Düngerstreuer sind landwirtschaftliche Geräte, die der dosierten Ausbringung körnigen Düngers auf landwirtschaftlichen Nutzflächen wie Äckern und Wiesen dienen. Düngerstreuer existieren heute sowohl in der Variante ohne eigenen Antrieb, die von Traktoren und Schleppern gezogen werden, als auch in der Version als Selbstfahrer. Der Dünger selbst wird dabei über unterschiedliche Verfahren und Mechanismen ausgebracht. Eine gebräuchliche Form des Düngerstreuers ist der Schleuderstreuer. Je nachdem, wie die Verteilung des Düngers auf der Ackerfläche vorgenommen wird, gibt es bei den Schleuderstreuern die Untergruppen des Pendelrohrstreuers und des Scheibenstreuers. Der Pendelrohrschwinger bringt das Düngematerial durch ein gleichmäßig hin und her schwenkendes Rohr, das Pendelrohr, auf der Ackerfläche aus. So wird eine gleichmäßige Verteilung des Düngers erreicht. Da durch bautechnische Beschränkungen die mögliche Arbeitsbreite bei diesem Gerät auf höchstens 15 Meter beschränkt ist, ist der Pendelrohrstreuer kaum noch in Gebrauch. Wesentlich populärer ist hingegen der Scheibenstreuer, der auch als Zentrifugalstreuer bezeichnet wird. Ein waagerechtes, scheibenförmiges Schleuderwerk verteilt den Dünger über die Ackerfläche. Es sind Einscheiben-Zentrifugaldüngerstreuer und Zweischeiben-Zentrifugaldüngerstreuer in Gebrauch, wobei durch letztere Variante eine gleichmäßigere Verteilung des Düngers möglich ist.

Moderne Techniken ermöglichen breite Arbeitsflächen

Der Pneumatikstreuer oder Exaktstreuer bringt den Dünger hingegen durch einen Luftstoß aus. Dadurch wird eine sehr gleichmäßige Verteilung des Düngers erreicht. Zudem sind Arbeitsbreiten von bis zu 36 Metern möglich. Der Nachteil ist allerdings die starke Windempfindlichkeit des Verfahrens, besonders bei sehr feinkörnigem Dünger. Der Schneckenstreuer verteilt den Dünger über eine perforierte Schnecke, die die gesamte Arbeitsbreite der Maschine einnimmt. Durch die bei dieser Maschine signifikant niedrigere Staubentwicklung, eignet sie sich besonders zur Ausbringung von Düngekalk und Thomasmehl. Der Kastendüngerstreuer verfügt schließlich über eine Lochrüttelplatte, die das Düngemittel über die gesamte Arbeitsbreite hin auf der Fläche verteilt. Kastendüngerstreuer finden heute jedoch kaum noch Verwendung.

Die Einstellungen der Düngerstreuer

Alle Düngerstreuer müssen so konstruiert sein, beziehungsweise konfiguriert werden können, dass nach ihrem Einsatz eine möglichst optimale Versorgung aller Pflanzen auf dem Schlag mit dem ausgebrachten Düngemittel erfolgen kann. Die Verteilung des Düngemittels kann in Fahrtrichtung (längs), wie in Querrichtung erfolgen. Neben der Richtung beeinflusst die Dosierung der Ausbringungsmenge den Erfolg des Verfahrens. Die optimale Arbeitsbreite eines Düngerstreuers ist dabei von den spezifischen Flugeigenschaften der einzelnen Düngerkörner abhängig und liegt zwischen 10 und 50 Metern. Die jeweilige Mengendosierung hängt von den Rieseleigenschaften des auszubringenden Düngenmittels ab. Düngerstreuer werden heute sowohl für die Landwirtschaft wie auch für den Einsatz im Winterdienst gebaut. Bekannte Hersteller sind unter anderem Amazone, Kverneland, Rauch und Bredal.
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