Zum Hauptinhalt springen

Neuer Anstrich – gewohnte Funktionen

Entdecken Sie jetzt unseren neuen Stil, den wir Schritt für Schritt auf der gesamten Website umsetzen. Doch lieber altes Design verwenden? Oben im Menü geht’s per Klick zurück.

Mehr erfahren

Gebrauchte Ford Falcon bei AutoScout24 finden

Ford Falcon

Der Ford Falcon: Für die USA ein Kompaktwagen, für den Rest der Welt Mittelklasse

In den 1950er Jahren wurden viele Jahre lang in den USA die Autos immer größer. Bis sich das Blatt zu wenden begann und kleinere Modelle aus Europa den Markt aufmischten. Erst mit etwas Verzögerung reagierten die großen US-Autobauer auf diesen Trend. Fords Antwort war der Ford Falcon.

Wie viel kostet ein Ford Falcon?

Die Kosten für einen Ford Falcon variieren sehr stark. Bei uns sind nur sehr wenige Modelle verfügbar und preislich liegen meist Welten zwischen den einzelnen Fahrzeugen. Je nach Zustand und möglichen Sondervarianten können Sie bereits Modelle um wenige Tausend Euro finden. Besondere Raritäten können allerdings auch im sechsstelligen Bereich liegen.

Als „immer größer“ irgendwann nicht mehr funktionierte: Die Geschichte des Ford Falcon

Der Name Falcon tauchte bei Ford bereits im Jahr 1935 auf, als Edsel Ford diesen Namen für einen Entwurf wählte. Er verfolgte diese Pläne jedoch nicht weiter und so begann die tatsächliche Geschichte des Ford Falcon erst im Jahr 1959 in den USA und endete zu verschiedenen Zeitpunkten rund um den Globus.

In den 1950er Jahren lautete die Devise der großen amerikanischen Autobauer: Größer, immer größer! Zum einen verlangten die Kunden immer größere Autos und zum anderen brachten größere Modelle wirtschaftliche Vorteile für die Produzenten wie einen höheren Deckungsbeitrag pro Fahrzeug.

Viele Jahre lang rollte so der Rubel – Pardon – Dollar, bis sich 1958 eine Absatzkrise einstellte. Diese machte den drei Riesen Ford, General Motors und Chrysler schwer zu schaffen. Einzig die American Motors Corporation – kurz AMC – konnte Erfolge verbuchen. Auslöser des unerwartet großen Erfolgs war der Rambler American. Seines Zeichens der zu diesem Zeitpunkt einzige Kompaktwagen eines amerikanischen Herstellers. Aus Europa kam der VW Käfer und sorgte für Furore. Die Botschaft war klar. Der Drang nach immer größeren Autos war vorbei und auch die drei großen Hersteller passten ihre Modellpolitik an. Einer der Gründe für diese Umstellung war der wachsende Wohlstand, der es vielen Familien ermöglichte, einen kleineren Zweitwagen zu kaufen.

Zeitgleiches Downsizing einmal anders

Fast wie bei einem Fotofinish präsentierten alle drei rechtzeitig zum Modelljahr 1960 eigene Kompaktmodelle. General Motors hatte den Chevrolet Corvair, Chrysler den Plymouth Valiant und Ford den Ford Falcon. Was für US-amerikanische Verhältnisse als Kompaktwagen angeboten wurde, galt anderswo schon als Mittelklasse-Auto . Dennoch erfüllten diese Modelle die neuen Wünsche des Marktes.

Die ersten Falcon-Modelle hatten einen Sechszylindermotor mit Einfachvergaser unter der Motorhaube. Drei Jahre später folgte die Möglichkeit eines V8-Motors. Die restlichen Merkmale der ersten Modelle brachten wenig Abwechslung von den bisherigen Ford Modellen. Die Karosserie war selbsttragend. Beim Fahrwerk kamen Doppelquerlenker mit Schraubenfedern und Einzelradaufhängung vorne zum Einsatz. Hinten verbaute Ford eine Starrachse mit Blattfedern.

Der erste Ford Falcon war wahlweise als Limousine , Kombi oder Pritschenwagen verfügbar. Im Inneren bekam er vorne eine durchgehende Sitzbank. Damit bot er Platz für bis zu sechs Personen.

Schwere Konkurrenz aus den eigenen Reihen

In den folgenden Jahren hatte der Falcon nicht den einfachsten Stand innerhalb der Ford Modellpalette. Im Jahr 1964 bekam er interne Konkurrenz durch den mittlerweile legendären Ford Mustang . Dieser basierte in einigen Bereichen auf den V8-Modellen des Falcon, sollte allerdings eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Das kostete dem Ford Falcon so manchen Marktanteil.

Ebenfalls 1964 folgte die zweite Generation des Ford Falcon. Viele Änderungen brachte diese allerdings nicht mit sich. Sein Äußeres gestaltete Ford etwas herausfordernder, offensiver. Zusätzlich gab es neue Motorvarianten.

Für das Modelljahr 1966 folgte die bereits dritte Generation des Falcon. Ford ließ ihn wieder etwas wachsen und näherte ihn an die Mittelklasse an. Damit hatte er viel mit dem damals wichtigsten Mittelklassemodelle, dem Ford Fairlane gemeinsam. Das nahezu identische Chassis war dabei die zentrale Gemeinsamkeit. Somit hatte der Falcon auch hier einen Konkurrenten aus den eigenen Reihen. Damit war im Jahr 1970 sein vorläufiges Ende in Nordamerika keine allzu große Überraschung. Nur ein kurzes Aufflackern konnte der Name Falcon noch verzeichnen, als Ford eine einfachere Version des Fairlane noch einmal vorübergehend Falcon taufte.

Wenn auch nicht offiziell so bezeichnet, können wir den Ford Maverick durchaus als den Nachfolger des Falcon betrachten. Auch wenn die beiden weder in puncto Technik noch Stil besonders viel gemeinsam haben.

Der versteckte Ford Falcon in Kanada

Immer wieder versuchten die US-amerikanischen Hersteller mit eigenen Modellen für den kanadischen Automarkt, erfolgreich zu sein. Sogar eigene Marken und Modellbezeichnungen haben sie dafür geschaffen. Ein gutes Beispiel dafür war der Frontenac. Ford produzierte und verkaufte dieses Modell ausschließlich im Jahr 1960 in Kanada. Dafür nahm Ford den Falcon, gab ihm einen etwas anderen Kühlergrill, hie und da ein paar Chromverzierungen, andere Rückleuchten, ein Emblem mit dem klassischen roten Ahornblatt und schon war der kanadische Ford Frontenac geboren. Auch er hatte einen Sechszylinder-Reihenmotor. Er war als Limousine oder Kombi verfügbar und verkaufte sich damit sehr gut. Dennoch stellte Ford dieses Modell 1961 wieder ein. Sein Nachfolger war der Mercury Comet.

Der Ford Falcon in Südamerika

In Südamerika blickt der Ford Falcon auf eine wesentlich längere und bewegte Historie zurück. Mit zwei Jahren Verzögerung kam der Ford Falcon nach Argentinien. Zuerst wurden nur zwei Modelle zu Testzwecken importiert. Ein Jahr später startete die Produktion des Ford Falcon in La Boca unweit der Hauptstadt Buenos Aires. Dafür lieferte Ford die Teile direkt aus den USA. Die argentinischen Kollegen mussten die Autos nur noch zusammenbauen.

Die Produktion lief bis ins Jahr 1991. Ungewöhnlich: Echte Generationenwechsel passierten bis dahin nicht. So lief bis in die 1990er Jahre das Urmodell des Falcon vom Band. Die einzigen Veränderungen brachten insgesamt sechs kleinere Modellpflegen. Die Falcon-Modelle galten als besonders robust. Das machte sie vor allem als Taxis und Polizeiwagen beliebt. Bis heute sind viele von ihnen noch im alltäglichen Einsatz.

Der Ford Falcon war – für damalige Verhältnisse – in sehr vielen unterschiedlichen Farben erhältlich. Berühmt und vor allem berüchtigt waren allerdings dunkelgrüne Exemplare. Von 1976 bis 1983 galten sie für viele Argentinier als Sinnbild der damaligen Militärdiktatur. Meist waren es solche Falcon-Modelle, die das Militär nutzte, um unliebsame Bürger zu entführen und sie in geheime Foltereinrichtungen zu bringen. Damit nahm der Falcon einen wichtigen Platz in einem der dunkelsten Kapitel des Landes ein.

Der Ford Falcon in Australien

Seine längste Geschichte hat der Ford Falcon in Australien geschrieben. Sogar bis 2016 stellte Ford in Down Under Falcon-Modelle her. Der Ford Falcon fand im Jahr 1960 seinen Weg nach Australien und sollte dort dem Holden von General Motors Konkurrenz machen. Schnell wurde der Falcon selbst zum Erfolgsmodell. So ging seine Geschichte in Australien wesentlich länger weiter, als in seiner US-amerikanischen Heimat. Ganze sieben Generationen lang entwickelte Ford Australia den Falcon immer weiter. Die letzte Generation ging 2008 an den Start. Ihre Produktion setzte Ford bis in Jahr 2016 fort. Danach endete auch in Australien die Geschichte des Ford Falcon.

Seine größte Rolle: Der Auftritt in Mad Max

Ein australischer Falcon, genauer gesagt ein Ford Falcon XB GT Coupe aus dem Jahr 1973, bekam die berühmteste Rolle eines Falcon. Als „V8 Interceptor“ hatte er seinen großen Auftritt in den Mad Max Filmen. Das gilt für die älteren Filme „Mad Max“ und „Max Max 2“ in den Jahren 1979 und 1981 sowie für die aktuellere Version „Max Max: Fury Road“ im Jahr 2015.

Für wen ist der Ford Falcon am besten geeignet?

Damals wie heute ist der Ford Falcon in Deutschland ein äußerst seltener Anblick. Das macht es schwer, von bestimmten Zielgruppen zu sprechen. Er eignet sich daher am besten für alle, die gerne ein eigenes, außergewöhnliches Stück amerikanische Autogeschichte in der Oldtimergarage stehen haben möchten.