Die Actros Black Edition kommt im Jahr 2005 als Kleinserie auf den Markt

Als der Nutzfahrzeughersteller Mercedes-Benz anfang der 1970er Jahre seine Kurzhauber-Lastwagen durch eine komplett neue Baureihe von mittleren und schweren Lkw ersetzte, trug diese ihre Bezeichnung "NG" für Neue Generation vollkommen zu Recht. Mit den nunmehr als Frontlenker gefertigten Lastwagen bekamen die Mercedes-Lkw ein völlig neues Gesicht. Und dabei blieb es nicht. Die NG von Mercedes-Benz erhielten im Laufe des Produktionszyklus zahlreiche technische Neuerungen für Antrieb und Getriebe, die aus dem Lkw einen modernen Arbeitsplatz machten. Als Daimler im Jahr 1988 dann seine neue SK-Baureihe vorstellte, sah diese mehr oder weniger wie ein Mercedes NG Baujahr 1973 aus, und das blieb auch so bei den SK-Modellen der 1990er Jahre. Einen Entwicklungssprung hinsichtlich Technik und Design gab es erst wieder mit dem Mercedes-Benz Actros, der erstmals im Jahr 1996 auf die Straße rollte. Rechtzeitig zur Feier des zehnjährigen Actors-Jubiläums im Jahr 2006 ließ sich der Hersteller dann etwas einfallen, was bei Pkw-Modellen oft praktiziert wird, in der Nutzfahrzeuggeschichte jedoch eine Ausnahme darstellt: Daimler bot den größten der Mercedes-Benz Lastwagen unter dem Namen Actros Black Edition als limitierte Sonderserie an. Es wurden davon ab 2005 nicht mehr als 250 Exemplare gebaut.


Die Actros Black Edition mit Luxusausstattung für Komfort und Prestige

Im Jahr 2005 rollten die ersten Actros Black Edition am Produktionsstandort Wörth vom Band. Dem 40er-Tonner seine hochglänzende schwarze Lackhaut zu verpassen, war noch einer der gewöhnlichsten Arbeitsschritte im Produktionsablauf. Bei der Ausstattung des Kabineninneren hingegen dürften sich die Mercedes-Bauer von Wörth in die Limousinen-Fertigung von Sindelfingen versetzt gefühlt haben. Denn die Lkw der Actros Black Edition Baureihe erhielten ein Armaturenbrett aus edlem Wurzelholz, ein Lenkrad mit feinem Lederbezug und hochwertigere Sitzbezüge, als sie für die normalen Mercedes-Benz Actros verwendet wurden. In der Actros Black Edition demonstrierte Daimler auf diese Weise, dass sich etwas Luxus und Lifestyle durchaus auch mit dem harten Arbeitsalltag im Transportgewerbe vereinbaren ließen. Ein Lkw-Kleinserienmodell mit Luxusausstattung zu haben, so spekulierten die Schwaben, würde für große Speditionen als Werbeträger und Schaufahrzeug interessant sein. Eine weitere Zielgruppe waren die Ein-Mann-Unternehmen der Logistikbranche, die mit der Actros Black Edition ein Plus an persönlichem Komfort und zugleich einen Prestigebonus bei den Kollegen erwarten konnten.


Spitzenmotorisierung für die Modelle der Actros Black Edition

Mit dem luxuriös ausgestatteten Arbeitsplatz des Fahrers und den speziell für die Kleinserie gefertigten Chromelementen im Frontbereich der Karosserie, hob sich die Actros Black Edition äußerlich von den in Großserie gefertigten Mercedes-Benz Actros ab. Doch auch unter der Fahrerkabine gab es einen Unterschied. Während die Actros Lastwagen normalerweise über V6-Motoren mit maximal 335 kW (456 PS) oder V8-Aggregate mit bis zu 425 kW (578 PS) verfügten, spendierten die Ingenieure der Actros Black Edition mehr Leistung. Die Sondermodelle wurden mit der V8-Maschine angeboten, die durch eine veränderte Motorsteuerung 450 kW (612 PS) zur Verfügung stellen konnte. Damit war die Actros Black Edition nicht nur eine limitierte Sonderserie der Baureihe, sondern zugleich auch das Topmodell der Mercedes-Benz Actros.


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