Autos mit Wertsteigerung: Diese Modelle sind tolle Wertanlagen

Ein Neuwagen als Wertanlage?
Ganz klar nein. Denn: Je älter ein Auto ist, desto interessanter ist es. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) veröffentlicht jedes Jahr den Oldtimer Index. Berechnet wird dieser von den Bochumer Oldtimerexperten von classic-analytics, die in ihrer Datenbank die Preise von 88 für den deutschen Automarkt repräsentativen Modellen vergleichen.
Mercedes-Benz Flügeltürer 300 SL Coupé
Es gibt wohl kaum jemanden, der die sanft geschwungenen Rundungen des Mercedes-Benz Flügeltürer 300 SL Coupé nicht bewundert. Im Februar 1954 wurde der 300 SL auf der „International Motor Sports Show“ in New York vorgestellt Und obwohl er sich von Anfang an großer Beliebtheit erfreute, wurde er nur bis 1957 produziert – insgesamt wurden nur 1400 Stück gebaut. Kein Wunder, dass der SL, den die Oldtimer-Zeitschrift „Motor Klassik“ zum Sportwagen des Jahrhunderts wählte, heiß begehrt ist! Während man 1999 durchschnittlich für 190.000 Euro fündig wurde, muss man inzwischen unglaubliche 1,3 Millionen Euro hinblättern. Das entspricht einer Wertsteigerung von 584 Prozent bei der sich eine ordentliche Kfz-Versicherung lohnen könnte.
Volkswagen VW Bus Typ 2 T2
Dieser Bus ist Kult! Der Bully hat Fans auf der ganzen Welt – Tendenz immer weiter steigend. Die zweite Generation des VW-Busses landete deshalb auf Platz 2 der Autos, die immer wertvoller werden. Dabei lief der T2 von 1967 bis 1979 richtig oft vom Band: Ganze 2.533.188 Mal verließ er das VW-Werk in Hannover. Mit gerade einmal 47 PS tuckert man damals wie heute ganz entspannt durch die Lande. 1999 war das Hippie-Gefühl für rund 4.000 Euro zu haben, heute muss es einem 26.000 Euro wert sein – eine Steigerung von 550 Prozent.
Citroën 2 CV 6
2CV? Besser bekannt ist dieser Wagen als Ente! Das wohl bekannteste französische Automodell aller Zeiten wurde in Zeiten des Zweiten Weltkriegs designt, aber erst 1948 der Öffentlichkeit vorgestellt. Dank seines relativ geringen Anschaffungspreis entwickelte sich der 2CV schnell zum Studentenauto – und zum Symbol einer unangepassten, konsumkritischen Haltung. Heute steigen besonders gut erhaltene Exemplare aus den Jahren 1969 bis 1976 unaufhaltsam im Wert: Waren 1999 noch ungefähr 2.000 Euro für eine solche Ente fällig, sind es heute 10.000 Euro. In Prozent ausgedrückt sind das 400.
Ford Escort 1100 S
Besonders charakteristisch für den Escort, der ab 1967 im Ford-Werk im britischen Halewood gebaut wurde: der Kühlergrill, auch „Hundeknochen“ genannt. Der, und auch der Rest des kompakten Mittelklasse-Wagens, gefielen offenbar: Nicht einmal fünf Monate nach der Vorstellung war bereits der 100.000. Escort verkauft worden. In Deutschland, wo man ihn als „Käfer-Killer“ ins Rennen um die Autokäufer schickte, war er anfangs nicht ganz so populär wie in seinem Heimatland England. Heute hat sich das geändert: Man reißt sich um diese ersten Ford Escorts 1100 S als Wertanlage: 1999 kostet er noch rund 2.000 Euro, 2015 waren es schon 9.500 Euro – das ist ein Plus von 375 Prozent.
Porsche 924 Coupé
1976 brachte Porsche den 924 als Einsteigermodell auf den Markt. Weil vom VW-Konzern gefertigte Teile verbaut wurden und der 924 nur über einen 2-Liter-Motor verfügte, wurde er von vielen nicht als vollwertiger Porsche akzeptiert. Auch, dass er sich mit seinen Klappscheinwerfern und stark abfallender Motorhaube, im Design komplett von seinen Vorgängern unterschied, machte ihn nicht eben beliebter. Erst in jüngerer Zeit erhält er als Old- und Youngtimer Anerkennung – was sich durch stetig steigende Preise bemerkbar macht, besonders für die 924er, die in den ersten drei Jahren nach Einführung produziert wurden: Für 2.700 Euro konnte man 1999 Porsche-Besitzer werden, heute muss man dafür 11.900 Euro gespart haben (+341 Prozent).
Fiat 500F
Ach, ist der süß! Noch heute löst die knubbelige Form des winzigen Fiat 500 Verzückung aus. 3,7 Millionen Mal wurde der „Cinquecento“ („Fünfhundert“) zwischen 1957 und 1975 zusammengeschraubt. Dabei war er am Anfang alles andere als ein Verkaufsschlager – 10 kW (13,5 PS) waren den meisten dann doch zu wenig. Erst als man im Herbst 1957 auf 11 kW (15 PS) aufstockte, so dass man mit ihm 90 km/h schnell flitzen konnte, und zusätzlich den Verkaufspreis senkte, wurde der kleine Fiat zum Erfolg. Wer sich einen zulegen möchte, der sollte nach dem Modell Fiat 500F aus den Baujahren 1965 bis 1972 Ausschau halten: Dieses stieg in den vergangenen 15 Jahren am meisten im Wert. Muss man heute rund 9.800 Euro berappen, waren es 1999 nur 2.300 Euro – ein Plus von 326 Prozent.
Renault R4
Was für eine Erfolgsstory: In 31 Jahren Produktionszeit wurde der R4 über 8 Millionen Mal verkauft. Schon bei seiner Markteinführung 1961 – Renault ließ werbewirksam 200 weiße R4 am Eiffelturm vorbeifahren – war klar: Dieser Kleine wird ein Hit! Besonders Studenten und junge Familien schätzten die kompakten Maße, die Robustheit und vor allem den geringen Preis. Aber auch die französische Polizei setzte auf ihn als Dienstfahrzeug. Besonders die zwischen 1972 und 1974 vom Band gelaufenen Exemplare steigen seit Jahren im Wert: 1999 war ein solches Modell 1.600 Euro wert, 2015 waren es 6.800 Euro (+325 Prozent).
Volkswagen VW Käfer 1300
Über 21,5 Millionen produzierte Fahrzeuge machten den Käfer zum meistverkauften Auto der Welt – bis ihm 2002 der VW Golf diesen Titel abluchste. Doch der Kultstatus des Käfers ist nach wie vor unübertroffen. Wer sich einen als Wertanlage anschaffen möchte, sollte sich bei seiner Suche besonders auf das Modell 1300 aus den Jahren 1967 bis 1973 konzentrieren. Dessen 1,3-Liter-Motor bringt 40 PS und wurde in so klangvollen Farben wie panamabeige, javagrün oder bahamablau lackiert. Glücklich, wer schon 1999 zuschlug: Damals bekam man ein solches Schmuckstück für 2.100 Euro, heute muss man 8.600 Euro im Portemonnaie haben. Eine Wertsteigerung von 310 Prozent!
BMW 7er 735 i (E23)
Aus heutigen Autos ist es nicht mehr wegzudenken: das Antiblockiersystem (ABS). 1979 war es eine technische Sensation. Und in der Oberklasse-Baureihe E23 von BMW wurde es bereits verbaut. Und auch sonst war man als Besitzer eines 735i mit 218 PS aus sechs Zylindern ganz weit vorn. Auch heute noch kann sich glücklich schätzen, wer eines der ersten Modelle der 7er-Reihe (Baujahre 1979 bis 1986) sein Eigen nennt: Sie haben in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten laut VDA ordentlich an Wert (307 Prozent) dazugewonnen: von 2.900 Euro auf 11.800 Euro.
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