Porsche Siebensitzer (K1) ab 2027 als Erlkönig erwischt

Porsche hat ambitionierte Ziele. Schon 2030 will der SUV- und Sportwagenbauer 80 Prozent seines Absatzes mit rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen generieren. Dem bereits vorgestellten E-Macan werden ab 2025 die elektrischen Ableger von Boxster und Cayman beiseitegestellt, bevor ab 2026 der batteriebetriebene Cayenne erwartet wird. Noch höher hinaus will Porsche offenbar mit dem „Projekt K1“ (Prototyp, Homologation ausstehend)² – so die interne Bezeichnung für den ersten Siebensitzer der Stuttgarter. Erwartet wird der Mercedes EQS Mitbewerber frühestens Ende 2027.
"K1" teilt sich die Basis mit dem E-Macan
Nachdem der Porsche Produktionsvorstand bereits 2021 bekanntgab, nicht die neue Scalable Systems Platform (SSP) des VW-Konzerns (Projekt "Trinity") nutzen zu wollen, ist es wahrscheinlich, dass der K1 eine weiterentwickelte Variante des Premium Platform Electric (PPE) des elektrischen Macan mit 900-Volt-Technik nutzen wird. Weitere Verzögerungen bei SSP dürften zudem dafür sorgen, dass mit ersten Fahrzeugen auf der neuen VW-Einheitsplattform nicht vor Ende des Jahrzehnts zu rechnen ist.
Unabhängig davon zeigen die Erlkönig-Fotos einen stark getarnten Prototypen, der aber dennoch erste Details erahnen lässt. So dürfte sich die Frontpartie stark am Elektro-Macan orientieren, die typische Porsche-Flyline ist erkennbar und mit viel Gutwillen könnte man in das Design auch Ansätze des Taycan Sport Turismo hineininterpretieren. Das wahrscheinlich um die 5,20 Meter lange SUV soll im Inneren viel Platz und Luxus bieten und erstmals bei den Stuttgartern ab Werk über bis zu sieben Sitzplätze verfügen. Die, im Vergleich zum Cayenne, zwei zusätzlichen Plätze sind vor allem für den amerikanischen, aber auch für den chinesischen Markt wichtig – den geplanten Hauptabsatzmärkten des K1. Preislich dürfte sich der Siebensitzer, der höchstwahrscheinlich auch in Europa angeboten werden soll, deutlich in Richtung der 200.000-Euro-Marke bewegen.
Der Porsche Siebensitzer soll in Leipzig vom Band laufen
Einen kleinen technischen Ausblick auf das Porsche XXL-SUV dürfte derweil die Studie „Mission R“ aus 2021 liefern. Wenngleich derzeit noch keine konkreten Details bekannt sind, könnte das SUV dennoch die letzte Generation an PSM-Elektromotoren vom Sportwagen übernehmen, die über eine Öldirektkühlung verfügen. Ein mindestens 800 Volt, vielleicht auch 900 Volt starkes Bordnetz dürfte schnelle Ladevorgänge mit mindestens 270, eher 350 kW ermöglichen. Die Batterie wird bei der Fahrzeuggröße wahrscheinlich nicht kleiner als 100 kWh werden.
In Sachen Fahrwerkstechnik wird mindestens eine höhenverstellbare Luftfederung, vielleicht auch das neue Porsche-Aktivfahrwerk angeboten. Eine Allradlenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu fünf Grad soll die Agilität des Luxus-Familientransporters steigern – genauso wie ein elektronisches Differenzial an der Hinterachse. Gebaut werden soll der siebensitzige Porsche übrigens im Werk Leipzig, das gerade umfangreich erweitert wird. (Text: tv | Bilder: Automedia)
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