Landwirtschaftliche Geräte und Nutzfahrzeuge von Ackermann

Ackermann Fahrzeugbau wurde im Jahre 1850 von C. W. Ackermann gegründet. Hauptsitz war Wuppertal-Vohwinkel im Bergischen Land und die Firma konzentrierte sich zunächst vor allem auf den Bau von landwirtschaftlichen Nutzgeräten für Fuhrwerke, die von Pferden gezogen wurden. Mit der beginnenden Motorisierung weitete man das Geschäftsgebiet aus und bot ab den 1920er Jahren auch Lastkraftwagen, Anhänger für diese und dazu passend verschiedene Aufbauten an. Zum Markenzeichen wurden die runden Dächer, die besonders bei den Möbelwagen zum Einsatz kamen. In den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Ackermann maßgeblich die Zellenbauweise von Aluminium-Anhängern. Das Ergebnis ist unter anderem unter dem Namen Pullmann-Möbelwagen bekannt. Als Basis benutzte die Firma Lastwagen von unterschiedlichen deutschen Herstellern, darunter Magirus-Deutz, MAN oder auch Mercedes-Benz. Auch an der Entwicklung der Kühlanhänger hatte Ackermann einen großen Anteil. Ab den 60er Jahren wurden in Zusammenarbeit mit Speditionen speziell für diesen Zweck konzipierte Fahrzeuge entwickelt, die damals noch als Thermoswagen bezeichnet wurden.



Ausweitung der Produktionsstandorte

Mitte der 60er Jahre vergrößerte sich Ackermann Fahrzeugbau und man baute einen zweiten Produktionsort im hessischen Wolfshagen bei Kassel auf. Dort wurden vor allem Kofferaufbauten für Lastwagen gefertigt, die aus Verbundkunststoff bestanden. Diese wurden primär für den Einsatz im Lebensmitteltransport und für Kühlfrachten hergestellt. Anfang der 70er Jahre stellte sich der Fahrzeugbauer in der Ackermann-Fruehauf GmbH neu auf und produzierte von nun an in insgesamt fünf Fertigungsstellen in Deutschland. Dies waren neben Wuppertal und Wolfhagen noch Schierling in Bayern, Treis in Rheinland-Pfalz und Hamburg. Gleichzeitig begann man damit, Sattelauflieger mit hohem Ladevolumen zu entwickeln. In den 80er und 90er Jahren expandierte das Unternehmen und eröffnete Zweigstellen in Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Im Frühjahr 1996 ging die Ackermann-Fruehauf-Gruppe jedoch in die Insolvenz. Durch die Investition der GESCO AG konnte das Kerngeschäft des Ackermann Fahrzeugbaus in Wolfhagen ab 1996 fortgeführt werden. Dabei konzentrierte sich der Hersteller fortan wieder auf die ursprüngliche Fertigung von Kofferanhängern für den Möbeltransport sowie Kühlanhängern. Als Tochterfirma gründete man die Ackermann Fahrzeugbau Oschersleben GmbH mit Sitz in Sachsen-Anhalt. Dort werden seither vor allem Anhänger, Auflieger und Aufbauten für Nutzfahrzeuge von Volkswagen gefertigt.



Das Produktpotfolio und bekannte Modelle

In den 90er Jahren erreichte Ackermann mit seinen Kombitrailern europaweit eine große Verbreitung. Diese Auflieger sind heutzutage auch in Form von Gebrauchtwagen noch aufzufinden. Ebenfalls gebraucht erhältlich sind die zahlreichen Modelle von Aufliegern für Sattelschlepper der neueren Baureihen. Dazu gehören unter anderem die Tiefladerauflieger, die von Ackermann als Baucraft-Serie mit unterschiedlichen Kapazitäten angeboten werden. Weiterhin produziert die Firma Anhänger für den Baustofftransport. Der Baustoffler Heavy Light ermöglicht bei einem Leergewicht von 2,8 Tonnen eine maximale Zuladung von 15 Tonnen. Auch Anhänger von Ackermann Fahrzeugbau sind als Gebrauchtwagen für Möbeltransporte und Kühlfrachten in mehreren Stufen von 3,5 bis 12 Tonnen erhältlich. Hierzu zählt etwa das Modell MÖBLER HeavyLight, das als Möbelkoffer-Anhänger und als Festaufbaunutzfahrzeug verfügbar ist. Im Agrarbereich bietet Ackermann Kippanhänger für Getreide an, die an Traktoren genutzt werden können. Vor allem Auflieger und landwirtschaftliche Geräte verlieren gebraucht nur wenig an Wert und sind deshalb auch in dieser Form weit verbreitet und gefragt.

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