Der Lincoln Aviator ist ein SUV, das die Ford-Tochter 2003 bis 2005 produziert hat. Auf der gleichen technischen Basis entstanden im Ford-Konzern auch der Ford Explorer und der Mercury Mountaineer. Der Lincoln Aviator ähnelt dem seit 1997 gebauten Modell Lincoln Navigator, ist aber 30 cm kürzer. Mit nur drei Jahren Produktionszeit war der Lincoln Aviator das Lincoln-Modell mit der kürzesten Lebensdauer, abgesehen vom Pickup Blackwood, der in den USA nur 2002 verkauft wurde. Der Lincoln Aviator wurde ausschließlich in der Ford-Fabrik in Hazelwood, Missouri, gebaut, zusammen mit den Schwestermodellen Ford Explorer und Mercury Mountaineer.
Nach dem Jahr 2000 verzeichnete das Marktsegment der Luxus-SUVs steigende Verkaufszahlen, sodass auch Ford partizipieren wollte. Deswegen konzipierte der Konzern zusätzlich zum Ford Explorer und Mercury Mountaineer ein Modell für die Marke Lincoln, die im Ford-Konzern die Rolle einer Nobelmarke spielt. Neben dem Full-Size-SUV Lincoln Navigator sollte der fünfsitzige Lincoln Aviator somit eine zusätzliche Option für die Kunden darstellen. Um die Zugehörigkeit zur Kategorie der Luxus-SUVs zu betonen, lehnte Ford das Design des neuen Modells stark an den Lincoln Navigator an. Das Interieurdesign wurde beim Lincoln Aviator stark an das größere Modell angelehnt. Auch die Klangähnlichkeit von "Navigator" und "Aviator" war kein Zufall.
Im ersten Jahrgang, 2003, gab es den Lincoln Aviator in den beiden Ausstattungslinien Luxury und Premium. 2004 wurde Premium in Ultimate umbenannt,was den anderen Lincolns entspricht. 2005 war nur der Luxury erhältlich, jedoch mit dem zusätzlichen Ausstattungspaket "Elite". Um den Lincoln Aviator von den Schwestermodellen Ford Explorer und Mercury Mountaineer abzugrenzen, verfügt der Lincoln hinten über Schalensitze und über eine Mittelkonsole. Die Fahrzeuge der am besten ausgestatteten Linien haben beheizte und gekühlte Sitze und Xenonlicht. Wie die Schwestermodelle auch, bietet der Lincoln Aviator zwei Frontairbags, mehrere Seitenairbags, ESP und Traktionskontrolle.
Als Motor wird einheitlich ein 4,6 l großer DOHC-V8 mit vier Ventilen pro Zylinder verwendet, der 305 PS leistet. Den gleichen Motor nutzt auch der Ford Mustang Mach 1, ein Mustang mit Leistungspaket. Der Motor treibt wahlweise nur die Hinterräder oder per Allradantrieb an. Zum Schalten wird ein Fünfgang-Automatikgetriebe mit Overdrive verwendet. 2005 lief der Lincoln Aviator aus, weil sich das Modell nicht ausreichend verkaufte. Nur rund 72.611 Stück wurden verkauft. Kritiker mutmaßten, dass die Ähnlichkeit zu den Schwestermodellen zu groß war. Am 19. August lief das letzte Fahrzeug vom Band.
Der Lincoln Aviator kostete neu 39.995 US-Dollar, was mit einigen Optionen bis auf knapp 49.000 Dollar zu steigern war. Das Schwestermodell Mercury Mountaineer gab es hingegen zu Preisen zwischen 30.000 und 39.000 Dollar. Der Ford Explorer war sogar schon zum Einstiegspreis von 25.500 bis maximal 40.000 Dollar erhältlich. Um den Aufpreis zu rechtfertigen, stattete Ford den Lincoln Aviator mit stärkerem Motor, neu abgestimmtem Fahrwerk, neuem Styling und hochwertigerem Interieur aus. Letztlich hatte der Lincoln Aviator mehr spezielle denn gemeinsame Teile mit dem Ford Explorer. Dennoch wurde der Lincoln Aviator häufig als besser ausgestatteter Ford Explorer wahrgenommen. Nach Meinung des US-Magazins "Car and Driver" hätte der Lincoln Aviator mehr Akzeptanz verdient, da Lincoln den SUV zu einem eigenständigen Modell weiterentwickelt hatte.