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Lotus Elite

Lotus baut den Elite in zwei Generationen als Coupé und Shooting Brake

Mit der konsequenten Verwendung von Leichtbaumaterialien und dem Prinzip, Anbauteile und Komfortausstattung auf das Nötigste zu reduzieren, etablierte der britische Rennfahrer Colin Chapman in den 1950er Jahren sein Unternehmen Lotus als Hersteller von Roadstern. Chapman konnte so mit den als Kit Cars gefertigten Zweisitzern in den 1950er Jahren erfolgreich eine Nische besetzen. Doch um als vollwertiger Sportwagenhersteller wahrgenommen zu werden und den traditionsreichen britischen Herstellern in diesem Segment Konkurrenz machen zu können, musste der Pionier der Leichtbauweise marktgerechtere Modelle entwickeln, die sich sowohl durch ihre sportliche Eigenschaften wie durch eine klassische Karosseriekonstruktion sowie klassenübliche Komfortfeatures auszeichnen sollten. Das erste Modell dieser Machart präsentierte Lotus gegen Ende der 1950er Jahre mit dem Coupé seiner Baureihe Elite. Mitte der Siebzigerjahre verwendete Lotus den Namen Elite für seine 4-Sitzer-Coupés, die in der Form eines Shooting Brakes konstruiert wurden und damit stilistisch zu den ungewöhnlichsten Sportwagen ihrer Zeit gehörten.

Klassisches Coupé-Design mit innovativen Materialien für den Lotus Elite 1958 bis 1963

Von außen wirkte der im Jahr 1958 erstmals produzierte Elite wie ein klassisches Coupé. Lotus setzte dafür auf zeittypische Gestaltungsmerkmale wie herausmodellierte Kotflügel, die zugleich die beiden Rundscheinwerfer aufnahmen. Eine in Pfeilform zugespitzte Front, ein nur knapp 1,18 Meter hoch aufbauendes Haubendach und ein Heckabschluss mit kurzem Kofferraumdeckel kennzeichneten das erste Coupé aus der Serienfertigung von Lotus. So klassisch der Elite auftrat, so ungewöhnlich war doch die Konstruktionsweise, mit der der Hersteller an seine aus dem Bau von Kit Cars gewonnen Erfahrungen anschloss. Für Rahmen und Aufbau nutzten die Briten mit Glasfasern verstärkten Kunststoff, der im Fahrgestell mit verstärkenden Stahlelementen kombiniert wurde.

Für den Elite realisiert Lotus erstmals ein Serien-Coupé in Monocoque-Bauweise

Der Vorteil dieser Monocoque genannten Bauweise, die Lotus als einer der ersten Sportwagenhersteller in einem Serienfahrzeug umsetzte: Sie reduzierte das Gewicht des Elite auf gut 500 Kilogramm und sorgte auf diese Weise dafür, dass die Coupés trotz bescheidener Motorisierung die von Lotus gewohnten Fahrleistungen erreichten. Als Antrieb verbaute der Konstrukteur einen Reihenvierzylinder mit 1,2 Litern Hubraum, der aus Aluminium gefertigt wurde und den Antrieb wie in der Klasse der Sportcoupés üblich an die Hinterachse leitete. Zum Marktstart stattete Lotus die Elite 2-Sitzer mit Aggregaten aus, die eine Leistung von bis zu 55 kW (75 PS) mobilisieren konnten. In späteren Baujahren kamen mit dem Elite SE leistungsgesteigerte Versionen des Lotus Coupés auf den Markt, die maximal 77 kW (105 PS) abrufen konnten. Der bis ins Jahr 1963 gefertigte Elite gehörte später auf dem Markt für Gebrauchtwagen zu den seltensten Lotus Sportwagen aus der Frühzeit des Unternehmens. Der Grund: Im britischen Lotus-Werk liefen während der gut sechsjährigen Bauzeit der ersten Elite-Generation nur gut 1000 Exemplare des Sportcoupés vom Band.

Die zweite Elite-Generation fertigt Lotus von 1974 bis 1982 als Shooting Brake

Ein Frontabschluss im Haifischmaul-Design, versenkte Klappscheinwerfer und ein buckelförmiges Heck mit schräggestellter großer Scheibe, mit diesem ungewöhnlichen Gestaltungskonzept setzte Lotus nach knapp zehnjähriger Pause die Tradition seiner Elite-Sportwagen im Jahr 1974 in zweiter Generation fort. Zwar nutzten in dieser Zeit auch andere Sportwagenproduzenten Spitzfronten und Klappaugen, sodass sich der Elite durchaus am Zeitgeschmack orientierte. Doch die auf fast 4,46 Meter gestreckte Karosserie mit ihrem an einen Kombi erinnernden Zuschnitt war für die Branche ungewöhnlich. Tatsächlich stellte der bis 1982 im Programm verbliebene Elite als Shooting Brake eine große Ausnahme dar und polarisierte bei seiner Marktpremiere entsprechend. Als Gebrauchtwagen nahm der Elite der zweiten Generation jedoch gerade aus diesem Grund eine besondere Stellung ein: Er galt als einer des exzentrischsten Sportwagen der Marke Lotus, die mit dem Coupé zugleich ihren Anspruch dokumentierte, in der Luxusklasse der großen Coupés mit dabei zu sein.

Der Elite der zweiten Generation ist einer der wenigen 4-Sitzer von Lotus

Der lang ausgestellte Dachaufbau mit dem abrupten Übergang zum Schrägheck mochte optisch gewöhnungsbedürftig sein. Doch er gab dem Elite seinen Charakter und bot überdies einen praktischen Vorteil: Im Fond stand dank der besonderen Karosserieform des Shooting Brakes trotz der auf 1,21 Meter beschränkten Höhe des Elite ausreichend Raum zur Verfügung, um das Kombi-Coupé als 4-Sitzer ausstatten zu können. In anderen Baujahren gab es von Lotus hingegen maximal 2+2-Sitzer, wie sie in der Klasse der großen Sportcoupés üblicher waren. Neben einem größeren Innenraum sollte der Elite jedoch auch mehr Luxus und Komfort bieten, als es die Kunden von frühen Modellen des Kleinserienherstellers gewohnt gewesen waren. So gab es den Lotus-Viersitzer auf Wunsch mit Klimaanlage, Servolenkung oder einem automatischen Getriebe mit drei Stufen, das die in den Basisversionen serienmäßig verbaute Vier- oder Fünfgangschaltung ersetzen konnte. Zum Marktstart bot Lotus den Elite der zweiten Generation mit einem Vierzylinderbenziner der 2,0 Liter Hubraumklasse an, der dem Shooting Brake eine Leistung von bis zu 116 kW (157 PS) zur Verfügung stellen konnte. In den letzten Baujahren lief der knapp 2500 Mal produzierte Elite mit einem 2,2 Liter Triebwerk bei Lotus vom Band.