Informationen zu Jeep
Die legendäre Automobilmarke Jeep gehört nach der
Trennung von Daimler
zu Chrysler LLC. Wie alle anderen Untermarken von Chrysler
wurde sie dem Konzern durch die Verschmelzung der beiden Autoriesen
Daimler und Chrysler im Jahre 1998 einverleibt.
Ursprünglich war Jeep keine Marke, sondern eine Bezeichnung
für die unter anderem von Ford
und Bantam hergestellten Militärfahrzeuge der US-Army im
Zweiten Weltkrieg. Jeep oder auch SUV
(Sports Utility Vehicle) sind außerdem Sammelbegriffe
für Fahrzeuge mit Allradantrieb, die sowohl Passagiere als
auch Lasten transportieren können. Der Jeep entstand also
weniger als Marke denn als bestimmter, von der amerikanischen Armee in
Auftrag gegebener Nutzfahrzeugtyp, dessen Produktion durch viele
verschiedene Hände ging, bevor sie von DaimlerChrysler
übernommen wurde.
Viele Legenden ranken sich um die Herkunft der Bezeichnung Jeep. Die
beliebteste, weil eingängigste Annahme ist, sie sei aus der
Verschleifung von „GP”, d.h. „General
Purpose” („Allzweck”) entstanden. Andere
meinen, sie sei von „Eugene the Jeep”, einer
populären Hundefigur aus dem Comic Popeye abgeleitet; dieser
konnte durch Wände gehen, auf Bäume klettern, durch
die Lüfte fliegen und eben all das tun, was man dem
Wunderfahrzeug gemeinhin zuschrieb oder von ihm erwartete. In
Wirklichkeit hatte sich die Bezeichnung schon rund 20 Jahre
früher im Laufe des Ersten Weltkriegs eingebürgert
und wurde dann auch für Militärfahrzeuge
übernommen: „Jeep” nannte man die Rekruten
oder fabrikneue, noch ungebrauchte Fahrzeuge.
Bevor der Jeep also eine Marke wurde, hatte er bereits eine lange
Geschichte als Militärfahrzeug hinter sich. Er wurde als
Ersatz für Motorräder konzipiert, die zum
Überbringen von Nachrichten zwischen verschiedenen Einheiten
der US-Army verwendet worden waren. Auf die Anfrage der Armee bei
amerikanischen Autoherstellern nach einem kompakten Allzweckfahrzeug
mit vier Rädern reagierten drei Firmen mit folgenden
Prototypen: dem „Quad” von Willys Overland, dem
„Blitzbuggy” von American Bantam Car Co. und dem
„GP” von Ford. Weitere Entwicklungen folgten, um
den Anforderungen der Armee, insbesondere nach einem geringeren
Sollgewicht, gerecht zu werden. Schließlich setzte Willys den
Standard für das geforderte Automobil, wobei Merkmale der
beiden anderen Hersteller integriert wurden. 1941 erhielt Willys einen
Vertrag über 16.000 Fahrzeuge. Noch im selben Jahr wurde die
Herstellung auf Ford
ausgeweitet, um die Produktion zu erhöhen. Doch nicht nur die
amerikanischen Streitkräfte, auch die französische,
niederländische und sogar die Rote Armee setzten den Jeep im
Laufe des Zweiten Weltkriegs ein.
Bereits während des Krieges wurde der Jeep auch schon als
ziviles Arbeitsgerät verwendet.
Überschussbestände der Armee wurden verkauft,
schrottreife Fahrzeuge wieder funktionstüchtig gemacht und auf
Bauernhöfen und in Kleinbetrieben verwendet; die leichte
Handhabe und billige Reparatur der Fahrzeuge wussten auch Zivilisten zu
schätzen.
Willys, als erster Eigentümer der Marke Jeep, stellte ab 1941
den „Civilian Jeep”, also einen Jeep für
Zivilisten, her. Hauptaufgabe des deutschen Herstellers VW
und der französischen Hotchkiss war nach 1945
zunächst die Instandhaltung von Jeeps im Auftrag der
amerikanischen Streitkräfte. Andere europäische
Hersteller kopierten das Konzept. In Großbritannien
beispielsweise wurde der ursprüngliche Prototyp des Land
Rover auf der Grundlage von wichtigen Jeep-Komponenten
gefertigt. Auch Italiens größter Automobilhersteller
Fiat
baute mit der Campagnola-Serie einen eigenen Jeep, und sogar der edle Alfa
Romeo stellte einen dem Jeep nachempfundenen Geländewagen
her, der 1952 bei den Mille Miglia prämiert wurde.
Die Marke Jeep ging dann 1953 auf den Autohersteller Kaiser
über („Kaiser Jeep”) und fiel 1970 an
American Motors (AMC), bis schließlich Chrysler 1987 die
Firma und den von AMC designten Jeep
Wrangler übernahm, um die legendäre Marke
in die Produktion eines der weltweit größten und
renommiertesten Autohersteller zu überführen.
Heute, 65 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs, steht die Marke
Jeep immer noch für Leistungsfähigkeit, Wendigkeit,
Leichtigkeit und einen gewissen Stil, den man mit Freiheit und
Abenteuer verbindet. Selbst von dichtem Stadtverkehr, winzigen
Parklücken und den mittelalterlich engen
Sträßchen europäischer Altstädte
lassen sich eingefleischte Jeep-Fans nicht abhalten, um weiterhin
selbstbewusst ihren Traum vom Automobil vorzuführen.
Allerdings leidet der Absatz der meist hubraum- und verbrauchsstarken
Fahrzeuge in jüngster Zeit unter der Diskussion um Klimawandel
und CO2-Ausstoß.