Eine Betonpumpe dient dazu, flüssigen Beton in die Höhe zu pumpen und kommt vor allem beim Bau von Hochhäusern, Staudämmen oder Brücken zum Einsatz. Dabei gibt es zwei verschiedene Sorten von Betonpumpen: Die größere Version ist auf einen Auflieger montiert und kann von dort aus per Fernsteuerung mit einem Roboterarm den Beton zielgenau auftragen. Die kleinere Pumpenart wird auf einem LKW montiert und pumpt Beton nach oben, wo er dann von Arbeitern aufgetragen wird. Diese Pumpe wird für kleinere Projekte verwendet, etwa um einen Swimmingpool zu bauen oder für Einfamilienhäuser. Eine Betonpumpe muss zahlreiche Anforderungen erfüllen, denn Beton ist zähflüssig, schwer und körnig und muss ständig in Bewegung gehalten werden, damit er nicht erstarrt.

Von deutschen Ingenieuren erdacht

Bevor die Betonpumpe erfunden wurde, mussten die Baustoffe über ein unpraktisches Körbe- oder Kransystem nach oben transportiert werden. Den deutschen Ingenieuren Max Giese und Fritz Hull kam dann die Idee, den Beton durch ein Röhrensystem nach oben zu schaffen. Die erste Pumpe wurde 1932 patentiert, die ersten Modelle schafften eine Höhe von 38 Metern.

Kolbenpumpen, Rotorpumpen und der Betonverteilermast

Die ersten Betonpumpen waren Kolbenpumpen und auch heute noch verrichten hydraulische Doppelkolbenpumpen ihre Arbeit auf Baustellen. Andere Pumpen werden durch ein Rotorpumpensystem betrieben: Dabei wird der Beton über ein Rollensystem befördert, das den Förderschlauch quetscht. Bei Pumpen, die den Beton besonders hoch drücken müssen, also auf großen Baustellen, werden immer auch Betonverteilermasten eingesetzt. Diese extrem hohen Konstruktionen sind in der Regel faltbar und messen, obwohl sie voll ausgefahren an die 100 Meter erreichen, zusammengefaltet nur 4 Meter. An die Verteilermasten sind Arme angebracht, die voll hydraulisch bewegt werden und dabei durchaus flexibel bleiben können. So ist es möglich, dass sie auch durch kleinere Hindernisse hindurch geführt werden können, durch ein Fenster zum Beispiel, was die Arbeit natürlich enorm erleichtert.

Betonpumpen aus Baden-Würtemberg im Einsatz in Fukushima

Die Firma Putzmeister aus Aichtal hat sich auf Betonpumpen spezialisiert und hält auch diverse Rekorde in diesem Fachgebiet, etwa für die größte Betonbumpe der Welt oder die mit der größten Förderhöhe. Die Autobetonpumpe M 58-5 RZ wurde zum Beispiel nach dem Erdbeben in Fukushima eingesetzt, um den Reaktorblock zu kühlen. Der Mast der Maschine hat fünf Arme und erreicht ausgefaltet damit eine Höhe von fast 60 Metern. Die Förderleistung der Pumpe beträgt stangenseitig 160 Kubikmeter in der Stunde. Die Firma Schwing bietet auch Betonlaster mit Pumpe an, die zwar nicht dieselbe Pumpleistung, dafür aber den Beton auf dem selben Fahrzeug liefern.
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