Sideloader – Seitenstapler oder Quergabelstapler mit Vorteilen gegenüber Frontgabelstaplern

Sideloader ist die Bezeichnung für einen speziellen Typ von Gabelstaplern. Es handelt sich nicht um einen Firmennamen. Im deutschen Sprachgebrauch sind die Bezeichnungen Seitenstapler oder Quergabelstapler gebräuchlich. Hubmast und Gabeln sind quer zur Fahrtrichtung des Staplers angeordnet und sind damit besonders gut für die Aufnahme und den innerbetrieblichen Transport von Langgütern geeignet. Die Erfindung des Gabelstaplers wird dem US-Amerikaner Eugene Bradley Clark zugeschrieben. Er wurde 2007 aufgrund seiner Erfindung posthum in die „Logistics Hall of Fame“ aufgenommen. Die Ursprünge des Staplers gehen auf den von Eugene Bradley Clark im Jahr 1917 entwickelten sogenannten Tructator zurück. In den 1920er Jahren wurde das Flurförderfahrzeug immer weiter bis zum Gabelstapler entwickelt, der bereits wichtigte Merkmale heutiger Stapler aufwies.

Sideloader – bauartbedingte Abweichungen gegenüber Gabelstaplern mit frontaler Hubeinheit

Hauptmerkmal eines Sideloaders oder Quergabelstaplers ist seine quer zur Fahrtrichtung angebrachte Hubeinheit mit Hubmast und Gabel. Die Hubeinheit ist etwa mittig am Fahrzeug angebracht und typisch sind die beiden Tische links und rechts von der Gabel. Hubmast und Gabel können seitlich ausgefahren werden, um eine Last abzulegen oder aufzunehmen. Eine aufgenommene Last – meist Langgüter – wird durch ein Absenken der Hubgabel auf die beiden Tische abgelegt, so dass die Unterstützungsfläche für die langen Güter wesentlich breiter wird als der Zwischenraum zwischen den beiden Zinken der Hubgabel. Ohne die beiden Ablagetische müssten die aufgenommenen Güter durch die Gabel genau im Schwerpunkt unterstützt werden, da ansonsten die Güter bereits bei leichten Beschleunigungs- oder Bremskräften von den Gabeln abkippen würden. Eine weitere Besonderheit der Sideloader besteht in der Anordnung des Fahrersitzes. Er ist gegenüber der Fahrtrichtung um 90 Grad gedreht, damit der Fahrer den Aufnahme- und Ablagevorgang genau im Blick hat und besser steuern kann. Bei Vorwärts- oder Rückwärtsfahrten muss der Fahrer seinen Kopf nach rechts oder links drehen. Bei besonders komfortabel ausgerüsteten Seitenstaplern lässt sich der Sitz um 90 Grad drehen, so dass der Fahrer auch während der Transportfahrt nach vorne blicken kann, ohne dass Verspannungen in der Hals- und Nackenmuskulatur drohen. Einige Hersteller bieten sogar Stapler mit drehbarer Fahrerkabine an. Der Antrieb der Quergabelstapler erfolgt wie bei den Geräten mit Frontgabel mit einem Dieselmotor oder mit einem abgasreduzierten Verbrennungsmotor, der mit Flüssiggas oder Erdgas betrieben wird. Für den Betrieb in geschlossenen Hallen und Gebäuden kommen in der Regel Elektroantriebe auf Batteriebasis zum Einsatz.

Sideloader – Vielseitigkeit dank charakteristischer Lenkung

Gabelstapler verfügen in der Grundausstattung meist über eine Hecklenkung mit einem engen Wendekreis. Die Hinterräder, die in der Regel antriebsfrei sind, können bis zu 90 Grad auslenken, so dass sich das Fahrzeug quasi um die eigene Achse drehen kann. 4-rädrige Sideloader sind häufig mit einer besonderen Art der Lenkung ausgestattet, die ihre Manövrierfähigkeit stark erhöht. Falls alle 4 Räder um 90 Grad eingelenkt werden können, kann sich das Fahrzeug auch quer zur normalen Vorwärts- und Rückwärtsfahrtrichtung bewegen. Diese Art der Lenkung macht den Stapler zum sogenannten 4-Wege-Stapler. Eine weitere Steigerung der Manövrierfähigkeit wird erreicht, wenn sich alle 4 Räder beliebig einlenken lassen. Das ermöglicht auch den sogenannten Hundegang. Er ist dadurch charakterisiert, dass der Stapler beispielsweise in engen Gassen während der Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt Richtungskorrekturen vornehmen kann, ohne die Längsausrichtung des Fahrzeugs zu verändern. Diese besondere Art der Lenkung macht das Fahrzeug zum Mehrwegestapler.
Nach oben