Fortschritt – Landtechnik der DDR weiterentwickelt

Der Name Fortschritt steht für den größten Landtechnikhersteller in der DDR in der Zeit von 1951 bis 1990 und bezeichnet einen privaten Landtechnikhersteller in Sachsen.


Die wechselhafte Geschichte der Fortschritt Werke

1949 wurden die Herkules-Landmaschinen-Werke im sächsischen Neustadt und die Landmaschinenfabrik Stolpen zu den Fortschritt Landmaschinenwerken zusammengeschlossen. Im Jahr 1951 wurden dann 3 weitere sächsische Werke mit diesen vereinigt – der Maschinen- und Getriebebau Kirschau, die Landmaschinenfabrik Bischofswerda und der Kombinus-Dreschmaschinenbau Singwitz. Nach einigen Umbenennungen erhielt dieser Betriebszusammenschluss 1964 den Namen VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen.
Die zentrale Leitung des Kombinats war ebenso wie ein Forschungs- und Entwicklungsbereich in Neustadt angesiedelt. Der Aufgabenbereich umfasste die Maschinensysteme für die Halmfutterproduktion und -verarbeitung sowie die Getreideproduktion und Getreideverarbeitung für die gesamte DDR. Nach dem Ende der DDR stoppte das Kombinat am 30. Juni 1990 seine Produktion. Unter Treuhandverwaltung wurde es in 53 GmbHs aufgeteilt. Der in Neustadt ansässige Stammbetrieb behielt als einziger den Namen bei und existierte als Fortschritt Erntemaschinen GmbH weiter. Der Betriebsteil in Stolpen fertigte ab 1993 als Maschinenfabrik Stolpen weiterhin Landtechnik.
Aufgrund diverser Übernahmen und Fusionen wurde die Fortschritt Erntemaschinen GmbH in Neustadt 1999 endgültig geschlossen. Die Maschinenfabrik Stolpen und die ARNEUBA Landtechnik und Fahrzeuge GmbH aus Schlettau im Erzgebirge entschieden 2013 unter dem Namen Fortschritt wieder Landtechnik herzustellen, welche teilweise auf den DDR-Modellen basiert.


Modelle des Kombinats Fortschritt Landmaschinen

Am Anfang wurden im Kombinat verschiedene Typen von Dreschmaschinen, Jauchepumpen und Strohpressen hergestellt. Es folgten erste eigene Weiterentwicklungen auch im Bereich von Heuwerbungsmaschinen und Traktoranbaumähwerken. In den folgenden Jahren wurden die Maschinen zunehmend auf die Bedürfnisse landwirtschaftlicher Großbetriebe ausgerichtet. Nacheinander begann die Produktion der Räum- und Sammelpresse T242, des Mähladers E 062, des Feldhäckslers E 065 bis 067, der Hochdruckpresse K 441 und K 442, des Radrechwenders E 247/249, des Schlegelhäckslers E 069 sowie des Mehrzweckanhängers und Stalldungstreuers T 087.
Ab Ende der 1950er Jahre wurde ein Schwerpunkt auf die Halmfuttererntetechnik gelegt. Daher erfolgte die Fertigung selbstfahrender Halmfuttererntemaschinen wie dem selbstfahrenden Schwadmäher E 301 bis 303 und dem selbstfahrenden Feldhäcksler E 280 bis 281. Mit einer Produktionsmenge von je rund 90.000 Stück in der Zeit von 1970 bis 1989 erreichte das Kombinat Fortschritt Landmaschinen einen weltweit bis heute ungebrochenen Rekord für diese beiden Maschinentypen. Darüber hinaus wurden unter anderem auch verschiedene Mähdrescher der Typen E 175, 512, 514, 516, 517, 524 hergestellt, sowie die Hochdruckpressen K 453 und 454.


Die Produktion nach 1990

Die Fortschritt Erntemaschinen GmbH führte ihre Produktion mit weiter- und neuentwickelten Typen fort. Es wurden die selbstfahrenden Schwadmäher E 304 und 340 sowie die selbstfahrenden Quadergroßballenpressen E 530, 540, 550 produziert. Neben weiteren Mähdreschermodellen ergänzten Aufbauten für Müllfahrzeuge das Programm.


Die Fortschritt-Modelle

Basierend auf der Hochdruckpresse K 454 mit ihren jahrzehntelang bewährten wartungsfreien Raussendorf-Hochleistungsknotern haben die Firmen ARNEUBA und Maschinenwerk Stolpen die Hochdruckpresse K 464 konstruiert. Sie ist stabiler und bringt mehr Leistung als ihre Vorgänger. So kann mit ihr sogar Anwelkgut verarbeitet werden. Zudem ermöglicht sie Ballengewichte von mehr als 75 kg.
Im Bereich der Seitenzug-Hochdruckpressen stellt sie das weltweit leistungsstärkste Modell dar. Daneben hat ARNEUBA noch den Fortschritt Siloverteiler Herkules 280 im Programm, der das Schnittgut besonders schnell und effektiv für die Silage verteilt.


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