Als Gerüste werden Hilfskonstruktionen bezeichnet, die aus Aluminium, Stahl oder auch aus Holz bestehen und mit einer oder mehreren Arbeitsplattformen versehen sind. In der Regel dient ein Geländer, das gleichzeitig auch zur Stabilität beiträgt, als Schutz vor einem Sturz in die Tiefe. Gerüste kommen sowohl in Form von Arbeitsgerüsten als auch als Schutz- und Schalungsgerüste zum Einsatz. Arbeitsgerüste unterliegen europaweit gültigen Normen, wobei in Deutschland die Unterscheidung in Arbeits- und Schutzgerüst existiert. Vorschriften für Schutzgerüste finden sich aus diesem Grund zusätzlich in der DIN. Für Traggerüste und Rollgerüste gelten wiederum andere Normen. Zudem müssen die einzelnen Gerüstteile den Anforderungen der DIN 18451 VOB/C (Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen, Gerüstarbeiten) entsprechen.

Die verschiedenen Tragsysteme

Unterschieden werden Gerüste nach den Tragsystemen. Das Standgerüst steht, wie der Name sagt, auf dem Boden und die zugehörigen Gerüstteile sind an einem Rahmen, einer Leiter oder Holzstangen befestigt. Im Gegensatz dazu werden Hängegerüste an einer Konsole, einem brückenähnlichen Bauteil oder einem Ausleger frei schwebend angebracht. Mit einer Befestigung an der Decke hängen die Auslegergerüste an Trägern, die aus einer Mauer oder Ähnlichem herausragen. Die fix mit einer Wand verbundenen Konsolgerüste befinden sich an einer Aufhängung, die nach dem Abbau des Gerüstes entfernt wird.

Die Zusammensetzung eines Gerüsts

Grundsätzlich besteht ein Gerüst aus einem Rahmen, dessen Füße mithilfe einer Spindel verstellbar sind, um Unebenheiten auf der Standfläche auszugleichen. Auf diesen Rahmen lassen sich weitere Rahmenteile aufstecken, bis dass das Gerüst die notwendige Höhe erreicht. Innerhalb des Rahmens liegen Gerüstmatten oder Böden, bei den aktuellen Gerüsten in Form von Klemmböden, so dass der Wind sie nicht anheben kann. Gerüstböden versteifen den Rahmen zusätzlich in horizontaler Richtung. Für den Weg zwischen den Etagen gibt es sogenannte Leitergänge. Bei modernen Gerüsten kommen Gerüstböden mit hochklappbaren, bereits fest vormontierten Leitern zum Einsatz. Sowohl für den Personen- als auch den Materialtransport besteht ab einer Höhe von 14 Metern und einer Breite von 10 Metern die Vorschrift zur Anbringung spezieller Kletteraufzüge. Ähnlich wie tragende Wände eines Bauwerks leitet der Gerüstrahmen das Gewicht des Gerüsts in den Boden ab. Diagonale Streben an den Seiten verhindern, dass sich ein Gerüst in Längsrichtung neigt. Besonders hohe Gerüste werden mit Ösenschrauben an der Wand befestigt und verleihen ihnen zusätzlich Halt. Zwischen den vertikalen Streben müssen Bordbretter befestigt sein, damit kein Material auf die Straße fällt oder jemand beim Ausrutschen unter dem Geländer hindurchgleitet.
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