Bodenbearbeitungs- und Sämaschinen mit langer Geschichte – Köckerling

Das Unternehmen Köckerling GmbH & Co. KG geht bis in das Jahr 1883 zurück. Damals gründete sich in Varensell in Nordrhein-Westfalen die Schmiede Köckerling, die 1919 von Arnold Köckerling übernommen wurde. Schon zu jener Zeit konzentrierte sich die Schmiede auf die Produktion landwirtschaftlicher Geräte wie Eggen, Pflügen und ähnlicher Maschinen zur Bodenbearbeitung. 1955 schließlich erfolgte die Umfirmierung zur Gebrüder Köckerling OHG mit Sitz in Verl, wo sich bis heute der Stammsitz des Unternehmens befindet. Ab den 60er Jahren konzentrierte man sich auf die Entwicklung und den Vertrieb von pfluglosen Bodenbearbeitungsgeräten. 2002 expandierte Köckerling erstmals ins Ausland und gründete in Frankreich das Tochterunternehmen Köckerling France SAS. Dieses hat seinen Sitz im nordfranzösischen Essay. Alle Maschinen von Köckerling sind anhand ihrer typisch dunkelblauen Farbe wiederzuerkennen.


Von der handwerklichen Produktion zur industriellen Serienfertigung

In den 50er Jahren wagte das Unternehmen den Schritt von der Einzelfertigung hin zur Serienproduktion. Bereits vor diesem Zeitpunkte stellte Köckerling Ernte- und Bodenbearbeitungsmaschinen her, die ab dann im großen Stil vermarktet und vertrieben wurden. Zu den ersten beiden Produkten zählte die Grubberegge Ackerfreund sowie die Pflanz-, Ernte- und Pflegemaschine Super 53. Beide zählten zu den Kompaktgeräten und waren vor allem für kleine landwirtschaftliche Betriebe und Felder gedacht. Mittlerweile vertreibt das Unternehmen seine verschiedenen Produkte international und auch gebraucht finden sich die Maschinen von Köckerling des Öfteren.


Geräte zur Ernte und Aussaat

Mit den Vielfachgeräten der Serie Super bot Köckerling ab Mitte der 50er Jahre verschiedene Hilfen zur Ernte und Aussaat an. Bei diesen handelte es sich noch um konventionelle Geräte, bei denen ein oder mehrere Erntehelfer auf der Maschine Platz nahmen und die notwendigen Arbeitsschritte manuell ausführten. Bereits in den 60er Jahren jedoch entwickelte Köckerling automatische Maschinen für die Aussaat und Beetpflege. Schwerpunkte der Firma waren dabei die Konstruktion von Maschinen für die Minimalbodenbearbeitung sowie kombinierte Geräte zur Bodenlockerung und Aussaat.
Die 1968 erschienene Bestell Minimat etwa zählt zu dieser Klasse. Hier wurde ein Pflug mit einer Aussaatmaschine kombiniert, was die doppelte Überfahrt eines Feldes ersparte und zwei Arbeitsschritte auf einmal erledigte.
1990 folgten mit der Serie AT die ersten Maschinen für die Drillsaat. Diese basierten auf einem pneumatischen System und waren mit Arbeitsbreiten von bis zu sechs Metern erhältlich. Diese Maschinen von Köckerling sind in Form von Gebrauchtfahrzeugen heutzutage noch häufig anzutreffen. Mit diesen Maschinen zur direkten Aussaat machte das Unternehmen einen weiteren Schritt in Richtung der Entwicklung von Systemen für die pfluglose Bodenbearbeitung. Inzwischen sind die Produkte für die Aussaat von Köckerling sehr weit entwickelt und werden in mehreren unterschiedlichen Klassen angeboten.
Die Scheibensämaschinen werden unter der Bezeichnung Vitu angeboten. Diese Maschinen verfügen über zweireihige Scheibeneggen und sind mit Saatgutkapazitäten von 3700 und 4300 l erhältlich. Die Arbeitsbreite liegt bei 600 cm und optional lässt sich eine Düngerschare vor dem Radpacker montieren. Diese Düngergeräte sind unter dem Namen Boxer von Köckerling erhältlich und auch gebraucht verfügbar. Neben Dünger können diese auch zur Vergrößerung der Saatgutkapazität genutzt werden. Das Unternehmen bietet sie auch mit Doppeltank an, sodass sich Dünger oder Saatgut mischen lassen. So gibt es diese Maschinen mit einer Größe von 2 mal 1450 l.
Bei den Universalsämaschinen bietet die Firma die Serie Jockey an. Diese Geräte eignen sich sowohl für die Mulchsaat als auch für die Kombination mit einer Pflugfurche. Das Dosiergerät zur Aussaat wird bei diesen Maschinen über die Hydraulik gesteuert, wobei die Geschwindigkeit per Radar gemessen wird. Dies ermöglicht zum einen individuelle Fahrtgeschwindigkeit mit gleichmäßigem Ergebnis, zum anderen kann die Fallmenge auch vom Fahrer gesteuert werden. Das Modell Jockey 600 etwa kann eine Feldbreite von 600 cm bei einer Durchfahrt bearbeiten und wiegt dabei 5,75 t. Es setzt einen Ackerschlepper mit einer Mindestleistung von 180 PS voraus und verfügt über einen Saatguttank mit einer Größe von 2800 l. Ebenfalls zu den Universalsämaschinen zählen die Maschinen der Serie Ultima. Diese sind für die Aussaat von Getreide, Raps, Ackerbohnen, Erbsen oder Mais konzipiert. Die Ultima CS zählt zu den kompakteren Maschinenreihen und ist für Arbeitsbreiten von 300 bis 600 cm verfügbar. Das Einstiegsmodell Ultima CS 300 mit einer Saattankkapazität von 2800 l kann mit Traktoren verwendet werden, die mindestens über eine Leistung von 120 PS verfügen. Die Ultima 800 hingegen ist für Großbetriebe gedacht und bearbeitet in einer Durchfahrt eine Ackerbreite von 800 cm. Hierbei können von einem Schlepper mit mindestens 275 PS maximal 4000 l Saatgut mitgeführt werden.


Die unterschiedlichen Maschinen zur Bodenbearbeitung

Seit Beginn der erweiterten Geschäftstätigkeit Mitte der 50er Jahre war das Ziel von Köckerling, die pfluglose Bodenbearbeitung weiterzutreiben und entsprechende Produkte zu entwickeln. So wurden traditionelle Pflüge faktisch gar nicht gefertigt und sind auch als Gebrauchtfahrzeug nicht erhältlich. Stattdessen entwickelte die Firma zahlreiche Aufsattelgrubber, wie die modernen Maschinen der Serie Vario. Hierbei handelt es sich um eine Maschine für die Vorbereitung von Mulchsaatbetten mit hydraulischer Tiefenverstellung. Es gibt diese in mehreren Größenklassen, angefangen von der Vario 300 mit 300 cm Arbeitsbreite bis hin zur Vario 750 mit einer Breite von 750 cm. So richten sich diese Grubber an unterschiedlich große Betriebe und setzen Traktoren von mindestens 160 bis 400 PS Leistungsfähigkeit voraus. Zu den universellen Grubbern gehören die Maschinen der Allrounder-Serie, die sich sowohl im Frühjahr zur Bodenbelüftung als auch zur Saatbeetbereitung einsetzen lassen. Die Breite der unterschiedlichen Modelle variiert zwischen 300 und 600 cm. UniversalsämaschinenKöckerling bietet dazu verschiedene Sonderausstattungen an, die auch für Gebrauchtfahrzeuge dieser Kategorie geeignet sind. Dazu zählen etwa Kleinsämaschinen, Frontstützräder und Spurlockerer. Unter der Bezeichnung Trio bietet die Firma Mulchsaatgrubber in verschiedenen Größenklassen an. Diese sind für das Bearbeiten von Böden bis hin zu Tiefen von 30 cm konzipiert und verfügen über drei Balken. Dabei setzt Köckerling auf einen hohen Rahmendurchgang von 85 cm, was vorteilhaft bei Roggen, Triticale oder Mais ist. Auch diese Serie ist wiederum in unterschiedlichen Breitenstufen und auch in Form von Gebrauchtfahrzeugen verfügbar. So gibt es die Trio in Breiten von 250 bis 400 cm. Eingesetzt werden können diese Maschinen mit Traktoren von mindestens 80 bis 140 PS. Für die Ausbringung von Mineraldünger ist der Master gedacht, der dazu mit Einzelkornsämaschinen kombiniert werden kann.


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