausnahmen sind der Bluemotion und der Einstiegsbenziner mit 1,6 Liter Hubraum.
DCC soll den Spagat aus Komfort und Dynamik schaffen und somit guten Luftfahrwerken ebenbürtig sein. Grundsätzlich liegen DCC-Passats rund zehn Millimeter tiefer als Modelle mit Standardfahrwerk. Die Besonderheit des DCC sind aber dessen Verstellmöglichkeiten hinsichtlich der Dämpferkennung und Abstimmung der elektromechanischen Servolenkung. Zur Auswahl stehen die Programme Comfort, Normal und Sport. Ausgewählt werden die verschiedenen Setups über den Taster neben dem Schalthebel. Die Unterschiede in der Direktheit des Fahrwerks ergeben sich durch eine veränderte Durchflussgeschwindigkeit des Dämpferöls durch die Ventile. Mehr Öldurchfluss = weicher, weniger Durchfluss = härter.
Grundsätzlich ist DCC auch in der Einstellung Comfort straffer als ein Fahrzeug mit normalem Fahrwerk. Die Einstellung Sport ist überflüssig, es sei denn, man ist auf der Nordschleife nach Bestzeiten aus. Normal soll Roll- und Nickbewegungen vermeiden und die Dämpfung ständig an die Fahrbahnbedingungen anpassen. Wenn Komfort Priorität hat, sollte man DCC weglassen. Wenn man gerne spielt, sollte DCC bestellt werden. Spürbare Vorteile bringt es jedoch nicht. DCC ist serienmäßig im CC 3.6.
Fazit: Für den Spieltrieb gut, sonst eher überflüssig.
Schlechtwege
Von ganz anderem Kaliber ist das Schlechtwegefahrwerk mit massivem Unterbodenschutz, das die Karosserie von Limousine und Variant um rund 20 Millimeter anhebt. Diese Anhebung erfolgt mittels neuer Federn und Dämpfer. Diese sind härter als die Serien-Pendants, was starke Karosserieschwingungen und damit eventuelles Aufsetzen abseits befestigter Straßen verhindern kann.
Auf der Straße sind keinerlei Einbußen spürbar. Im Gegenteil: Die Abstimmung ist fahraktiv und kann als sportlich bezeichnet werden. Durch das Schlechtwegefahrwerk mit Unterbodenschutz verändert sich der Passat nicht nur optisch. Mit der Höherlegung geht eine geringfügige Verschlechterung der Aerodynamik einher, die wiederum die Höchstgeschwindigkeit verringert. In Kombination mit dem 4Motion-Allradantrieb im 2.0 FSI und 2.0 TDI lassen sich so gewappnet auch üble Wege meistern. Der Aufpreis beträgt 545 Euro und ist bei allen Trend-, Comfort- und Highline zubuchbar.
Fazit: Für Jäger, Bauingenieure und alle, die keine befestigten Straßen zum Haus haben. Oder aber für alle, die einfach entspannter Einsteigen wollen.
Bluemotion
Der Letzte im Bunde ist der Bluemotion. Ihn gibt es ausschließlich mit einem 16-Zoll-Fahrwerk, das den Wagen mittels kürzerer Federn dem Erdboden um gut zehn Millimeter näher bringt und die Aerodynamik im Verbund mit weiteren Maßnahmen verbessert. Die Abstimmung ist straffer als bei den Serienfahrwerken, aber noch deutlich komfortabler als beim Sportfahrwerk. Der Bluemotion ist stets auf der sicheren Seite und schiebt erst spät über die Vorderachse. Die Abstimmung ist die vielleicht stimmigste. Langstrecken meistert er gelassen.
Fazit: Man hat ohnehin keine andere Wahl. Aber die Bluemotion-Abstimmung bietet den besten Kompromiss.
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