Die ersten Meiller-Kipper kommen im Jahr 1904 auf den Markt

Mit geschmiedeten Geräten wie Schaufeln oder Hacken und mit handgeführten Transportgeräten schuf die Gründergeneration des bayerischen Unternehmens Meiller die Basis für einen international aufgestellten Hersteller von Nutzfahrzeugen. Seitdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Lkw mit per Handwinde aufstellbarer Ladepritsche die Meiller-Werkstatt verlassen hatte, spezialisierte sich die Firma auf die Konstruktion von Kippbrücken, die ab dem Jahr 1904 als Lkw-Aufbau und später auch als Anhänger realisiert wurden. Mitte der 1920er Jahre kamen die ersten Meiller Kipper mit hydraulischer Kippvorrichtung auf den Markt. Vorteil der damals neuen Technik: Mit den über einen kleinen Motor betriebenen Hydraulikpumpen wurde es möglich, schwerere Aufbauten für höhere Nutzlasten zu bauen. Zugleich gestattete es die Technik, neben den traditionellen Hinter- oder Seitenkippern Ladebrücken zu konstruieren, die sich ohne Umbauten nach mehreren Seiten aufstellen ließen. So konnten die Bayern im Jahr 1925 den ersten Meiller-Dreiseitenkipper mit Hydrauliksystem präsentieren. Als Fahrzeugbauer entwickelte Meiller später Kipper unterschiedlicher Bauarten, die als Aufbau für Kleintransporter und Lkw sowie als Anhänger konstruiert wurden. Meiller-Kipper kamen vor allem in der Baulogistik sowie in der Recycling- und Entsorgungswirtschaft zum Einsatz.

Meiller-Hinterkipper als Aufbauten für Lkw

Zu den klassischen Produkten des Herstellers Meiller gehörten Hinterkipper, die in den aktuelleren Baureihen als Meiller-Kipper Classic H 328 oder Meiller Halfpipe P 328 angeboten wurden. Die Meiller-Hinterkipper waren für Nennlasten zwischen 28 Tonnen und 36 Tonnen für drei- oder vierachsige Lkw konzipiert. Die Transportbehälter der Meiller-Hinterkipper stellten abhängig von der Gewichtsklasse ein Volumen von 13,5 bis 17 Kubikmetern bereit und sie konnten je nach Einsatzgebiet in unterschiedlich starken Blechdicken geordert werden. Bei vielen neueren Modellen der Meiller-Kipper war eine vom Fahrerhaus aus zu bedienende hydraulisch gesteuerte Rückwand erhältlich. Darüber hinaus fertigte Meiller spezielle Kippbrücken mit Doppelwänden, die auf vierachsigen Lkw-Fahrgestellen als Gesteinskipper eingesetzt werden konnten.

Dreiseitenkipper von Meiller

Während die Meiller-Hinterkipper vornehmlich als Aufbauten für Schwerlaster konstruiert waren, brachte Meiller seine Dreiseitenkipper auch für Kleintransporter und leichte Lkw auf den Markt. Die leichtesten Meiller-Dreiseitenkipper des Typs 1 waren in unterschiedlichen Längen von 2,60 bis 3,60 Metern für eine maximale Nennlast von 1,8 Tonnen konstruiert. Größere Meiller-Dreiseitenkipper für Kleintransporter und zweiachsige Lkw gab es für ein Nenngewicht von 2,50 bis 11,5 Tonnen mit einer Ladelänge von bis zu 5,20 Metern. Als Basis für Kippaufbauten mit bis zu 21 Tonnen Nenngewicht dienten dreiachsige Lkw-Fahrgestelle bis 33 Tonnen. Die größten serienmäßigen Meiller-Dreiseitenkipper mit bis zu 28 Tonnen Nennleistung wurden auf vierachsigen Lkw der 41-Tonnen-Klasse aufgebaut.

Anhänger und Auflieger von Meiller Kipper

Als Auflieger für Sattelzugmaschinen stellte Meiller in seinen Baureihen MHKA oder MHPS zwei- und dreiachsige Kipper her, die für ein zulässiges Gesamtgewicht von 31 Tonnen bis 39 Tonnen ausgelegt waren. Die Kippsattelanhänger wurden in unterschiedlichen Längen ab 7,70 Meter gebaut. Die größeren Meiller-Kipper dieser Bauart stellten eine Ladefläche von 2,55 Meter Breite und bis zu 9,75 Metern Länge bereit. Spitzenmodell war der Meiller-Kippauflieger der Baureihe MHVA, der über zwölf Meter lang war. Ergänzt wurde das Programm durch den Meiller-Kippanhänger MZDA, der für eine Nennlast bis maximal 15,6 Tonnen zugelassen war und eine Brückenlänge von knapp fünf Metern zur Beladung bot.
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