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Ford Falcon

Ford Falcon: Ein kompakter Mittelklassewagen aus den USA

Irgendwann in den 1950er Jahren hörten die US-amerikanischen Autos auf zu wachsen. Kleinere Modelle aus Europa und Asien sorgten für einen neuen Trend in Übersee. Beinahe hätten ihn die US-Autoriesen verschlafen, doch sie reagierten. Ford tat das mit dem Ford Falcon. Konnte dieses Experiment gelingen?

Video - Ford Falcon im Test

Wie viel kostet ein Ford Falcon?

Der Ford Falcon ist in Deutschland sehr selten und so lässt sich auch kein solider Preis nennen. Sehr pflegebedürftige Oldtimer-Modelle könnten schon um ein paar Tausend Euro erhältlich sein. Je besser der Zustand oder je besonderer das Modell, desto höher klettern natürlich die Preise. Das kann sogar in den sechsstelligen Bereich gehen.

Die Geschichte des Ford Falcon

Schon 1935 arbeitete Edsel Ford an einem luxuriöserem Ford-Modell unter dem Projektnamen „Falcon“. Das Projekt wurde jedoch nie wirklich umgesetzt, auch wenn Teile der Ideen womöglich in den Ford Mercury eingeflossen sind. Einen Ford mit dem Namen Falcon gab es vorerst nicht. Im Jahr 1959 sollte sich das jedoch ändern.

Der Entwurf von 1935 spielte zwar keine Rolle mehr, doch Ford verwendete den Namen Falcon für das neueste und im Grunde auch erste eigene Kompaktmodell. Für europäische Verhältnisse war es eher ein Mittelklassewagen, in den USA zählte der erste Falcon jedoch zu den kleineren Modellen. Zu diesem Schritt war Ford gewissermaßen gezwungen. In den 1950ern verlangten die Kunden immer größere Autos und diesem Wunsch kamen die Hersteller nur zu gerne nach. Immerhin konnten sie mit größeren Modellen einen besseren Deckungsbeitrag erwirtschaften und damit schlicht mehr verdienen.

Als die Autos kleiner wurden

Jahrelang brummte so der Laden, bis es 1958 langsam bergab ging. Neben Ford brachte dieser Umstand auch General Motors sowie Chrysler und damit die drei größten Hersteller überhaupt in schwere Turbulenzen. Des einen Leid kann oft eines anderen Freud sein und so konnte die Amercian Motors Corporation rasant wachsen. Mit dem AMC Rambler hatten sie plötzlich ein kompaktes Ass im Ärmel.

Als ab Mitte der 1950er immer mehr Kompaktwagen aus Deutschland und Japan auf den US-amerikanischen Markt kamen, war der Rambler zu diesem Zeitpunkt der einzige US-Kompaktwagen. Die Zeiten hatten sich geändert und so wurden auch kleine Autos immer interessanter. Modelle wie der Rambler und der VW Käfer hatten hier schnell die Nase vorne. Solche Trends sollte es auch später rund um die ein oder andere Ölkrise geben, in diesem Fall war der Auslöser jedoch der wachsende Wohlstand. Damit konnten sich immer mehr Familien einen Zweitwagen leisten und dafür waren kleinere Autos prädestiniert.

Die großen Hersteller ziehen nach

Die Zeit drängte und so reagierten die drei großen Hersteller fast zeitgleich auf den Wunsch nach kleineren Modellen. Ford schickte den Ford Falcon an den Start. Der Chevrolet Corvair kam von General Motors und Chrysler war mit dem Plymouth Valiant mit von der Partie. Mit diesem Trio konnten die Autoriesen wieder etwas kompakten Boden gutmachen.

Als Limousine, Kombi oder Pritschenwagen ging der erste Ford Falcon an den Start. Unter der selbsttragenden Karosserie und deren Motorhaube hatte er einen Sechszylindermotor mit Einfachvergaser zu bieten. Der erste V8 sollte drei Jahre später folgen. Bei den Achsen nutzte Ford vorne einen Doppelquerlenker samt Schraubenfedern und Einzelradaufhängung. Hinten kamen die Räder auf eine Starrachse mit Blattfedern. Innen bot der Falcon Platz für bis zu sechs Personen. Möglich machten das durchgehende Sitzbänke hinten und vorne.

Der Falcon bekommt interne Konkurrenz

Um weiterhin am Trend in Richtung Kompaktautos teilnehmen zu können, konnte es Ford natürlich nicht beim Falcon alleine belassen. So bekam er im Laufe der Jahre immer wieder neue Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Einer dieser Konkurrenten war der berühmte Ford Mustang. Er ging 1964 an den Start und nutzte die V8-Varianten des Falcon als Basis. Das Ziel war es, eine jüngere Zielgruppe anzusprechen. Parallel dazu präsentierte Ford die zweite Generation des Falcon. Auch er wirkte herausfordernder und offensiver. Damit konnte ihn der Mustang nicht verdrängen, ihm aber einige Marktanteile abluchsen.

Nur zwei Jahre später folgte die dritte Falcon-Generation. Der Hang zu kleineren Autos war scheinbar erneut abgeflaut und so nahm der Falcon wieder etwas an Größe zu. Das rückte ihn jedoch in die Nähe des sehr erfolgreichen Ford Fairlane. So nah, dass 1970 der Falcon endgültig im Fairlane aufging und als eigenständiges Modell in Nordamerika verschwand. Nur kurz flackerte etwas später der Name Falcon noch einmal bei einer günstigeren Version des Fairlane auf. Für viele gilt jedoch der Ford Maverick als Nachfolger des damaligen Falcon.

Undercover in Kanada

Während all dieser Vorgänge war der Falcon auch in anderen Ländern unterwegs – manchmal allerdings nicht gleich ersichtlich. So baute und verkaufte Ford im Jahr 1960 in Kanada ein Modell namens Frontenac. Zu diesem Zweck bekam der Ford Falcon einen anderen Kühlergrill, einige weitere, kleine Anpassungen sowie ein etwas klischeehaftes rotes Ahornblatt am Emblem und schon war der Ford Frontenac in Kanada unterwegs. Er verkaufte sich gut als Limousine und Kombi. Dennoch nahm ihn Ford nach nur einem Jahr wieder vorm Markt und schickte den Ford Mercury Comet als Nachfolger ins Rennen.

Robust, geschichtsträchtig und berüchtigt in Südamerika

Zwei Jahre nach dem Verkaufsstart in den USA kam der Falcon nach Argentinien. Zwei importierten Test-Modellen folgte direkt eine eigene Produktion in La Boca nahe der Hauptstadt Buenos Aires. Die Teile kamen direkt aus den USA und mussten vor Ort nur mehr montiert werden. So ging das bis ins Jahr 1991. Von den neuen Generationen und dem internen Konkurrenzkampf in den USA bekam der argentinische Falcon nur wenig bis gar nichts mit. Er rollte dort beinahe unverändert jahrzehntelang vom Band. Nur sechs kleine Modellpflegen konnten sich einschleichen.

Die Falcon-Modelle waren berühmt für ihre Robustheit und so kamen sie vor allem da zum Einsatz, wo sie stark und lange beansprucht wurden: Als Taxis und Polizeiwagen. Auch heute noch sind viele von ihnen unterwegs. Neben der Polizei nutzte auch das Militär einige Jahre lang den Ford Falcon. Zwischen 1976 und 1983 waren es vor allem dunkelgrüne Falcon-Modelle, die die damalige Militärdiktatur verwendete, um unliebsame Bürger zu entführen. Viele landeten dabei in geheimen Foltereinrichtungen. Das gab dem Falcon bei vielen Argentiniern einen berüchtigten Ruf.

Der Ford Falcon in Down Under

Deutlich fröhlicher und sogar noch länger liest sich die Geschichte des Ford Falcon in Australien. Dort kam er gleich im Jahr 1960 auf den Markt und sollte dem Holden von GM Marktanteile abknöpfen. Das gelang tatsächlich und so wurde der Falcon zu einem echten Erfolgsmodell. Auch er kannte keine Probleme mit internen Konkurrenten und konnte sich dadurch prächtig entwickeln. Über sieben Generationen hinweg baute Ford den Falcon in Australien. Von 2008 bis 2016 rollte dort noch die letzte Generation vom Produktionsband.

Der berühmteste Ford Falcon als Filmstar

Einige australische Falcon-Exemplare brachten es sogar zu einiger Berühmtheit. Ein Ford Falcon XB GT Coupe von 1973 war als „V8 Interceptor“ in mehreren Mad Max Filmen dabei. Genauer gesagt 1979 in „Mad Max“, 1981 in „Mad Max 2“ und auch 2015 in „Mad Max: Fury Road“.

Für wen ist der Ford Falcon am besten geeignet?

Der Ford Falcon wurde in Deutschland weder gebaut noch offiziell verkauft. Dementsprechend selten ist er hierzulande anzutreffen. Einige importierte Oldtimer gibt es dennoch. Wer also sein ganz eigenes, ungewöhnliches Stück US-amerikanische Autogeschichte sein Eigenen nennen möchte, der kann sich einen Ford Falcon in die Oldtimergarage stellen.