Betonpumpen liefern Frischbeton bis in 70 Meter Höhe

Fertig gemischter Beton gehört wegen seines hohen Anteils an Sand, Kies und Wasser zu den schwersten Baustoffen. Sein hohes spezifisches Gewicht würde schon auf kleinen Baustellen einen Transport in Eimern oder Karren nahezu unmöglich machen. Deswegen wurden parallel zu den maschinellen Betonmischanlagen zugleich auch technische Lösungen für den schnellen Transport des fertigen Betons von den Mischanlagen zum Einsatzort entwickelt. Im Prinzip ist dazu nicht mehr als ein Motor, eine Pumpe und ein Rohrleitungssystem notwendig, durch das der Beton hindurchgepumpt werden kann, da er im frischen Zustand eine gute Fließfähigkeit besitzt. Solche einfachen Pumpenanlagen können auf LKW-Ladeflächen oder auf dem Gelände der Baustelle installiert werden. Über horizontal verlegte Rohrleitungen lässt sich Beton dann über hunderte Meter Entfernung transportieren. Im Hochbau wird heute jedoch in erster Linie mit Fertigbeton gearbeitet, der mit Betonmischfahrzeugen ab Werk angeliefert wird. Um diesen Frischbeton über weite Distanzen oder in große Höhen pumpen zu können, bieten mobile Betonpumpen die effektivste Lösung. Die Hersteller von Nutzfahrzeugen haben dazu Fahrzeuge konstruiert, die Misch- und Pumpfunktion auf einem Fahrgestell vereinigen. Zur Überbrückung größerer Distanzen kommen Spezialfahrzeuge zum Einsatz, die einen Aufbau mit ausfahrbaren Verteilermasten besitzen. Die größten dieser mobilen Betonpumpen können den Fertigbeton in fast 70 Meter Höhe pumpen.

Entwicklung der ersten Betonpumpen

Beton gilt als ultramoderner Baustoff, mit dem die gigantischsten Bauwerke unserer Zeit von Staumauern bis zu Wolkenkratzern errichtet werden. In Wahrheit aber fand Beton bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in der Bauindustrie zunehmend Verwendung. Entsprechend früh machten sich Ingenieure Gedanken, wie man den Baustoff ohne menschliche Arbeitskraft von der Mischanlage zum Verwendungsort befördern könnte. Im Jahre 1927 gab es dazu die erste Betonpumpe. Sie war auf einem Fahrgestell montiert und besaß einen Benzinmotor mit Riemenantrieb. Die Pumpleistung ermöglichte es immerhin bereits, den Beton über Entfernungen von knapp 100 Metern und auf Höhen von über 30 Metern zu befördern. Im Alltag wurde dieser Urtyp der Betonpumpe erstmals beim Bau des Deutschen Hauses in Flensburg im Jahr 1928 eingesetzt.

Fünf Typen von Betonpumpen

Auf den heutigen Baustellen kommen unterschiedliche Typen von Betonpumpen zum Einsatz, die meistens mit leistungsstarken hydraulischen Kolbenpumpen arbeiten. Es gibt sie als Standgeräte oder als Anhänger, in Kombination mit einem Betonmischfahrzeug oder als mobile Pumpe auf einem LKW-Fahrgestell, das zusätzlich mit einem Verteilermast als Aufbau ausgestattet sein kann, der zusammengefaltet nicht höher als vier Meter ist. Ausgefahren kann der Beton damit in Höhen zwischen 30 bis knapp 70 Meter befördert werden. Zu unterscheiden sind im einzelnen: Betonpumpeneinheiten für die Installation auf der Ladefläche eines LKW oder zum Absetzen im Gelände. Straßentaugliche Anhänger-Betonpumpen, die an ein Zugfahrzeug angekoppelt werden. Fahrmischerbetonpumpen mit einem Aufbau aus Mischtrommel und Verteilermast für Distanzen bis ca. 30 Meter. Fahrbetonpumpen mit Hydraulikpumpenanlage als Aufbau ohne Verteilermast.
Fahrbetonpumpen mit Verteilermast und weitreichender Rohrleitung.

Hersteller, Marken und Preise

Fiat-Iveco, Italien (Fahrmischerbetonpumpe Cursor 350 u.a.); Mercedes-Benz, Deutschland (Fahrbetonpumpen aus der Reihe 3241, 3028 u.a.); Putzmeister, Deutschland (Fahrmischerpumpe Pumi, Fahrbetonpumpen BRA- und BRF-Reihe, HTB und DHF-Reihe u.a.); Schwing, Deutschland (Fahrbetonpumpen S 52 SX, S 17, S 28 X; Anhängerbetonpumpen BP 750R und FBP-Reihe u.a.); Volvo-Ford, USA-Schweden (Fahrbetonpumpe FH 12 u.a.); VW-MAN-Scania, Deutschland (Fahrbetonpumpe MAN TGA-Reihe, Fahrbetonmischer Scania 380 u.a.). Die Preise auf dem Gebrauchtmarkt liegen bei ca. 10.000 Euro für eine Anhängerbetonpumpe, 65.000 Euro bis über 90.000 Euro für einen Fahrbetonmischer mit Pumpe und ca. 90.000 Euro für ein Mischerfahrzeug ohne Pumpe jüngeren Baujahrs. Ein Betonpumpenfahrzeug mit 26 Meter Reichweite wird gebraucht für ca. 40.000 Euro angeboten. Das Modell mit einer Arbeitshöhe von über 40 Metern kostet als Gebrauchtfahrzeug über 300.000 Euro. 
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