Jonckheere – belgischer Bushersteller im Verbund mit VDL Bus & Coach

1922 begann der Sohn des Firmengründers Henri Jonckheere mit der Produktion von Reisebussen. Das Unternehmen mit Sitz im belgischen Westflandern erlebte in den folgenden Jahren einschließlich der Nachkriegszeit einen starken Aufschwung. Der Hersteller wurde 1994 Teil der niederländischen Berkhof Groep, die wenige Jahre später von der niederländischen VDL Groep bv mit Sitz im niederländischen Veldhoven übernommen wurde. Jonckheere ist daher integrierter Teil der VDL Bus & Coach Sparte. Die VDL Bus & Coach Sparte macht einen wesentlichen Teil der VDL Groep aus und entstand durch die Übernahme mehrerer europäischer Bushersteller wie Kusters, Berkhof, Bova und Jonckheere. Der Einstieg in die Busherstellung gelang VDL 1993 durch die Mehrheitsbeteiligung an der Bussparte des Fahrzeugherstellers DAF.

Jonckheere – Schwerpunkt komfortable Reisebusse und Busse für Linienverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich Jonckheere auf Entwicklung und Fertigung komfortabler bis luxuriöser Reisebusse sowie auf die Fertigung von Bussen für den Nah- und Fernverkehr. Von 1977 bis 1982 produzierte Jonckheere Busse der Baureihe Bermuda, die vielfach nach Großbritannien exportiert wurden. Für den Linienverkehr wurden Niederflurmodelle wie der P35 und der P50/P599 entwickelt. In den 1990er-Jahren folgte mit dem Modell Monaco ein weiterer Doppeldecker. Vielfach basierten Busmodelle auf dem Chassis des Volvo B12B, des B12M und weiteren Volvo-Chassis. Zusätzlich dienten Chassis von DAF und Nissan als Träger für die Karosserien.Unter dem Dach von VDL Bus & Coach entstand die mit umweltfreundlichen Cummins oder FPT-Cursor-Motoren ausgestattete Baureihe Citea für den ÖPNV. Es handelt sich um Niederflurbusse mit besonders niedrigem Einstieg und einer Beförderungskapazität von 78 bis ca. 160 Personen sowie einer Gesamtlänge von 9,95 m bis 18,00 m. Die Motorisierung deckt einen Leistungsbereich von 187 kW (255 PS) bis 265 kW (360 PS) ab. Ebenfalls unter dem Dach der VDL Bus & Coach wurde die Reisebusmodellserie Futura entwickelt. Es handelt sich um sehr komfortable Reisebusse wie die Doppeldeckermodelle FDD2-130 und FDD2-141. Alle Modelle sind mit umweltfreundlichen DAF-Dieselmotoren mit einem Leistungsbereich von 240 kW (330 PS) bis 375 kW (510 PS) ausgestattet. Das Gepäckraumvolumen, das bei Reisebussen eine wichtige Rolle spielt, beträgt je nach Modell 9,4 bis 14,1 Kubikmeter.

Jonckheere – Citea The E-Worker bedeutet Einstieg in den emissionsfreien Betrieb

Eine Sondermodellreihe der Citea Busse trägt die Bezeichnung „The E-Worker“. Diese Busse verfügen über einen rein elektrischen Antrieb auf Batteriebasis. Es stehen 4 Modelle mit einer Beförderungskapazität im ÖPNV von 92 bis etwa 145 Personen zur Verfügung. Für den Antrieb werden die beiden Siemens Elektromotoren 1DB2016 und 1DB2022 mit einer Leistung von 153 kW (208 PS) respektive 210 kW (286 PS) eingesetzt. Die Elektrobusse haben ihre Alltagstauglichkeit bewiesen und werden bereits in europäischen Städten erfolgreich im ÖVNP eingesetzt. Für die Aufladung der Batterien stehen mehrere Möglichkeiten mit unterschiedlichem Zeitbedarf zur Verfügung. Busse der Modellreihe Citea The E-Worker können hinsichtlich ihrer wichtigsten Antriebskomponenten wie E-Motor und Batterie weitestgehend im Dialog mit dem Kunden von ihm selbst modular zusammengestellt werden. Der Hersteller verfolgt nach eigener Aussage die Weiterentwicklung der Batterietechnik hinsichtlich Kapazität, Gewicht, Energiedichte, Lademöglichkeiten, Langlebigkeit sowie garantierter Ladezyklen. Busse der Marke Citea The E-Worker zeichnen sich durch modernes Styling sowie gute Rundumsicht für Fahrer und Fahrgäste aus. Da die E-Motoren nicht nur emissionsfrei, sondern auch nahezu geräuschlos arbeiten, erhöht sich der Komfort für die Insassen noch einmal deutlich.
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