Das Konzept des Sattelzugs soll den Warenumschlag effizienter machen

Um Kosten und Zeit zu sparen, sind in der Logistik ein schneller Warenumschlag und ein möglichst flexibler Einsatz von Zugmaschinen und Anhängern von essentieller Bedeutung. Ab den 1950er Jahren arbeiteten die Hersteller von Nutzfahrzeugen daher verstärkt an Alternativen zu den bis dahin gebräuchlichen Gliederzügen, die sich aus einem Lkw mit Ladeaufbau und einem über die Deichsel verbundenen Anhänger zusammensetzen. Das neue Konzept des Sattelzugs sah vor, den Lkw als kurzes Fahrgestell mit Führerhaus und einer plattenähnlichen Kupplung anstelle einer Ladefläche zu bauen. Diese Bauart erlaubt es der Sattelzugmaschine (SZM), einen langen Anhänger mit durchgehender Ladefläche aufzunehmen. Da sein Vorderteil auf der Zugmaschine aufliegt, kommt er ohne eigene Vorderachse aus und ist damit leichter als vergleichbare Gliederzüge. Damit die Verbindung zugleich sicher und beweglich ist, befindet sich am Unterbau der Auflieger ein Bolzen, der in die Vertiefung der Kupplung am Zugfahrzeug eingeführt wird. Um den Auflieger ohne Zugmaschine standfähig zu machen, hat er in der Regel absenkbare Stützen in seinem vorderen Bereich.

Der Sattelzug erleichtert Disposition und Fuhrparkmanagement

Die wichtigsten Vorteile des Sattelzugs: Aufgrund der Bauweise der genutzten Fahrzeuge und ihres insgesamt geringeren Gewichts erhöht sich die Nutzlast gegenüber herkömmlicher Gliederzüge. Darüber hinaus bietet der Sattelauflieger eine längere und durchgehende Ladefläche und das Zugfahrzeug steht nach dem Absetzen des Aufliegers sofort wieder zur Verfügung, ohne auf das Entladen warten zu müssen. Damit bietet ein Sattelzug flexible Transportlösungen, erleichtert die Disposition und trägt dazu bei, ein optimales Fuhrparkmanagement zu gewährleisten. Des Weiteren lässt sich ein Sattelzug im kombinierten Verkehr einsetzen, da Auflieger ähnlich wie Container und Wechselbehälter auf Züge verladen werden können.

Der Standard-Sattelzug für den Gütertransport

Ein klassischer Sattelzug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 40 Tonnen besteht aus einer Standard-SZM oder Volumen-SZM mit einem meist dreiachsigen Auflieger. Für den Gütertransport kommen in erster Linie Sattelauflieger in Pritschen- oder Kofferbauweise zum Einsatz. Ein Sattelzug dieser Art bietet eine Ladefläche von knapp über 13,60 Meter Länge und fast 2,50 Meter Breite. Da die Ladefläche durchgehend gestaltet werden kann, lässt sich das Be- und Entladen des Sattelzugs etwa durch den Einsatz eines Gabelstaplers beschleunigen. Ein Sattelzug mit einem Plateau-Auflieger ist auch für Sonderaufgaben etwa als Holztransporter geeignet.

Der Sattelzug für Schwer- und Sondertransporte

Aufgrund der Konstruktionsweise mit seiner auf das Zugfahrzeug verlagerten Gewichtsverteilung und der durchgehenden Lademöglichkeit steht der Sattelzug auch für Schwer- oder Sondertransporte zur Verfügung. Dazu können Schwerlast-SZM mit Aufliegern kombiniert werden, die als Tieflader konstruiert sind. Überdies gibt es Sattelzüge, deren Auflieger als Autotransporter mit zweigeschossigen Aufbauten versehen sind. Als Baustellenfahrzeug kommt der Sattelzug mit Kipper-Aufliegern oder Dreiseitenkippern zum Einsatz. Für den Transport von flüssigen Ladungen gibt es den Sattelzug mit Siloaufliegern oder Tankaufliegern.
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