Informationen zu smart
Der smart Konzern ist ein sehr junges Unternehmen, kann aber als
100-prozentige Tochtergesellschaft der Daimler AG dennoch auf Forschung
und Erfahrung zurückgreifen. Die Gründung der smart
GmbH bahnte sich erst 1993 an: Im Januar des Jahres kam bei der
damaligen Mercedes-Benz
AG erstmals der Gedanke eines großstadttauglichen
Kleinwagens auf, und eine Machbarkeitsstudie wurde erstellt.
Anschließend ging für Konzernverhältnisse
alles relativ schnell: Im März 1993 wurde auf einer
Pressekonferenz das geplante Joint Venture der Mercedes-Benz AG mit
Nicolas Hayeks SMH (heute The Swatch Group Ltd aus der Schweiz)
über die gemeinsame Entwicklung, Produktion und Vertrieb
verkündet, woraufhin im April die Micro Compact Car AG mit
Biel in der Schweiz als Unternehmenszentrale gegründet wurde.
Eine schöne Anekdote ist die gar nicht so offensichtliche
Namensgebung des Konzerns: Auf den ersten Blick sollte man vermuten,
dass sich smart auf das englische Wort „smart“, was
so viel wie schlau oder intelligent bedeutet, bezieht.
Natürlich ist dies ein Fingerzeig auf die unkonventionelle,
neue und ideenreiche Konzeption des Unternehmens, aber es verbirgt sich
doch ein wenig mehr hinter diesem Kürzel. Das
„s“ von Swatch, das „m“ von
Mercedes und schließlich das englische Wort
„art“ geben zusammen erstens den Firmennamen, aber
gleichzeitig auch das Logo und die Ideologie des Unternehmens wieder.
„Art“ bedeutet Kunst und soll so den ganz
eigenwilligen, modernen und individuellen Charakter der Autos
repräsentieren. Des Weiteren hat sich smart selbst dazu
entschlossen, den Firmennamen klein zuschreiben, um erstens dem
Anspruch als Kleinwagen- und Stadtflitzer-Hersteller zu unterstreichen
und gleichzeitig die ursprüngliche Gleichberechtigung der
beiden Gründerfirmen zu betonen.
Nachdem Forschung und Entwicklung zügig voran gingen, war im
September 1995 erstmals eine smart-Konzeptstudie auf der Frankfurter
Automobilmesse IAA zu sehen. Aufgrund der positiven Resonanz auf diese
Studie wurde die Entwicklung weiter forciert, und genau zwei Jahre nach
der Präsentation des Konzeptes wiederum auf der IAA das smart
city-coupé (heute smart
fortwo coupé) erstmals offiziell ausgestellt. Am
27. Oktober 1997 weihte smart das Produktionswerk im
französischen Hambach, das seither
„smartville“ genannt wird, in Gegenwart von
Bundeskanzler Helmut Kohl und dem französischen
Premierminister Jacques Chirac, die das Werk und damit smart an sich
als Beleg der deutsch-französischen Freundschaft sahen, ein.
Im Oktober des darauf folgenden Jahres wurde das smart
city-coupé in Mitteleuropa in den Markt eingeführt,
im November übernahm die damalige Daimler-Benz AG MCC (Micro
Compact Car) smart zu 100 Prozent, die Firmenleitung wurde von Biel
nach Renningen bei Stuttgart
verlegt. Charakteristisch für den jungen Konzern: smart
verkauft als erster Automobilhersteller seit 1999 Fahrzeuge
über das Internet.
In den nächsten Jahren erschloss sich smart einen immer
größeren Markt,
das smart cabrio fand in den südlichen Metropolen regen
Absatz; der
asiatische – speziell der japanische Markt –
für den ein extra schmales
Modell, der smart k (japanisch kei-jidousha, zu deutsch: leichtes,
einfaches Fahrzeug), entwickelt wurde, war von den praktischen Kleinwagen
nicht nur wegen der Lösung der Parkplatzproblematik
begeistert, sondern auch von dem relativ geringen Verbrauch.
Im April 2002 wurde die smart BRABUS
GmbH als Joint Venture gegründet. Im März 2004 kamen
die ersten BRABUS Modelle (smart
roadster BRABUS und smart roadster-coupé BRABUS) auf den
Markt – zeitgleich mit dem ersten 4-sitzigen smart, dem smart
forfour, der in Kooperation mit dem japanischen
Automobilhersteller Mitsubishi
entstand. Auch zu diesem Modell gab es seit Februar 2005 eine von
BRABUS veredelte Variante.
Zum Jahresende 2006 wurde die im September 2002 umfirmierte smart
GmbH in die damalige DaimlerChrysler AG
überführt; zuvor war Ende 2005 die Vertriebsstruktur
geändert worden: Mit dem Jahreswechsel waren die meisten bis
dato selbständigen „Smart-Center“
geschlossen worden, Verkauf und Service werden seitdem vor allem von
bestehenden Daimler-Niederlassungen in einem Shop-In-Shop-Konzept
betrieben. Parallel dazu warten und verkaufen zahlreiche autorisierte
Autohäuser den smart.
Nachdem die smart GmbH jahrelang neben der inzwischen bis auf 19,9
Prozent wieder verkauften US-Beteiligung Chrysler
der Hauptverlustbringer des Muttterkonzerns war – bis
Jahresende 2005 belief sich der Gesamtverlust auf über 4,2
Milliarden Euro –, ist man inzwischen auf einem guten Weg,
den traditionell nur mäßig kleinwagenfreundlichen
US-amerikanischen Markt zu erschließen: Nach einer
erfolgreichen Marketingkampagne und Registrierungsphase für
Kaufinteressenten wird der smart fortwo seit Februar 2008 an Kunden in
den USA ausgeliefert.
Seit Ende 2007 läuft in London das Pilotprojekt
„smart fortwo electric drive“, wo 100 smart fortwo
der ersten Generation mit Elektroantrieb in der Innenstadt unterwegs
sind und von dortigen Firmen und öffentlichen Einrichtungen
als Flottenfahrzeuge eingesetzt werden. Ab 2010 startet smart die
Auslieferung des smart fortwo „electric drive“ an
ausgewählte Kunden in nennenswerter Stückzahl. Einen
ersten Einsatz finden die Fahrzeuge dabei im Rahmen einer Kooperation
zwischen der Daimler AG und RWE in Berlin: 100 Fahrzeuge der neuen
smart fortwo Generation werden mit Elektroantrieb unterwegs sein und
können an 500 Ladestationen aufgeladen werden. Dabei setzt
smart mit der Lithium-Ionen-Batterie auf zukunftsorientierte
Technologie. Vorgestellt wurde der
smart fortwo BRABUS electric drive 2009 auf dem Auto-Salon in Genf.
Von der Umweltprämie konnte smart dagegen bislang wenig
profitieren: Im Februar ging der Absatz gegenüber dem Vorjahr
um 1,9 Prozent zurück.