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Ford Cougar

Stärken
  • kräftiger Motor
  • sichere Straßenlage
  • gute Verarbeitung
Schwächen
  • nicht geeignet für Kindersitze
  • schwierige Handhabung
  • gewöhnungsbedürftiger Stil

Fahrspaß zwischen Sportwagen und Alltagsauto

In Nordamerika gehört der Cougar bereits seit den 1960er Jahren zu den Kultfahrzeugen mit einer auffälligen Coolness. Nicht ganz Sportwagen, aber auf keinen Fall ein Familienwagen für den Alltag. Erst mit der achten Generation schaffte das Modell den Sprung über den großen Teich und wurde von 1998 bis 2002 als Ford Cougar in Europa angeboten. Allerdings ziemlich erfolglos, sodass die gesamte Baureihe 2002 eingestellt wurde. Weiterlesen

Die häufigsten Fragen und Antworten.

Der Ford Cougar ist ein Kombicoupé mit einer runden Front und hoch gezogener Heckklappe.

Fords Antwort auf den Chevrolet Camaro

1964 stellte der amerikanische Hersteller den Ford Mustang vor und traf damit einen Nerv. Sportlich anmutende Autos lagen im Trend, den der Konkurrent General Motors verschlafen hatte. Der Mustang wurde zum Erfolg, doch General Motors schraubte schon an seinem eigenen Sportwagen namens Chevrolet Cama-ro. Um seine Marktanteile zu verteidigen, brachte Ford parallel zum Camaro den Mercury Cougar heraus: eine etwas luxuriösere Variante des Mustangs – für eine sportliche Optik bei gleichzeitig hohen Ansprüchen an Exklusivität und Komfort. Der Name “Cougar” steht für einen in Amerika beheimateten Puma bzw. Berglöwen. In der ersten Generation war der Cougar mit einem Achtzylinder-Motor und 4,7 bis 6,4 Litern Hubraum unterwegs, während der Mustang nur über sechs Zylinder verfügte. Schon bald stand der Mer-cury für voluminöse Motoren bis 7,5 Liter Hubraum und eine luxuriöse Ausstattung. Bis zum Ende der 1970er Jahre wuchs das Fahrzeug auf eine Länge von 5,6 m heran, bevor die zweite Ölkrise den sogenannten Pony-Cars das Leben schwer machte.

Ein Mercury Cougar für den europäischen Markt

Leistungssteigerung um jeden Preis war nicht mehr angesagt. Also reduzierte die Ford-Tochter Mercury die Außenmaße und den Hubraum während der 1980er Jahre. Das Auto tauschte immer mehr Ecken und Kanten gegen zeitlose Rundun-gen ein, so wurde der sportliche Wagen doch immer mehr zum Mainstream-Coupé für den Alltag. Ende der 1990er Jahre war es dann endlich so weit, das Fahrzeug wagte endlich den Sprung nach Europa. Gerade noch in der letzten Ge-neration, bevor die Baureihe im Jahr 2002 nach mehr als 230.000 produzierten Exemplaren komplett eingestellt wurde. Aufgrund der fehlenden Infrastruktur des amerikanischen Herstellers Mercury in Europa übernahm Ford selbst den Vertrieb des Fahrzeugs. Als Ford Cougar kam er in Deutschland auf den Markt und war bis auf wenige Details mit sei-nem Vorbild identisch. Am Kühlergrill, an der Front- und Heckbeleuchtung sowie an Fahrwerk und Bremsen lassen sich die Unterschiede erkennen. Gefertigt wurde der Ford Cougar weiterhin in Nordamerika – einem Gemeinschaftswerk aus Ford und Mazda in Michigan. In Europa erfolgte nur noch die Endmontage mit wenigen landesspezifischen Änderungen. Sogar Rechts- und Linksländer liefen in den USA vom Band, wodurch die Vermarktung in Großbritannien und Australien möglich war.

Produktion in Michigan, Endmontage in Europa

Ein ähnliches Vorgehen verfolgte der Hersteller bereits beim Vorgänger Ford Probe. Das Sport-coupé wurde in zwei Generationen von 1988 bis 1997 in den USA gebaut und als Importfahrzeug für den europäischen Markt umgerüstet. 1998 löste die Marke den Probe durch den Ford Cougar ab und wollte damit an den Erfolg des Ford Capri aus den 1970er Jahren anschließen. Für diese Aufgabe griffen die Konstrukteure auf die Platt-form der Mittelklasse-Limousine Ford Mondeo zurück und kombinierten diese mit zwei verschie-denen Motoren mit Vierventil-Technik: einem Zetec-Reihen-Vierzylinder und einem Duratec-V-Sechszylinder, der so ähnlich schon im Mercury Mystique, Ford Contour, Jaguar X-Type und im Mondeo zum Einsatz kam.

Benzinmotoren im Ford Cougar:

  • Ford Cougar 2.0 16V: 4 Zylinder, 2,0 Liter Hubraum, 96 kW (130 PS) Leistung, 209 km/h Höchstgeschwindigkeit, beschleunigt in 10,3 Sekunden auf 100 km/h, hat einen Verbrauch von 8,5 Litern Super auf 100 km und CO2-Emissionen von 202 g/km.
  • Ford Cougar 2.5 24V: 6 Zylinder 2,5 Liter Hubraum, 125 kW (170 PS) Leistung, 225 km/h Höchstgeschwindigkeit, beschleunigt in 8,6 Sekunden auf 100 km/h, hat einen Verbrauch von 9,5 Litern Super auf 100 km und CO2-Emissionen von 228 g/km. Mit dem viertstufigen Automatik-Getriebe liegen Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung des V6-Antriebs ungefähr auf dem Niveau des Vierzylinders.

Cougar ST200 – Das nicht produzierte Topmodell

Das schnellste Modell ist eigentlich der Cougar ST200 – mit 151 kW (205 PS) Leistung und 230 km/h Höchstgeschwindig-keit. 1999 wurde er der Presse vorgestellt. Doch kurz vor der Markteinführung machte der Hersteller einen Rückzieher und sagte alle Pressetermine, Messen und Fotoshootings ab. So kam es für den Cougar ST200 nie zur Auslieferung, alle Vorserienmodelle wurden vernichtet. Nur drei existierende Fahrzeuge dieser Art sind bekannt. Und wenn doch mal ein Cougar ST200 auf der Straße unterwegs ist, dann ist es höchstwahrscheinlich ein privater Umbau, bei dem der Antrieb des Mondeo ST200 in eine Cougar-Karosserie eingesetzt wurde.

Heckklappe im amerikanischen Stil

Von den wuchtigen Kanten des ersten Mercury Cougars ist beim dem Coupé von 1998 nicht mehr viel zu sehen. Bei der Seitenansicht erinnert die Karosserie eben an ein klassisches, schlankes Coupé. Den Unterschied macht das hochgestellte Heck mit den großflächigen Heckleuchten sowie dem integrierten Stoßfänger. Von hinten sieht man dem Auto deutlich seinen amerikanischen Ursprung an – was nur wenigen Europäern gefällt. Deshalb hat das Mittelklasse-Coupé mit der großen Heckklappe auch nur wenige Käufer außerhalb der USA gefunden. Doch die sind eine eingeschworene Gemein-schaft, die ihre “Pumas” hegen und pflegen. Besonders anfällig bei einem Gebrauchtwagen dieser Baureihe sind Len-kung, Ölverlust, die vordere Beleuchtung sowie die Feststellbremse. Dafür halten Fußbremse und Auspuffanlage beson-ders lange durch und vor allem der Korrosionsschutz ist vorbildlich. Doch eigentlich steckt im sportlichen Coupé ein Mon-deo mit zwei Türen, sodass die Zuverlässigkeit groß geschrieben wurde und auch die Preise für Ersatzteile im Rahmen bleiben. Nur bei den Cougar-spezifischen Blechteilen kostet die Reparatur etwas mehr, doch dafür fährt der Besitzer ja auch einen exklusiven Wagen.

Nicht so sportlich wie er gern sein will

Zur Markteinführung dichtete der Hersteller dem sportlichen Coupé ein Easy-Rider-Gefühl an. Doch durch die Mondeo-Grundlage kommt das Auto gar nicht so sportlich daher, wie es selbst gern hätte. Ein Honda Prelude der fünften Generation kann noch deutlich mehr Power aus seinem 2,2-Liter-VTi-Antrieb herausholen. Doch einen Vorteil hat die hoch gezogene Heckklappe: Im Vergleich zu seinen Mitstreitern hat der Ford erstaunlich viel Platz in seinem Kofferraum. 2001 bekam das Auto eine leichte Modellüberarbeitung. Optisch haben sich nur ein paar Details verändert, zum Beispiel Frontscheinwerfer, Felgen und ein modernisiertes Interieur. Von der technischen Seite her gab es keine relevanten Anpassungen.

Fazit

Ein Großteil der Bauteile des Ford Cougar stammen vom Ford Mondeo. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass sich das Coupé gar nicht so sportlich anfühlt und fährt, wie seine Vorgänger aus den 1960er und 1970er Jahren es vielleicht ver-muten lassen. Dabei nimmt der “Puma” eine schwierige Position zwischen Sportwagen und Alltagsauto ein, wobei er keins von beidem ist. Wer sich so einen Wagen zulegt, der hat sich in das Design und die Ausstrahlung verliebt und möch-te damit im Straßenverkehr auffallen. Dank Mondeo-Technik gehört das Ford Cougar Coupé auch noch zu den zuverläs-sigen und langlebigen Gebrauchtwagen. Doch er ist absolut kein Alleskönner und muss gut gepflegt werden, dann hat der Fahrer viel Spaß für relativ wenig Geld.

Fahrzeugbewertungen zu Ford Cougar

12 Bewertungen

4,2