Von Köla zu DEUTZ-FAHR: Nutzfahrzeuge im Wandel

Heute ist der Name Köla untrennbar mit der Firma DEUTZ-FAHR verbunden. Die Firmengeschichte hat eine bemerkenswerte Wende genommen: vom Marktführer hin zu einem festen Bestandteil eines weltweit erfolgreichen Unternehmens. Die Marke Köla stand rund 100 Jahre lang für Mähdrescher, Häcksler und vieles mehr – heute findet auf dem ehemaligen Firmengelände die Produktion für DEUTZ-FAHR statt. Michael Ködel gründete 1870 eine eigene mechanische Werkstatt und startete einige Jahre später mit der Produktion von Nutzfahrzeugen wie Rübenschneidern und Dreschern. In den 1930er Jahren hatte sich das Unternehmen zu Europas größter Dreschmaschinenfabrik entwickelt. Die Fertigung des ersten Mähdreschers und die Umfirmierung in Ködel & Böhm waren 2 bedeutende Ereignisse des Jahres 1940. 30 Jahre später übernahm die Fahr AG die Firma und wandelte sie in ein Zweigwerk um, das Mähdrescher produzieren sollte. Der Standort ist in Lauingen verblieben.

Innovationen sorgten für den Firmenerfolg

Köla hatte sich auf die Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen spezialisiert. Zum Sortiment gehörten unter anderem Mähdrescher, Ladewagen, Stalldungstreuer und Häcksler. Strohpressen, landwirtschaftliche Anhänger, Allesschneider und Feldhäcksler ergänzten das Angebot. Eine bedeutende Errungenschaft von Köla waren die Entwicklungen und Weiterentwicklungen im Bereich der Mähdrescher. Anfang der 1960er Jahre brachte der Hersteller einen Mähdrescher mit hydrostatischem Antrieb auf den Markt: eine Innovation zur damaligen Zeit. Ein weiteres Spezialgebiet von Ködel & Böhm waren die Feldhäcksler. Über mehrere Jahre hinweg hielt das Unternehmen mit der Kernmarke Köla die Marktführerschaft in diesem landwirtschaftlichen Bereich.

Bekannte Produkte von Köla

Ein Produktbeispiel ist der Köla Combi Spezial, der eine Leistung von 34 PS erbringt. Der Mähdrescher ist in der Lage, die Haspel in horizontaler Richtung zu verstellen. Der Antrieb erfolgt mechanisch. Das Schneidwerk besitzt eine Breite von rund 2 m. Auf dem Gebrauchtmarkt findet man gut erhaltene Ladewagen der Marke Köla, die über seitliche Kippfunktionen verfügen. Schwenkbare Ladewagen ermöglichen es, mit dem Messerbalken zu mähen und innerhalb einer Überfahrt direkt aufzuladen. Der Kölastar war ein leistungsstarker Feldhäcksler, der heute zu den Kultfahrzeugen des ehemaligen Herstellers gehört. Köla stellte außerdem Heugebläse her, beispielsweise ein 9,2 kW starkes Modell. Der Rohrdurchmesser betrug rund 38 cm. Der Auswurfwinkel war verstellbar. In den 1960er Jahren wurde der Köla-EAS-21-Ladewagen produziert. Er ist noch heute auf dem Gebrauchtmarkt der Nutzfahrzeuge erhältlich, was die außerordentliche Langlebigkeit und Qualität der Produkte verdeutlicht. Die Produktion unter dem Namen Köla wurde in einigen Bereichen auch nach der Übernahme 1970 fortgesetzt, sodass die spätere Produktion der Ladewagen auch mit Baujahren der 1970er Jahre erhältlich sind.
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